Ernährung und Gesundheit


Kindersterblichkeit - Levels und Trends

Die weltweite Kindersterblichkeit ist auf einem neuen Tiefstand: 5,4 Millionen Kinder starben 2017 nach neuesten Schätzungen der Vereinten Nationen vor ihrem fünften Geburtstag – 1990 waren es noch 12,6 Millionen. Hinzu kommen fast eine Million Todesfälle von Mädchen und Buben zwischen fünf und 15 Jahren. Insgesamt starben somit vergangenes Jahr 6,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren aus meist vermeidbaren Gründen. Das ist durchschnittlich ein Todesfall alle fünf Sekunden.

Rund die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren ereignete sich in Subsahara-Afrika, weitere 30 Prozent im südlichen Asien. Kinder in ländlichen Regionen sind besonders bedroht; genauso Kinder, deren Mütter keine Schule besucht haben. Die schlechtesten Überlebenschancen haben statistisch gesehen Kleinkinder in Somalia, Tschad oder der Zentralafrikanischen Republik: Jedes achte Kind erlebt dort nicht einmal seinen fünften Geburtstag. Zum Vergleich: In Österreich stirbt durchschnittlich eines von 250 Kindern unter fünf Jahren.

DOWNLOAD Bericht "Levels and Trends in Child Mortality, Report 2018"


The State of Food Security and Nutrition in the World

Jeder neunte Mensch auf der Welt – 821 Millionen – leidet unter Hunger. 150 Millionen Kinder sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt. Damit rückt das Ziel der Weltgemeinschaft, Hunger bis 2030 zu beseitigen, in weitere Ferne. Gleichzeitig nimmt die Zahl der stark übergewichtigen Erwachsenen zu. Darauf weist ein Bericht der Vereinten Nationen zur weltweiten Ernährungssituation hin. Für den Anstieg des Hungers sind vor allem Klima-Schwankungen und Wetter-Extreme wie Dürren und Überschwemmungen sowie Konflikte und wirtschaftliche Krisen verantwortlich.

Bei der Beseitigung von Mangelernährung wurden zu wenig Fortschritte erzielt. Den aktuellen Schätzungen nach waren 2017 fast 151 Millionen Kinder unter fünf Jahren (22 Prozent aller Kinder in dem Alter) unterentwickelt („stunted“) und damit gemessen an ihrem Alter zu klein. Das ist nur ein leichter Rückgang von 165 Millionen Kindern 2012. Die meisten unterentwickelten Kinder leben in Afrika (39 Prozent) und Asien (55 Prozent). 50,8 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren (7,5 Prozent) sind unterernährt („wasted“) und sind im Vergleich zu ihrer Größe zu leicht. Alle Formen von Mangelernährung können schwere Folgen für die Gesundheit und Entwicklung der Kinder haben.

DOWNLOAD The State of Food Security and Nutrition in the World (PDF, Englisch, 21,7 MB)

DOWNLOAD Kurzbericht The State of Food Security and Nutrition in the World (PDF, Englisch, 1,3 MB)


EVERY CHILD ALIVE: The urgent need to end newborn deaths

"Überleben für jedes Kind": UNICEF-Bericht zur weltweiten Sterblichkeit von Neugeborenen

Weltweit sterben nach wie vor alarmierend viele Babys aus meist vermeidbaren Gründen - vor allem in den ärmsten Ländern. Laut dem UNICEF Bericht EVERY CHILD ALIVE haben die besten Überlebens-Chancen Babys in Japan, Island oder Singapur, die schlechtesten Chancen Neugeborene in Pakistan, der Zentralafrikanischen Republik und Afghanistan.

In Pakistan überlebt statistisch eines von 22 Babys nicht den ersten Lebensmonat, in Japan ist es nur eines von 1.111 Babys. Österreich steht auf der Liste der Länder mit den besten Überlebens-Chancen auf dem elften Platz (statistisch stirbt eines von 455 Babys). Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von Neugeborenen in Entwicklungsländern ist 27 von 1.000 Lebendgeburten im Vergleich zu drei von 1.000 Geburten in Industrieländern. Babys in den gefährlichsten Geburtsorten haben ein 50 Mal so großes Sterberisiko wie Kinder in den sichersten Orten.

