Zur Lage der Kinder weltweit


Zur Lage der Kinder weltweit 2016

Einige Fortschritte bei der Verbesserung der Lage von Kindern seit 1990:

  • Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, wurde halbiert. 
  • In 129 Ländern gehen gleich viele Mädchen wie Buben in die Schule.
  • Die Kindersterblichkeit hat sich mehr als halbiert.
  • Durch Impfprogramme konnten Maserninfektionen um 79% gesenkt werden, was zwischen 2000 und 2014 17 Millionen Kindern das Leben rettete. 
  • Regierungen und Gemeinschaften haben weltweit zu Recht diese Fortschritte gefeiert. Dennoch leben – und sterben – immer noch Millionen Kinder unter furchtbaren Bedingungen. 
  • Die ärmsten Kinder der Welt haben noch immer ein doppelt so hohes Risiko an chronischer Unterernährung zu leiden und noch vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben als jene in reichen Ländern. In weiten Teilen Südasiens und Subsahara-Afrikas tragen Kinder von Müttern ohne Schulbildung ein dreimal so hohes Risiko ihren fünften Geburtstag nicht zu erleben, als Kinder von Müttern mit Schulbildung. Des Weiteren werden Mädchen aus armen Familien doppelt so häufig als Kinder verheiratet als jene aus reicheren Ländern. 
  • Am schlimmsten ist die Lage in Subsahara-Afrika: 247 Millionen Kinder– also zwei von drei – leben in Armut und beinahe 60 Prozent der 20 bis 24-Jährigen des ärmsten Fünftels der Bevölkerung verfügen über weniger als vier Jahre Schulbildung. Falls sich die Situation nicht verbessert, werden bis 2030 in diesen Ländern mehr als die Hälfte der 60 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht in die Schule gehen und neun von zehn Kindern unter extremer Armut leiden, was zur Folge hat, dass 156 Millionen Kinder von weniger als 1.9 USD pro Tag leben müssen.

Wenn die aktuellen Trends bestehen bleiben, werden bis 2030 weltweit:

  • 69 Millionen Kinder noch vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen sterben.
  • 167 Millionen Kinder in extremer Armut leben. 
  • 60 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht in die Schule gehen.

Bildung zur Armutsbekämpfung 

Obwohl Bildung das effektivste Mittel gegen Armut und Benachteiligung ist, hat sich die Zahl der schulabgängigen Kinder seit 2011 erhöht. Rund 124 Millionen Kinder gehen heute nicht in die Schule und fast zwei von fünf Kindern (38%), die die Volksschule abschließen, haben weder gelernt zu lesen, noch zu schreiben oder einfache Rechenaufgaben zu lösen. Daher braucht es dringend Investitionen für die am stärksten benachteiligten Kinder.

The State of the World's Children 2016 (PDF, Englisch, 5,1 MB)

Zur Lage der Kinder 2016 Zusammenfassung des Berichts (PDF, Deutsch, 405 KB)

 


Zur Lage der Kinder weltweit 2015
Eine Frau in Bangladesch spielt mit einem kleinen Kind.
© UNICEF/NYHQ2013-0369/Noorani
Eine Frau in Bangladesch spielt mit einem kleinen Kind.

Unter dem Motto: „Die Zukunft neu erfinden – Innovationen für jedes Kind“ wurden Forscher, Erfinder, Aktivisten und Querdenker aller Altersgruppen auf der ganzen Welt eingeladen, ihre Ideen und Projekte für den „Bericht zur Situation der Kinder in der Welt“ vorzustellen.

Anspruch und Wirklichkeit der Kinderrechte

UNICEF fordert, dass der Anspruch der verbrieften Kinderrechte endlich für jedes Kind Wirklichkeit werden muss. Das politische Bekenntnis zu den Kinderrechten seit 1989 hat zwar weltweit Investitionen in die soziale und medizinische Grundversorgung, den Schutz und die Beteiligung von Kindern ausgelöst – doch längst nicht jedes Kind profitiert davon. Soziale und medizinische Fortschritte kommen oft nicht bei den ärmsten Kindern, z.B. in Slums oder in ländlichen Regionen, an. Sie profitieren auch kaum vom Wirtschaftswachstum in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern:

Ein Baby, das 2014 geboren wurde, hat weltweit deutlich bessere Chancen zu überleben als vor 25 Jahren. Durch einfache und kostengünstige Maßnahmen wie Impfkampagnen oder bessere Hygiene konnte das Leben von 90 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden. Doch bis heute erleben pro Jahr rund 6,3 Millionen Mädchen und Buben nicht einmal ihren fünften Geburtstag – nur weil es an Medikamenten, sauberem Trinkwasser oder Gesundheitshelfern fehlt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Schule besuchen kann, ist heute deutlich höher. So stiegen weltweit die Einschulungsraten, mehr Kinder als je zuvor schließen die Grundschule ab. Aber 57 Millionen Mädchen und Buben im Schulalter haben noch immer keinen Platz im Klassenzimmer.

