Ein erneuertes Versprechen 2015

Zwei kleine Mädchen in einem Flüchtlingslager in Burundi.
© UNICEF/NYHQ2015-1731/Beechey
Zwei kleine Mädchen in einem Flüchtlingslager in Burundi.

NEW YORK, 9. September 2015 – Innerhalb nur einer Generation konnte die Rate der Reduktion der Kindersterblichkeit mehr als verdoppelt werden. Bei anhaltender Entwicklung könnten, in Übereinstimmung mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals), die Ende des Monats von der Weltspitze beschlossen werden, weitere 38 Millionen Menschenleben bis 2030 gerettet werden.

Zahlen des UNICEF-Berichts “A Promise Renewed: 2015 Progress Report” zeigen, dass seit 2000, als Regierungen die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals) beschlossen, das Leben von 48 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden konnte. Dieser bemerkenswerte Erfolg ist das Ergebnis anhaltender Maßnahmen von führenden PolitikerInnen – das Retten von Kinderleben zu einem Grundsatz und zu einer politischen Priorität zu machen, Daten zu Überlebenschancen von Kindern vermehrt zu nutzen und bewährte Maßnahmen zu erweitern.

Die Zahl der Kinder, die einen vermeidbaren Tod sterben bevor sie das fünfte Lebensjahr erreichen, liegt aktuell bei 5,9 Millionen pro Jahr – das sind 53 Prozent weniger als noch 1990. Die Senkungsrate der Sterblichkeit von unter Fünfjährigen zwischen 2000 und 2015 liegt bei 3,9 Prozent, was fast doppelt so hoch ist wie noch in den 1990ern.

"A Promise Renewed: Progress Report 2015" als Download

Einige der ärmsten Länder der Welt zeigten, dass eine bedeutende Senkung der Kindersterblichkeitsrate trotz ernst zu nehmender Hindernisse möglich ist:

  • 21 der 84 einkommensschwachen Länder und Länder mit unterem mittleren Einkommen, darunter Kambodscha, Äthiopien, Bangladesch und Uganda, erreichten das Millennium-Entwicklungsziel, die Sterblichkeit bei unter Fünfjährigen um zwei Drittel zu reduzieren.
  • Zwischen 2000 und 2015 konnten 21 Länder südlich der Sahara die Tendenz einer steigenden Sterblichkeitsrate umkehren und sogar die Geschwindigkeit ihres Fortschritts im Vergleich zu den 1990ern verdreifachen.

„Das Leben von Millionen von Kindern in urbanen und ländlichen Umgebungen, in reichen und armen Ländern zu retten, ist eine der ersten großen Errungenschaften des neuen Millenniums – und eine der größten Herausforderungen der nächsten 15 Jahre ist es, diese Entwicklung weiter zu beschleunigen“, sagt die stellvertretende UNICEF-Generaldirektorin Yoka Brandt. „Die Zahlen zeigen uns, dass Millionen Kinder nicht sterben müssen – wenn wir unsere Bemühungen stärker auf das Erreichen jedes Kindes richten.“

Einfache, hochwirksame, kostengünstige Lösungen, die zur drastischen Reduktion der Kindersterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren beigetragen haben, sind unter anderem qualifizierte Betreuung von Geburten sowie pränatale und postnatale Pflege, Stillen, Impfungen, mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze, verbesserter Wasserzugang zu Hygiene, orale Rehydrationstherapien gegen Durchfall, Antibiotika gegen Lungenentzündung, Nahrungsergänzungen und therapeutische Nahrung.

Trotz des beeindruckenden Fortschritts einzelner Länder konnte die Weltgemeinschaft das Millennium-Entwicklungsziel, die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren weltweit um zwei Drittel zu senken, nicht erreichen.

Zwischen 1990 und Ende 2015 werden geschätzte 236 Million Kinder aufgrund vermeidbarer Ursachen ihr Leben verloren haben – und das vor ihrem fünften Lebensjahr. Heute zählen Frühgeburten, Lungenentzündung, Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt, Durchfall und Malaria zu den häufigsten Ursachen. Mangelernährung allein ist verantwortlich für fast die Hälfte der Tode von unter Fünfjährigen.

Die „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ (SDG) fordern die Länder dazu auf, ihre Anstrengungen zu verstärken, die der Sterblichkeitsrate von unter Fünfjährigen auf 25 Tode (oder weniger) pro 1.000 Lebendgeburten bis 2030 zu reduzieren. Indem wir die Entwicklung beschleunigen, besonders in Ländern, die Aufholbedarf haben, können weltweit die Leben von 38 Millionen mehr Kindern unter fünf Jahren gerettet werden.