Der Report zeigt, dass acht von zehn Ländern mit der höchsten Neugeborenensterblichkeit in Subsahara-Afrika liegen, wo schwangere Frauen wegen Armut, Konflikt und schwachen Institutionen häufig schlechter gesundheitlich betreut werden. Wenn es allen Ländern gelingen würde, bis zum Jahr 2030 die Neugeborenensterblichkeit auf das durchschnittliche Niveau der Industrieländer zu senken, könnten 16 Millionen Leben gerettet werden.

Download: UNICEF Bericht EVERY CHILD ALIVE: The urgent need to end newborn deaths (PDF, Englisch, 911 KB)


Children and AIDS: Statistical Update 2017

Es ist bereits viel erreicht worden im Kampf gegen Aids: Die Zahl der Neuinfektionen geht weltweit langsam, aber stetig zurück. Wirksame Medikamente ermöglichen vielen Betroffenen ein Leben ohne grosse Einschränkungen. Und insbesondere die Übertragung des Virus von Müttern auf Neugeborene lässt sich heute zuverlässig verhindern, wenn rechtzeitig die notwendigen Massnahmen ergriffen werden.

Doch leider führen diese Erfolge auch dazu, dass die Anstrengungen bei der Prävention und Therapie nachlassen. Viel zu viele Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu Beratung und Medikamenten. Besonders besorgt ist UNICEF angesichts der hohen Verbreitung von HIV unter Kindern und Jugendlichen: Jede einzelne Stunde infizieren sich noch immer 18 Kinder unter 14 Jahren mit HIV. 120 000 Kinder starben im Jahr 2016 an Aids.

Download: Aktuelle Zahlen und Prognosen: UNICEF Children and Aids: Statistical Update December 2017 (PDF, Englisch, 1,6 MB)




Report über die weltweite Luftverschmutzung (2016)

Laut einem neuen UNICEF-Report lebt fast jedes siebte Kind auf der Welt – 300 Millionen – in Gebieten mit stark verunreinigter Luft. Die Luftverschmutzung in diesen Gebieten ist sechsmal höher als internationale Richtlinien erlauben.

Der Report „Clear the Air for Children“ bezieht sich auf Satellitenbilder, die erstmals festhalten, wie viele Kinder in welchen Gebieten einer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, welche die globalen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten.

Die Satellitenbilder bestätigen, dass in etwa zwei Milliarden Kinder in Gebieten wohnen, in denen die Verschmutzung der Außenluft die minimalen Richtlinien der WHO überschreitet. Dies bedeutet, dass nur ein geringer Prozentsatz an Kindern weltweit saubere Luft einatmet. Gründe dafür sind Faktoren wie Kraftfahrzeugemissionen, die starke Nutzung von fossilen Brennstoffen und die weltweite Abfallverbrennung. In Südasien leben die meisten Kinder in Gebieten mit verunreinigter Luft (620 Millionen), gefolgt von 520 Millionen in Afrika und 450 Millionen in der Ostasien/Pazifik-Region.

Die Studie untersucht auch das hohe Ausmaß an Luftverschmutzung in Innenräumen, die üblicherweise durch Brennstoffe wie Kohle und Holz zum Kochen und Heizen verursacht wird. Besonders betroffen davon sind Kinder aus einkommensschwachen und ländlichen Regionen.

Außen- und Innenluftverschmutzung sind direkt mit Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung verbunden, die beinahe zehn Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verursachen. Dadurch stellt Luftverschmutzung eine der Hauptgefahren für die Gesundheit von Kindern dar.

Kinder reagieren empfindlicher auf Luftverschmutzung als Erwachsene, weil sich die Lunge, das Gehirn und das Immunsystem noch im Wachstum befinden und die Atemwege durchdringlicher sind. Kinder atmen auch schneller als Erwachsene, wodurch sie in Relation auf ihr Körpergewicht mehr Luft einatmen. Die am meisten benachteiligten Kinder, die ohnehin schon häufiger unter Gesundheitsproblemen und mangelhafter Gesundheitsversorgung leiden, sind am stärksten von Krankheiten durch Luftverschmutzung ausgesetzt.

UNICEF fordert die führenden PolitikerInnen weltweit dazu auf, vier Maßnahmen zum Schutz der Kinder in ihren Ländern zu berücksichtigen:

  1. Reduzierung der Umweltverschmutzung, um die internationalen Richtlinien der WHO zur Luftqualität zu erzielen.
  2. Den Zugang zur Gesundheitsversorgung von Kindern erhöhen.
  3. Die direkte Umweltbelastung und Luftverschmutzung durch Fabriken auf Kinder verringern.
  4. Mehr Beobachtung und Datenerhebung zur Luftverschmutzung und deren Auswirkungen auf Kinder.