Weltweit gibt es Verbesserungen beim Schutz der Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung und Gewalt. Die Zahl der arbeitenden Kinder und Jugendlichen ging um fast ein Drittel zurück. Trotzdem müssen immer noch 168 Millionen Mädchen und Buben unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Und nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jede Gewalt gegen Kinder verboten ist.

Bedroht sind die Rechte von Kindern besonders in Krisengebieten und in fragilen Staaten, in denen staatliche Strukturen nicht funktionieren. In Syrien, Irak, Südsudan oder in Krisenregionen wie im Norden von Nigeria sind Kinder Zielscheibe von Terror und Gewalt. Acht der zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind so genannte fragile Staaten – beispielsweise Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Mali.

Auch in den wohlhabenden Industrieländern gibt es Herausforderungen. Hier wachsen 76,5 Millionen Kinder in relativer Armut auf – 2,6 Millionen mehr als noch 2008. Die Finanzkrise hat die Kinder härter getroffen als die ältere Generation: In fast allen europäischen Ländern ist die Armutsrate bei Kindern schneller angestiegen – oder langsamer zurückgegangen – als bei älteren Menschen.

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes macht klar: Es ist keine Frage von Mitleid oder karitativer Einstellung mehr, allen Kindern angemessene Lebensbedingungen zu garantieren. Es ist eine völkerrechtliche Verpflichtung.

Digitaler UNICEF-Report „The State of the World’s Children Report 2015“ (auf Englisch)

UNICEF-Report „25 years CRC – Is the World a better place for children?” (auf Englisch): 

Informationen zu UNICEF Innovation-Labs und –Projekten (auf Englisch):
 


Zur Lage der Kinder weltweit 2014

In den 25 Jahren seit dem Inkrafttreten der Kinderrechtskonvention konnten große Erfolge erzielt werden. Um aber jene Kinder zu erreichen, bei denen dies bis jetzt noch nicht gelungen ist, muss der Fokus auf Ungleichheiten gelegt werden, so der neueste UNICEF Report.

Der UNICEF Bericht „State oft the World’s Children 2014 in Numbers“  betont die Wichtigkeit der Datenerhebung in den Bemühungen Fortschritte für Kinder zu erreichen. Nur auf diese Weise können die Ungleichheiten im Zugang zu Sozialleistungen und Schutz sichtbar gemacht werden, unter denen viele Kinder zu leiden haben.

30 Jahre sind vergangen, seit das erste Mal standardisierte globale und nationale Statistiken in einem Bericht namens „The State oft he World’s Children“ publiziert wurden, um ein detailliertes Bild der Lebensumstände von Kindern zu zeichnen. Mit der Veröffentlichung einer Ausgabe, deren Fokus auf Statistiken liegt, will UNICEF Entscheidungsträger und die breite Öffentlichkeit dazu einladen, die erhobenen Daten auf www.data.unicef.org dazu zu nutzen, positive Veränderungen für Kinder in Gang zu setzen.

Zum Report "The State of the World's Children 2014 (Englisch, ca. 8,7 MB)"


Zur Lage der Kinder weltweit 2013
Kinder mit und ohne Behinderung haben Spaß bei einem Schulfest in Bangladesh.
© UNICEF/BANA2007-00655/Siddique
Kinder mit und ohne Behinderung haben Spaß bei einem Schulfest in Bangladesh.

Kinder mit Behinderungen stärken

„State of the World’s Children 2013: Children with Disabilities” beleuchtet die Lage von Kindern mit Behinderungen in weltweit unterschiedlichen Umgebungen: wie ergeht es ihnen in ihrem Zuhause, in ihren Schulen, in Gesundheitszentren? Was passiert mit Kindern mit Behinderungen in Katastrophen oder bewaffneten Konflikten?

