Syrien: Madi freut sich sichtlich über seine neue Kleidung von UNICEF

Humanitäre Maßnahmen für Kinder


2016: UNICEF Hilfsappell für 43 Millionen Kinder in 63 Ländern

UNICEF veröffentlicht einen Spendenaufruf in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar, um 43 Millionen Kinder in humanitären Notlagen weltweit zu erreichen. Durch die Syrienkrise erreicht der Bedarf an Bildung einen Höchststand.

Erstmals fließt der größte Anteil der Hilfe, nämlich 25 Prozent, in Bildung für Kinder in Krisensituationen. UNICEF plant dieses Jahr die Anzahl der Kinder in Krisengebieten, die Zugang zu Bildung bekommen, drastisch zu erhöhen: von 4,9 Millionen Anfang 2015 auf 8,2 Millionen 2016. Mehr als die Hälfte – fünf Millionen – werden syrische Kinder in ihrem Heimatland oder den umliegenden Staaten sein.

„Millionen Kinder werden ihres Rechts auf Bildung beraubt“, so Afshan Khan, Direktorin der UNICEF Nothilfeprogramme. „Bildung ist eine lebensrettende Maßnahme für Kinder. Sie gibt ihnen die Möglichkeit zu lernen und zu spielen, auch inmitten von Gewalt, Granaten und Schüssen. In diesem Jahr ist ein Viertel unseres Aufrufs der Bildung gewidmet. Durch Bildung geben wir Kindern und jungen Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft für sich selbst, ihre Familien und ihre Gesellschaften und helfen ihnen, dem Teufelskreis chronischer Krisen zu entkommen.“

Konflikte und extreme Wetterbedingungen gefährden Kinder

UNICEFs diesjähriger Spendenaufruf ist doppelt so hoch wie noch jener von 2013. Konflikte und extreme Wetterbedingungen zwingen immer mehr Kinder aus ihrer Heimat zu fliehen. Millionen Buben und Mädchen sind Lebensmittelknappheit, Gewalt, Krankheit, Missbrauch sowie einer Gefährdung ihrer Ausbildung ausgesetzt.

Rund eines von neun Kindern weltweit lebt derzeit in Konfliktgebieten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen sterben, war 2015 in konfliktbetroffenen Regionen doppelt so hoch wie in anderen.

Eine wachsende Bedrohung ist der Klimawandel. Über eine halbe Milliarde Kinder leben in Gebieten, in denen es extrem oft zu Überschwemmungen kommt und fast 160 Millionen leben in trockenen oder extrem trockenen Gebieten. Ein weiteres Risiko stellt eines der stärksten El Niño Wetterereignisse seit Beginn der Aufzeichnungen dar.

Die Zahl der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, steigt weiter an. Alleine in Europa sind 2015 über eine Million Flüchtlinge und MigrantInnen angekommen.

„In den vergangenen Monaten habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie Kinder in Burundi, dem Osten Nigerias und entlang der Flüchtlingsroute in Europa über die Grenzen des menschlich Erträglichen leiden müssen“, so Khan. „Millionen Kinder weltweit wurden aufgrund von Gewalt und Konflikten gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen. Die globale Flüchtlingskrise ist auch eine Schutzkrise für Kinder auf der Flucht, die einem erhöhten Risiko von Missbrauch, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt sind.“

UNICEFs konkrete Maßnahmen für 2016

UNICEFs humanitäre Maßnahmen 2016 sollen insgesamt 76 Millionen Menschen in 63 Ländern erreichen.