"Clear the Air for Children" zum Download>>




From The First Hour Of Life. Part II: Focus on Complementary Feeding

Die Daten dieses UNICEF-Berichts zeigen auf,dass fünf von sechs Kindern nicht genügend altersgerechte Nahrung bekommen. Dadurch fehlen ihnen Energie und Nährstoffe, die sie für die wichtigste Zeit in ihrer physischen und kognitiven Entwicklung brauchen. Außerdem beeinträchtigt dies ihr Wachstum und die Entwicklung ihres Gehirns. Die Daten von UNICEF zeigen auf, dass mangelhafte Ernährung – wie z.B. das zu späte Einsetzen von fester Nahrung, unregelmäßige Mahlzeiten und einseitige Ernährung – weit verbreitet sind. Dadurch werden den Kindern essentielle Nährstoffe vorenthalten, und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem ihre wachsenden Körper, Knochen und Gehirne sie am meisten brauchen.

Einige Resultate der Studie:

 

  • Kleinkinder warten zu lange auf ihre ersten Bissen. Jeder fünfte Säugling hat bis zum Alter von elf Monaten noch keine feste Nahrung zu sich genommen. 
  • Die Hälfte der Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren bekommen die minimale Anzahl an Mahlzeiten für ihr Alter nicht, wodurch sich das Risiko für Wachstumsschäden erhöht.
  • Eine abwechslungsreiche Ernährung bedeutet vier oder mehr Lebensmittelgruppen täglich zu sich zu nehmen – jedoch trifft das auf weniger als ein Drittel der Kinder in dieser Altersgruppe zu. Daraus resultieren Mängel an Vitaminen und Mineralstoffen. 
  • Circa 43% der Kinder im Vorschulalter leiden an Anämie – die meisten davon leben in Asien und Afrika.
  • Nur die Hälfte der Säuglinge im Alter von sechs bis elf Monaten erhalten Nahrung tierischer Herkunft, wie z.B. Milch, Eier, Fisch oder Fleisch. Diese sind jedoch wichtige Eisen- und Zinklieferanten. 
  • Die hohen Kosten von tierischen Lebensmitteln machen es für arme Familien schwierig, die Ernährung ihrer Kinder zu verbessern. In Subsahara-Afrika und in Südasien erhält unter den ärmsten Familien nur jeder sechste Säugling zwischen sechs und elf Monaten eine minimal abwechslungsreiche Ernährung – verglichen mit jedem dritten Säugling unter den reichsten Familien dieser Länder. 
  • Die Verbesserung der Nahrung für Kleinkinder könnte jährlich 100.000 Leben retten. 

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"From The First Hour Of Life. Part II: Focus on Complementary Feeding" (Download, PDF, Englisch, 2 MB)




From The First Hour Of Life. Part I: Focus on breastfeeding (2016)

Jährlich werden circa 77 Millionen Neugeborene – oder eines von zwei weltweit – in der ersten Stunde nach ihrer Geburt nicht gestillt. Dadurch werden ihnen essenzielle Nährstoffe, Abwehrstoffe und der Hautkontakt mit ihrer Mutter vorenthalten, die sie laut UNICEF vor Krankheiten und Tod beschützen. 

In den vergangenen Jahren wurden laut UNICEF wenige Fortschritte bei der Förderung des sofortigen Stillens von Neugeborenen erreicht. So sind zum Beispiel in Subsahara-Afrika - der Region mit der weltweit höchsten Kindersterblichkeit unter fünf Jahren - die Fälle von sofortigem Stillen nach der Geburt kaum angestiegen. 

Auch in Südasien, wo Mütter seit 2000 fast dreimal häufiger ihre Kinder nach der Geburt stillen – von 16 Prozent im Jahr 2000 zu 45 Prozent im Jahr 2015 – warten immer noch 21 Millionen Neugeborene zu lange, bis sie von ihrer Mutter gestillt werden. 

Je länger Säuglinge nicht gestillt werden, desto geringer sind ihre Überlebenschancen im ersten Monat nach der Geburt. In vielen Ländern, in denen keine künstliche Säuglingsnahrung vorhanden ist, sind Kinder sehr stark auf die Muttermilch ihrer Mutter angewiesen. Untersuchungen von UNICEF zeigen auf, dass viele Frauen oft nicht die notwendige Unterstützung für sofortiges Stillen erhalten, selbst wenn sie medizinisch versorgt werden. 