UNICEF will mit dieser Publikation einen starken Beitrag zur weltweiten, notwendigen und immer dringlicher werdenden Debatte über die Rechte von Menschen mit Behinderungen leisten, vor allem bezüglich der Rechte von Kindern mit Behinderungen.

Mit dem Bericht „State of the World’s Children 2013” tritt UNICEF für gesamtheitliche und faire Ansätze in den Bereichen Kindesentwicklung, Bildung, Gesundheit, humanitäre Nothilfe und Schutz ein. Der Bericht beinhaltet dazu einen Aktionsplan und spricht auch Empfehlungen aus, wie Regierungen, der private Sektor, Organisationen und andere Interessensgruppen diesen Aktionsplan umsetzen können.
Hier erfahren Sie mehr über die UNICEF-Publikation "SOWC 2013: Children with Disabilities"

SOWC 2013: Children with Disabilities (PDF, Engl., 4,1MB)

SOWC 2013 - Zusammenfassung (PDF, Dt., 58KB)


Zur Lage der Kinder weltweit 2012
Indische Mädchen mit einem Kontobuch
© UNICEF/INDA2011-00047/Crouch
Indische Mädchen mit einem Kontobuch

Jedes Jahr sterben 1,4 Millionen Jugendliche - Unfälle und Gewalt sind die häufigsten Todesursachen

Laut UNICEF leben auf der Welt heute rund 1,2 Milliarden Jugendliche – mehr als jemals zuvor. Viele von ihnen profitieren von Verbesserungen bei der Bildung, im Gesundheitsbereich und beim Zugang zu neuen Informationstechnologien. Aber in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist laut dem neuen UNICEF-Report „Progress for Children“ ein Großteil der Heranwachsenden im Alter zwischen zehn und 19 Jahren immer noch von wichtigen sozialen Fortschritten und Rechten abgeschnitten: 

So können in den ärmsten Ländern der Erde rund ein Viertel der jungen Frauen und ein Drittel der jungen Männer nicht lesen und schreiben; die meisten von ihnen leben im südlichen Afrika und Südasien. Schätzungsweise 75 Millionen Heranwachsende weltweit sind arbeitslos – ihre Zahl wächst.
Im globalen Durchschnitt gehen nur rund 60 Prozent der Buben und Mädchen nach dem Ende der Grundschulzeit weiter zur Schule – in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind es sogar weniger als 30 Prozent. 

Jedes Jahr sterben schätzungsweise 1,4 Millionen Jugendliche bei Verkehrsunfällen, Geburtskomplikationen aufgrund früher Schwangerschaften, Selbsttötungen, AIDS und Gewalt.

Entscheidende Phase des Übergangs

Nahezu jeder fünfte Erdenbürger ist heute ein Jugendlicher. Rund 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Ihre Zahl wird bis 2050 weiter steigen – auch wenn aufgrund sinkender Geburtenraten der Anteil der Jugendlichen an der Weltbevölkerung (außer im südlichen Afrika) insgesamt langsam sinkt.
Armut, ein niedriger sozialer Status und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder Behinderung sind die größten Hindernisse auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Der UNICEF-Bericht hebt zentrale Probleme hervor:

Frühe Heirat:

Nahezu jedes vierte Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren in den Entwicklungsländern ist bereits verheiratet. Vielfach haben die Mädchen kaum Einfluss auf diese Entscheidung. Sie müssen die Schule abbrechen und werden von ihren Familien getrennt. Bei Befragungen in der Demokratischen Republik Kongo gaben 70 Prozent der Frauen, die als Teenager geheiratet hatten, an, dass sie von ihren Partnern Gewalt erfahren hatten. 

Fehlende weiterführende Bildung:

Vor allem in Afrika und Asien kann ein großer Teil der Jugendlichen nach dem Besuch der Grundschule nicht weiter zur Schule gehen. Wenn überhaupt haben Buben bessere Chancen auf weiterführende Bildung. Schätzungsweise  71 Millionen Heranwachsende im frühen Jugendalter gehen gar nicht zur Schule – obwohl in ihren Ländern vielfach für dieses Alter noch die Schulpflicht existiert. Aber auch wenn sie die Sekundarbildung abgeschlossen haben, findet ein großer Teil der Heranwachsenden keine Arbeitsstelle.