  • Der größte Teil des Appells – 1,16 Milliarden US-Dollar – zielt auf lebensrettende Hilfe für Syrien und der syrischen Flüchtlingskrise in Ägypten, Jordanien, dem Irak, dem Libanon und der Türkei ab. Zu den wichtigsten Bedürfnissen zählen sauberes Wasser, Impfungen, Bildung und Kinderschutz.
  • 30,8 Millionen US-Dollar werden benötigt, um auf die Flüchtlings- und MigrantInnenkrise in Europa zu reagieren.
  • UNICEF benötigt 180 Millionen US-Dollar für fast 10 Millionen Kinder im Jemen, die dringend humanitäre Hilfe benötigen. Der Konflikt im Jemen dauert mittlerweile schon fast ein Jahr an.
  • UNICEF bittet um 25,5 Millionen US-Dollar, um Kinder in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, zu schützen und Hilfe für Flüchtlinge aus Burundi, die nach Ruanda und Tansania geflohen sind, bereitzustellen.
  • UNICEF benötigt 188,9 Millionen US-Dollar, um auf die humanitären Bedürfnisse in Nigeria, Kamerun, Niger und Tschad reagieren zu können. Dazu zählen auch die Folgen der Gewalt im Nordosten Nigerias.

UNICEFs Aufruf betrifft auch stark unterfinanzierte Notfälle. Dazu zählen anhaltende Krisen in Afghanistan, in der Demokratischen Republik Kongo und im Sudan. Diese Notfälle konnten 2015 zu weniger als 40 Prozent finanziert werden.

Von UNICEF aufgebrachte Gelder werden sowohl für sofortige humanitäre Hilfe als auch für langfristige Arbeit verwendet, um Länder auf zukünftige Katastrophen vorzubereiten.

UNICEFs Hilfe kommt an

Im Jahr 2015 konnte UNICEF Millionen Kinder mit humanitärer Hilfe erreichen:

  • 22,6 Millionen Menschen erhielten Zugang zu sauberem Wasser.
  • 11,3 Millionen Kinder wurden gegen Masern geimpft.
  • 2 Millionen Kinder wurden gegen schwere Mangelernährung behandelt.
  • 2 Millionen Kinder erhielten psychologische Hilfe.
  • 4 Millionen Kinder wurde der Zugang zu Bildung ermöglicht.

2015: Hilfsappell für 62 Millionen Kinder in 71 Krisenländern

Eine neue Generation humanitärer Krisen bedroht das Leben und die Entwicklung von Millionen von Kindern.

62 Millionen Kinder in Krisengebieten brauchen dringend humanitäre Hilfe. Deshalb veröffentlichte UNICEF heute den größten Nothilfeappell in seiner Geschichte. Insgesamt 3,1 Milliarden US-Dollar werden benötigt, um 1 Milliarde mehr als noch im letzten Jahr.

Immer mehr Kindern werden von zunehmend komplexen und zerstörerischen Konflikten, Naturkatastrophen oder anderen humanitären Notfällen, wie der Ebola-Epidemie, bedroht.

Weltweit wächst jedes zehnte Kind – insgesamt 230 Millionen – in Ländern und Gebieten auf, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind. Der größte Bedarf für humanitäre Hilfe besteht in Syrien und den umliegenden Regionen. Aber auch Sierra Leone, Liberia und Guinea, die Staaten, die am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffen sind, sowie Nigeria und die Ukraine sind dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

„Todbringende Naturkatastrophen, brutale Konflikte und grassierende Epidemien: In zahlreichen Teilen der Welt werden Kinder Opfer einer neuen Generation von humanitären Konflikten“, sagt Afshan Khan, Direktorin der UNICEF Nothilfeprogramme. „Ob in den Schlagzeilen oder unbeachtet, Notsituationen, die durch gesellschaftliche Brüche, Klimawandel und Krankheiten verursacht werden, bedrohen Kinder in zuvor unbekanntem Ausmaß.“ 

Spendenaufruf für Krisen abseits der öffentlichen Wahrnehmung

Der Spendenaufruf betrifft auch zahlreiche sogenannte „stille Katastrophen“ abseits der medialen Aufmerksamkeit und der öffentlichen Wahrnehmung. Nothilfeprogramme sind hier oftmals stark unterfinanziert, so beispielsweise in Dauerkrisenländern wie Afghanistan (erst 35 Prozent finanziert), Niger (erst 35 Prozent finanziert) oder Palästina (erst 23 Prozent finanziert).

Ganze Generationen von Kindern wachsen in diesen Gebieten in einem permanenten Krisenzustand auf. Ihre Kindheit und Jugend wird von Konflikten, politischer Instabilität, Naturkatastrophen und extremer Armut  bestimmt – mit verheerenden Folgen für die Heranwachsenden und die soziale Stabilität ihrer Heimat.