Weltweit werden nur 43 Prozent aller Säuglinge unter sechs Monaten ausschließlich gestillt. Säuglinge, die überhaupt nicht gestillt werden, sind einem 14-mal höherem Todesrisiko als jenen ausgesetzt, die ausschließlich gestillt werden. 

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"From The First Hour Of Life. Part I: Focus on Breastfeeding" (Download, PDF, Englisch, 2 MB)




A Promise Renewed: Progress Report 2015

Innerhalb nur einer Generation konnte die Rate der Reduktion der Kindersterblichkeit mehr als verdoppelt werden. Bei anhaltender Entwicklung könnten, in Übereinstimmung mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals), die Ende des Monats von der Weltspitze beschlossen werden, weitere 38 Millionen Menschenleben bis 2030 gerettet werden.

Zahlen des UNICEF-Berichts “A Promise Renewed: 2015 Progress Report” zeigen, dass seit 2000, als Regierungen die Umsetzung der Millennium-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals) beschlossen, das Leben von 48 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden konnte. Dieser bemerkenswerte Erfolg ist das Ergebnis anhaltender Maßnahmen von führenden PolitikerInnen – das Retten von Kinderleben zu einem Grundsatz und zu einer politischen Priorität zu machen, Daten zu Überlebenschancen von Kindern vermehrt zu nutzen und bewährte Maßnahmen zu erweitern.

Mehr Informationen gibt es hier>>




Ebola: getting to zero – for communities, for children, for the future. (2015)

Eine von fünf Ebola-Infektionen betrifft ein Kind

Neuer UNICEF-Report drängt auf Wiederherstellung von Basisdiensten

Ebola hat verheerende Folgen für Kinder, auf die etwa 20 Prozent aller Infektionen in Sierra Leone, Liberia und Guinea entfallen. Um sie und ihre Gemeinden zu schützen ist es laut einem neuen UNICEF-Report dringend notwendig, diese Krankheut zu besiegen und Basisdienste wiederherzustellen.

Der Report beleuchtet auch die dramatischen Auswirkungen von Ebola auf Kinder. Von den mehr als 24.000 Infizierten sind etwa 5.000 Kinder. 16.000 Kinder haben einen oder beide Elternteile bzw. ihre Betreuungsperson verloren. Und viele der 9 Millionen Kinder, die in den betroffenen Gebieten leben, sind traumatisiert. Sie haben für sie unbegreifliches Leiden und Sterben miterlebt.

UNICEF hat seit August 2014 über 6.600 Tonnen Hilfsgüter in die betroffenen Regionen gebracht. Gemeinsam mit seinen Partnern versorgte UNICEF unter anderem 4 Millionen Kinder mit Hygienesets, richtet 63 Pflegezentren und 610 Ernährungszentren ein, lieferte 500.000 Schutzanzüge und betreute 52.000 traumatisierte Kinder.

Ebola: Getting to Zero als Download (Englisch, ca. 10mb, pdf)




UNICEF: Eine Million Neugeborene sterben am ersten Tag ihres Lebens (2014)

Fortschritte bei der Gesundheitsversorgung zu langsam

Die Überlebenschancen von Kindern haben sich laut UNICEF weltweit seit 1990 deutlich verbessert. Die Zahl der Kinder, die vor ihrem fünften Geburtstag sterben konnte halbiert werden – von 12,7 Millionen Anfang der 90er Jahre auf heute 6,3 Millionen. Trotzdem ist die stille Tragödie der Kinder noch nicht gestoppt. Der neue Report „A Promise Renewed“ zu Kindersterblichkeit zeigt, dass die Gefahren für Neugeborene weiter dramatisch sind. Schätzungsweise 2,8 Millionen Babys sterben in den ersten vier Wochen nach ihrer Geburt, eine Million am ersten Tag ihres Lebens.

Viele dieser Todesfälle könnten durch einfache und kostengünstige Maßnahmen vor, während oder nach der Geburt verhindert werden. Doch, so der Report, versagen in dieser kritischen Lebensphase in vielen Ländern die Gesundheitssysteme – insbesondere für die ärmsten Menschen. Fortschritte beim Zugang und bei der Qualität von Einrichtungen für Mütter und Neugeborene sind zwischen den Staaten und auch innerhalb der Länder ungleich verteilt.

Der Report “A Promise Renewed” zum Download.

Download "A Promissed Renewed" (pdf, deut.)