Gesundheitliche Risiken:

Verletzungen aufgrund von Verkehrsunfällen, durch Stürze, Verbrennungen und Vergiftungen sowie Gewalt sind die häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen. Auch Selbstmorde bei Jugendlichen sind eine häufige Todesursache – in Russland, Weißrussland und Kasachstan sind Selbstmorde bei Heranwachsenden ein besonders großes Problem. 

Sexualität und AIDS:

Mehr als jedes zehnte Neugeborene wird von einer Jugendlichen zur Welt gebracht. Teenagerschwangerschaften sind am stärksten in Lateinamerika und im südlichen Afrika verbreitet. Jedes Jahr sterben schätzungsweise 50.000 Teenager an den Folgen zu früher Schwangerschaften und Geburtskomplikationen. Schätzungsweise 2,2 Millionen Jugendliche sind HIV-infiziert; die meisten wissen nichts über ihren Status. Trotz verbesserter Aufklärung hat ein Großteil der Jugendlichen in den Entwicklungsländern kein umfassendes Wissen über AIDS und wie sie sich davor schützen können.

Gewalt:

Jugendliche sind vielfältigen Formen körperlicher Gewalt ausgesetzt, wie zum Beispiel sexuellem Missbrauch, Gewalt in der Familie, im Freundeskreis und durch Gangs, sowie Rekrutierungen in Armeen oder bewaffnete Gruppen. Erschreckend ist die Mordrate an Jugendlichen in Lateinamerika. In einigen Ländern sterben mehr junge Männer durch Morde als durch Verkehrsunfälle oder Selbsttötungen.


RC 13: Ungleichheiten beim Wohlbefinden von Kindern in Industrieländern

Ein neuer UNICEF-Bericht zeigt die Ungleichheit beim Kindeswohl in reichen Industrieländern. Die Studie des UNICEF- Forschungszentrums Innocenti erstellte eine Rangliste aus 41 Industrieländern, die aufzeigt, wie weit dort die am stärksten benachteiligten Kinder am unteren Ende der Gesellschaft hinter ihren Altersgenossen in der Mitte zurückbleiben. Im Mittelpunkt stehen die Ungleichheiten beim Einkommen, beim Schulerfolg, bei selbst berichteten Gesundheitsproblemen und bei der persönlichen Lebenszufriedenheit.

Demnach steht Dänemark an der Spitze der Tabelle mit der geringsten Ungleichheit zwischen Kindern. Israel steht am Ende; Österreich nimmt mit Platz 5 eine Positionierung im oberen Bereich ein.

In 19 der 41 Ländern, für die vergleichbare Daten vorliegen, leben mehr als zehn Prozent der Kinder in einem  Haushalt, dem weniger als die Hälfte des Durchschnitteinkommens zur Verfügung steht. 

Während zwischen 2002 und 2013 in den meisten Ländern die Unterschiede bei selbst berichteten Gesundheitsproblemen anstiegen, kam es in den meisten Ländern zu einer Verringerung der Ungleichheiten bei der Häufigkeit sportlicher Aktivitäten und ungesunder Ernährung. Bei der Lesefähigkeit sank die Ungleichheit in den meisten Ländern.

Ungleichheiten müssen zurückgehen

Die UNICEF-Studie ruft die Regierungen dazu auf, das Wohlbefinden zu stärken und allen Kindern faire Chancen zu eröffnen. Dazu gilt es, 

  • die Einkommen der Haushalte mit den ärmsten Kindern zu schützen;
  • die Bildungschancen für benachteiligte Kinder zu verbessern;
  • eine gesunde Lebensweise für alle Kinder zu fördern;
  • das subjektive Wohlbefinden von Kindern ernst zu nehmen;
  • Kindergerechtigkeit als einen politischen Schwerpunkt zu setzen.

„Das Wohlergehen von Kindern ist in keinem Land das zwangsläufige Ergebnis individueller Umstände oder der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern wird durch politische Entscheidungen bestimmt“, sagt Sarah Cook, Leiterin des UNICEF-Forschungszentrums Innocenti. „Aus unserem Verständnis der langfristigen Folgen wachsender Ungleichheit wird immer deutlicher, dass die Regierungen der Förderung des Wohlbefindens aller Kinder heute Priorität einräumen müssen, damit sie die Chance erhalten, ihre Fähigkeiten zu entfalten.“

Weitere Ergebnisse

Zwei der reichsten Länder der Erde, Japan und die USA, liegen im unteren Drittel der Staaten mit einer hohen Einkommensungleichheit. In beiden Ländern liegt das Haushaltseinkommen der untersten zehn Prozent der Kinder ungefähr bei 40 Prozent dessen, was ein Kind aus der Mitte der Gesellschaft zur Verfügung hat.