„Dieser Spendenaufruf kommt den am meisten verletzbaren Kindern zugute, egal wo sie leben“, präzisiert Afshan Khan. „Der Geburtsort eines Kindes darf nicht über sein Schicksal entscheiden. Wir müssen akut notleidenden Kindern jetzt lebenswichtige Unterstützung leisten und ihnen die Bausteine zur Verfügung stellen, mit denen sie eine friedliche Zukunft aufbauen können.“

Nahrung, Wasser, Medikamente, Bildung und Schutz

Im Jahr 2014 konnte UNICEF Millionen von Kindern mit humanitärer Hilfe erreichen. Unter anderem konnten 16 Millionen Kinder gegen Masern geimpft werden und 13 Millionen Kinder erhielten Zugang zu sauberem Wasser. 1,8 Millionen Kinder wurden gegen Unterernährung behandelt, 2 Millionen Kinder erhielten Zugang zu Bildung und 2 Millionen erhielt psychosoziale Betreuung.


2014: 59 Millionen Kinder in Krisengebieten brauchen dringend Hilfe!

Größter Nothilfeaufruf in der Geschichte UNICEFs

Weltweit brauchen nach Schätzungen von UNICEF rund 59 Millionen Kinder in 50 Krisenländern dringend lebensrettende humanitäre Hilfe. Vor dem Hintergrund der zahlreichen aktuellen Krisen veröffentlichte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen heute in Genf den größten Nothilfeaufruf seiner Geschichte.

Insgesamt benötigt UNICEF in diesem Jahr rund 1,6 Milliarden Euro, um nach Naturkatastrophen, in Kriegsgebieten und in komplexen Krisen in Folge von Armut und politischer Instabilität Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Mittel werden dringend benötigt, um Kinder gegen gefährliche Krankheiten zu impfen, mit sauberem Wasser und Nahrung zu versorgen sowie für Notschulen und psychosoziale Hilfen.

„Unzählige Kinder sind tagtäglich weltweit von humanitären Krisen betroffen. Doch mit - und nur mit - gemeinsamen starken Anstrengungen können wir das Leben von Kindern retten und die Situation dieser Kinder nachhaltig verbessern“, so Dr. Gudrun Berger, Geschäftsführerin von UNICEF Österreich.

Syrischer Bürgerkrieg - Die derzeit größte humanitäre Krise für Kinder weltweit.

Allein in Syrien und seinen Nachbarländern sind durch den Bürgerkrieg derzeit über fünf Millionen Kinder und Jugendliche auf Hilfe von außen angewiesen. Dies ist damit die größte humanitäre Krise für Kinder weltweit. Aber auch im Süd-Sudan, in der Zentralafrikanischen Republik, in Afghanistan und nach dem Taifun auf den Philippinen müssen Nothilfeprogramme das Überleben von Millionen Kindern sichern. In Haiti muss der Kampf gegen die Cholera fortgeführt werden. Und in den Ländern der Sahel-Zone in Afrika muss der Kampf gegen akute Mangelernährung bei Kindern fortgesetzt werden.

Nothilfe für Kinder rettet Leben und eröffnet Zukunftschancen

Die UNICEF-Nothilfeprogramme für Kinder unterstützen auch die Gemeinden, sich besser auf mögliche Katastrophen und Krisen vorzubereiten. Im vergangenen Jahr hat UNICEF zusammen mit seinen Partnern in über 250 Nothilfeeinsätzen Millionen Kinder versorgt:

  • 24,5 Millionen Kinder in Krisengebieten wurden gegen Masern geimpft.
  • 1,9 Millionen schwer mangelernährte Kinder erhielten lebensrettende Hilfe.
  • Fast 20 Millionen Menschen wurden mit sauberem Trinkwasser versorgt.
  • 2,7 Millionen Kinder erhielten durch Notschulen und andere Bildungsangebote Zugang zu Bildung.
  • 935.000 Kinder erhielten psychosoziale Betreuung.