Angriffe auf Kinder in Mali deutlich gestiegen

Bamako/Dakar/New York/Wien - UNICEF warnt vor dem Anstieg gravierender Angriffe auf Kinder im westafrikanischen Mali. Die Zahl der schweren Verstöße gegen Kinder im Jahr 2019 ist stark gestiegen. Vor allem Tötungen und Verstümmelungen haben erschreckend zugenommen, warnen UNICEF und Partner heute.

Aminata wurde auf der Flucht bei einem Angriff auf ihr Dorf Ogossagou angeschossen (März 2019)

Aminata wurde auf der Flucht bei einem Angriff auf ihr Dorf Ogossagou angeschossen (März 2019)

Vorläufige Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass in der ersten Jahreshälfte 2019 mehr als 150 Kinder getötet und 75 bei Gewalttaten verletzt wurden. Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern in bewaffneten Gruppen haben sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2018 verdoppelt. Mehr als 900 Schulen bleiben aufgrund der Lage geschlossen.

Die aktuelle Krise in Mali hat das Leben von Millionen von Kindern zerstört. „Da sich die Gewalt in Mali weiter ausbreitet, sind Kinder immer mehr von Tod, Verstümmelung und Rekrutierung in bewaffnete Gruppen bedroht", sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Wir dürfen Kinderleid nicht als das neue Normale akzeptieren. Alle Parteien müssen die Angriffe auf Kinder einstellen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um Kinder im Einklang mit den internationalen Menschenrechten und dem humanitären Recht zu schützen. Kinder sollten zur Schule gehen und mit ihren Freunden spielen, und sich keine Sorgen um Angriffe machen müssen oder zum Kämpfen gezwungen werden."

Die Zunahme schwerer Verletzungen hat zu einem dramatischen Anstieg des Schutzbedarfs im Norden und im Zentrum von Mali geführt. In der Region Mopti haben die zunehmende interkommunale Gewalt und die Präsenz bewaffneter Gruppen zu wiederholten Angriffen geführt. Diese haben Tötungen und Verstümmelungen von Kindern, ihre Vertreibung und Trennung von ihren Familien sowie sexuelle Gewalt und psychologische Traumata zur Folge. Schätzungen zufolge benötigen derzeit über 377.000 Kinder in Mali Schutz.

UNICEF arbeitet in Mali mit lokalen Behörden und Partnern zusammen, um medizinische und psychosoziale Betreuung für von Konflikten betroffene Kinder bereitzustellen. Weiters unterstützt UNICEF die Freilassung und Wiedereingliederung von Kindern aus bewaffneten Gruppen sowie die Zusammenführung mit ihren Familien und betreut Überlebende von Gewalt, einschließlich sexueller Gewalt. Im Jahr 2019 will UNICEF außerdem über 92.000 betroffene Mädchen und Buben psychosozial unterstützen.

„Die Not der am stärksten Gefährdeten Malis ist enorm", sagt Lucia Elmi, UNICEF-Vertreterin in Mali. „UNICEF und Partner brauchen mehr Unterstützung, um den Kindern den notwendigen Schutz, den sie so dringend brauchen, zu bieten."

Die Krise in Mali ist nach wie vor eine der am wenigsten finanzierten in der Welt. Von 2016 bis 2018 wurde das UNICEF-Programm zum Schutz von Kindern in Notfällen in Mali nur zu 26% finanziert. Im Jahr 2019 beantragt UNICEF 4 Mio. US-Dollar, um den Bedarf an Kinderschutz für Kinder und Frauen in Mali zu decken.

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