Nur Spanien und die USA haben sich seit 2002  in allen vier Indikatoren im Bereich Gesundheit verbessert.

Nur vier Länder - Estland, Irland, Litauen und Polen – schafften es, die Kluft beim Schulerfolg zu verringern und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass weniger Kinder unter dem minimalen Leistungsstandard bleiben.

In sieben von zehn Ländern, in denen Daten zum Geburtsland erhoben wurden, zeigten Migrantenkinder eine geringere Lebenszufriedenheit.

Ergebnisse für Österreich

Vier Tabellen dokumentieren die Platzierung Österreichs unter den untersuchten Industrieländern mit Blick auf die Kluft zwischen den „untersten zehn Prozent” und dem Durchschnitt (Median). 

  • Einkommenskluft –Platz 11 von 41 EU/OECD-Ländern
  • Bildungskluft – Platz 21 von 37 EU/OECD-Ländern
  • Kluft bei der Gesundheit (Selbsteinschätzung) – Platz 1 von 35 EU/OECD-Ländern 
  • Kluft bei der Lebenszufriedenheit – Platz 9 von 35 EU/OECD-Ländern   

Österreich liegt bei der Gesamtplatzierung in den Dimensionen Einkommen, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit auf Platz 5 und ist somit einer der Spitzenreiter bezüglich Kindergerechtigkeit. Knapp vor Österreich rangieren Dänemark, Finnland, Norwegen und die Schweiz. 

Weitere aussagekräftige Ergebnisse des UNICEF-Berichts:

Die Report Card 12 als Download (PDF, Engl., 1,85MB)
© UNICEF
Die Report Card 12
  • In 23 der 41 Länder stieg die Kinderarmut seit 2008. In Irland, Kroatien, Lettland, Griechenland und Island stieg die Rate um mehr als 50 Prozent.
  • 2012 fiel der Median der Haushaltseinkommen von Familien in Griechenland auf den Stand von 1998 -  dies entspricht einem Verlust von 14 Jahren Einkommensanstieg. Irland, Luxemburg und Spanien verloren ein Jahrzehnt, Island verlor 9 Jahre und Italien, Ungarn und Portugal verloren 8.
  • Die Rezession traf die 15-24jährigen besonders hart. Die NEET-Rate (not in education, employment or training) stieg in vielen Ländern dramatisch an. 2013 fielen in der EU 7,5 Millionen junge Menschen  in die Kategorie NEET .
  • In 18 Ländern sank die Kinderarmut – zum Teil beträchtlich. Australien, Chile, Finnland, Norwegen, Polen und die Slowakei konnten die Rate um rund 30 Prozent reduzieren.

„Bedeutend ist, dass die sozialpolitischen Reaktionen von Staaten mit ähnlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich variierten mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Kinder, wie der Bericht zeigt“, sagt O’Malley.

Der komplette Report zur Lage der Kinder weltweit 2012 als Download (Englisch, 3,1 MB)


Report Card 12: Kinder der Rezession (RC 12: Children of the Recession)
Der 17jährige Marko in einem armen Vorort von Turin.
© UNICEF/NYHQ2014-1951/Pirozzi
Der 17jährige Marko in einem armen Vorort von Turin.

2,6 Millionen Kinder in reichen Ländern während Wirtschaftskrise in Armut gestürzt

Starkes Sozialschutzsystem entscheidend für Armutsvermeidung

Rom/Genf/New York, 28. Oktober 2014 – Ein neuer Bericht von UNICEF zeigt, dass in den reichsten Ländern der Welt seit 2008 2,6 Millionen Kinder unter die Armutsgrenze gefallen sind. Die Gesamtzahl der Kinder, die in der entwickelten Welt in Armut leben, beträgt nun geschätzte 76,5 Millionen.

Die „Innocenti Report Card 12, Children of the Recession: The impact of the economic crisis on child well-being in rich countries” reiht 41 Länder der OECD und der EU gemäß der Entwicklung der Kinderarmut seit 2008. Sie gibt auch Auskunft über den Anteil der 15-24jährigen, die weder eine Schule oder eine Berufsausbildung absolvierten, noch einen Arbeitsplatz hatten und beinhaltet Daten des „Gallup World Poll“ darüber, wie die Menschen ihre eigene wirtschaftliche Situation wahrnehmen und über ihre Zukunftshoffnungen seit Beginn der Krise.

