92 Millionen Kinder leiden an Ernährungsunsicherheiten

Brüssel/Rom/New York/Wien - Jährlicher globaler Bericht über die aktuelle Nahrungssicherheit und Ernährung enthüllt Ausmaße – COVID-19 birgt neue Risiken für gefährdete Länder

Akot (17 Monate) isst Brot zum Frühstück in Aweil. Südsudan, April 2020

Akot (17 Monate) isst Brot zum Frühstück in Aweil. Südsudan, April 2020 © UNICEF

Ein internationales Bündnis aus UN-, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Bekämpfung der Ursachen von extremem Hunger einsetzen, hat heute eine neue Ausgabe seines jährlichen globalen Berichts über Ernährungskrisen veröffentlicht.

Die wichtigsten Ergebnisse des globalen Berichts
Aus dem Bericht von Global Network Against Food Crises geht hervor, dass Ende 2019 135 Millionen Menschen in 55 Ländern und Gebieten unter akuter Ernährungsunsicherheit* litten.

Darüber hinaus waren im Jahr 2019 in den 55 vom Bericht abgedeckten Ländern mit Nahrungsmittelkrisen 75 Millionen Kinder „stunted“ und 17 Millionen litten unter Ernährungsunsicherheit.

Dies ist das höchste vom Netzwerk dokumentierte Ausmaß an akuter Ernährungsunsicherheit* und Unterernährung seit der ersten Ausgabe des Berichts im Jahr 2017.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2019 183 Millionen Menschen als belastet eingestuft, sprich an der Schwelle zu akutem Hunger und mit dem Risiko, in eine Krise oder Schlimmeres abzugleiten, wenn sie mit einem Schock oder Stressfaktor wie der COVID-19-Pandemie konfrontiert werden.

Mehr als die Hälfte (73 Millionen) der 135 Millionen Menschen, auf die sich der Bericht bezieht, leben in Afrika. 43 Millionen leben im Nahen Osten und in Asien und 18,5 Millionen leben in Lateinamerika und in der Karibik.

Die Hauptursachen für die im Bericht analysierten Trends waren: Konflikte (der Schlüsselfaktor, der 77 Millionen Menschen in akute Ernährungsunsicherheit trieb), Wetterextreme (34 Millionen Menschen) und wirtschaftliche Turbulenzen (24 Millionen).

Für Redaktionen

*Akute Ernährungsunsicherheit liegt vor, wenn die Unfähigkeit einer Person, angemessene Nahrung zu sich zu nehmen, ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage in unmittelbare Gefahr bringt. Sie stützt sich auf international anerkannte Maße für extremen Hunger, wie z.B. die Integrated Food Security Phase Classification (IPC) und den Cadre Harmonisé. Dieser ist schwerwiegender als der chronische Hunger bzw. nicht dasselbe wie chronischer Hunger, über den jedes Jahr im Jahresbericht der UNO über den Stand der Ernährungssicherheit und Ernährung in der Welt berichtet wird. Chronischer Hunger liegt vor, wenn eine Person nicht in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum genügend Nahrung zu sich zu nehmen, um einen normalen, aktiven Lebensstil aufrechtzuerhalten.

Der Bericht des Globalen Netzwerks gegen Ernährungskrisen, zusammen mit den wichtigsten Ergebnissen, Erklärungen von Partnern und Multimedia-Assets stehen zur Verfügung unter:
Die Website des Globalen Netzwerks
Die Plattform des Informationsnetzes für Ernährungssicherheit (FSIN)