„Viele wohlhabende Staaten haben einen großen Rückschritt erlitten, was ihre Budgeteinnahmen betrifft, und die Auswirkungen auf Kinder werden lang anhaltende Folgen für sie und ihre Gesellschaften haben“, sagt Jeffrey O’Malley, UNICEF-Verantwortlicher für „Global Policy and Strategy“.

„Die UNICEF-Forschung zeigt, dass starke Sozialschutzsysteme ein entscheidender Faktor für die Vermeidung von Armut waren. Alle Länder brauchen starke soziale Sicherheitsnetze zum Schutz der Kinder in schlechten Zeiten und in guten – und die wohlhabenden Länder sollten mit gutem Beispiel vorangehen, sich explizit der Beseitigung von Kinderarmut verpflichten, Strategien entwickeln um Wirtschaftsabschwünge zu kompensieren und das Wohlergehen der Kinder zu ihrer obersten Priorität erklären“, so O’Malley.


Jugendliche weltweit

Als Konsequenz aus der umfassenden Datensammlung zur Lage der Jugendlichen fordert UNICEF verstärkte Investitionen in die Förderung und den Schutz von Jugendlichen. Die richtige Unterstützung in diesem entscheidenden Alter kann den Teufelskreis der Armut durchbrechen.

  • Dazu ist es notwendig, die Bildungs-, Ausbildungs- und Jobchancen für Heranwachsende gezielt zu verbessern. 
  • Mädchen müssen Fähigkeiten entwickeln können, die es ihnen ermöglichen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
  • Traditionen wie Teenagerehen, Beschneidungen und die Tabuisierung von AIDS müssen überwunden werden.
  • Jugendliche müssen beteiligt und ermutigt werden, selbst an der Lösung ihrer Probleme und an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken.

Zum Download der kompletten Report Card 12




Zur Lage der Kinder in Industriestaaten
© UNICEF/NYHQ2011-1132/Holt
Die dreijährige Alisia lebt bei einer Pflegefamilie in Rumänien.
Ihre Eltern können es sich nicht leisten, selbst für sie zu sorgen.

Fortschritte bezüglich Wohlergehen in Gefahr?

Heute veröffentlichte das UNICEF Forschungszentrum die UNICEF-Report Card 11 über das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Industriestaaten. Die Niederlande sowie Finnland, Island, Norwegen und Schweden nehmen in der Gesamtbewertung die obersten Plätze ein. Griechenland, Italien, Portugal und Spanien hingegen sind in der unteren Hälfte der Tabelle zu finden. Österreich belegt in diesem Ranking Platz 18.

Der UNICEF-Bericht stellt die Erfolge von 29 Industriestaaten bezüglich des Wohlergehens von Kindern im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts dar. Der Report zeigt, dass Kinderarmut nicht unvermeidbar sondern durch politische Maßnahmen beeinflussbar ist. Der Report ergibt auch, dass manche Länder beim Schutz von gefährdeten Kindern besser abschneiden als andere.

„Ob in Zeiten finanzieller Krisen oder in besseren Zeiten – UNICEF drängt Regierungen und Sozialpartner immer dazu, Kinder und Jugendliche ins Zentrum ihrer Entscheidungsprozesse zu stellen“, sagt Gordon Alexander, Direktor des UNICEF-Forschungszentrums in Florenz. „Bei jeder neuen politischen Maßnahme, die in Betracht gezogen oder eingeführt wird, müssen Regierungen die Auswirkungen auf Kinder, auf Familien mit Kindern und auf Jugendliche untersuchen. Denn diese Gruppen haben keine Stimme in politischen Prozessen oder aber ihre Stimmen werden zu wenig gehört.“

Die „UNICEF-Report Card 11: Child well-being in rich countries“ nimmt anhand von fünf Dimensionen – materielles Wohlergehen, Gesundheit und Sicherheit, Bildung, Lebensweise und Risiken, Wohnen und Umwelt – eine Bewertung vor.

Die Ergebnisse

Zwischen dem pro Kopf Bruttoinlandsprodukt und dem Wohlbefinden der Kinder findet der Bericht keinen engen Zusammenhang. So besetzt z.B. Slowenien in der Gesamtwertung einen höheren Platz als Kanada, die Tschechische Republik einen höheren Platz als Österreich und Portugal einen höheren Platz als die USA. Weiters ergibt der Bericht, dass die Länder Zentral- und Osteuropas die Kluft zu etablierten Industrienationen mittlerweile verringern bzw. schließen.

Trotz einiger Rückschläge hinsichtlich bestimmter Indikatoren in manchen Ländern sind die 2000er im Allgemeinen eine Zeit kontinuierlicher Verbesserungen des Wohlergehens von Kindern in Industriestaaten. In jedem Land, für das Daten verfügbar waren, kam es zu einer Senkung der Säuglingssterblichkeit und zu einer Verbesserung des Familienwohlstandes.

Doch aus Mangel an aktuellen, international vergleichbaren Daten bezüglich des Lebens von Kindern (der Großteil des Datenmaterials im Report ist von 2010) zeigt die Report Card 11 die Ergebnisse von Entscheidungen der jeweiligen Regierungen in der Periode vor der Krise. Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten seit damals bedeuten daher nichts Gutes für die Gegenwart und nähere Zukunft.

Trotzdem gehen diese Daten langfristigen Trends nach und untersuchen die Resultate von langfristigen Investitionen. Das Niveau schulischer Leistungen, Impfraten oder das Vorkommen von Risikoverhalten werden sich wahrscheinlich kurzfristig nicht wegen der Rezession der letzten drei Jahre drastisch ändern.

Die Report Card 11 zum Download>>


Kirgisische Kinder in ihrem zerstörten Zuhause
© UNICEF/NYHQ2010-1241/Volpe
Kirgisische Kinder in ihrem zerstörten Zuhause

Lebensbedingungen der Kinder in den Städten

Jedes Jahr wächst die weltweite Stadtbevölkerung um über 60 Millionen Menschen. Dieses Wachstum speist sich längst nicht mehr allein aus der Landflucht. Vielmehr stellen Kinder, die bereits in den Städten geboren werden, mit 60 Prozent den größten Anteil. Immer mehr Kinder wachsen von klein auf in dicht bevölkerten Verhältnissen ohne eine ausreichende Grundversorgung auf.

Die Stadtbevölkerung wächst vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Es gibt weltweit über 20 so genannte „Megacities“ mit über zehn Millionen Einwohnern. Am stärksten wachsen jedoch die kleineren und mittleren Städte und Metropolen. Alleine in China wohnen schätzungsweise 630 Millionen Menschen in der Stadt. 

Nach allgemeinen Statistiken bieten Städte im Allgemeinen mehr und bessere Lernmöglichkeiten, mehr Krankenhäuser, leichteren Zugang zu Trinkwasser oder sozialen Einrichtungen. Doch diese Grunddienste sind für sehr viele arme Familien unerreichbar. 

Jeder dritte Stadtbewohner weltweit lebt in einem überbevölkerten Slum. Dort gibt es meist keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen, Elektrizität oder Gesundheitsversorgung. 

Die unhygienischen Verhältnisse führen zur Ausbreitung von Krankheiten – besonders bei Kindern. Es kommt häufiger zu Masernepidemien, Tuberkulose und anderen Krankheiten, die durch eine Impfung verhindert werden könnten. In armen Slums ist die Kindersterblichkeit höher als in manchen ländlichen Gebieten. 


Fortschritt für Kinder 2015

UNICEF-Report zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele für Kinder / Zusammenfassung zentraler Ergebnisse

Die Chancen eines Neugeborenen, zu überleben und sich gut zu entwickeln, sind heute weltweit höher als im Jahr 2000. Doch bis heute sind Millionen Kinder in den ärmsten Familien von elementaren sozialen Fortschritten ausgeschlossen.

Zur Jahrtausendwende verabschiedeten die Vereinten Nationen die so genannten Millenniums-Entwicklungsziele. Mit diesem ehrgeizigen Entwicklungsprogramm verpflichteten sich die Regierungen, bis zum Jahr 2015 messbare Verbesserungen im Kampf gegen Armut und Unterentwicklung zu erreichen.

Bevor die Regierungen im September Rechenschaft vor den Vereinten Nationen ablegen, hat UNICEF die Umsetzung der Millenniumsziele mit Blick auf Kinder überprüft.