Bangladesch: Mehr als 200.000 Rohingya-Kinder brauchen Hilfe

Die Flucht von Angehörigen der Rohingya-Minderheit nach Bangladesch weitet sich zu einer schnell wachsenden humanitären Krise aus. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass bereits mehr als 200.000 Kinder, die aus Myanmar geflohen sind, dringend humanitäre Hilfe brauchen.

© UNICEF/UN069104/Noorani
Eine Rohingya-Familie hat gerade die Grenze von Myanmar nach Bangladesch überquert und wartet nun darauf, in ein Flüchtlingslager weiterfahren zu können.

Unter ihnen sind auch über 1.000 unbegleitete Flüchtlingskinder, die von ihren Eltern getrennt wurden. UNICEF hilft den geflüchteten Familien unter anderem mit Trinkwasser, behandelt mangelernährte Kinder und hat „Kinderfreundliche Zonen“ zum Schutz der Mädchen und Buben eingerichtet, in denen sie psychosozial betreut werden. Die Hilfe muss dringend ausgeweitet werden.

UNICEF-Hilfslieferungen mit Trinkwasser, Sanitär- und Hygieneartikeln für tausende von Rohingya-Kindern, sind bereits auf dem Weg nach Cox’s Bazar. Weitere Transporte stehen bereit. Damit ist gewährleistet, dass die Versorgung mit notwendigen Gütern nicht abreißt.

Seit dem 25. August sind rund 400.000 Menschen geflohen, täglich werden es mehr. Diese beispiellose Fluchtwelle hat die bereits bestehenden Flüchtlings-Camps überwältigt. Neu ankommende Menschen suchen überall Schutz, wo sie Platz finden können.

Dies ist eine wachsende humanitäre Krise, und Kinder sind mittendrin. Nach vorläufigen Schätzungen sind 60 Prozent der fliehenden Rohingya Kinder und Jugendliche.

Sowohl das Ausmaß als auch das Tempo dieser Massenflucht ist bisher einmalig in Bangladesch. Um eine Vorstellung zu vermitteln: 220.000 Menschen sind allein in den sechs Tagen zwischen dem 4. und 10. September nach Bangladesch gekommen. Und es gibt keine Anzeichen, dass diese Fluchtbewegung in absehbarer Zeit aufhören wird.

Geschätzte 200.000 Rohingya-Kinder brauchen dringend unsere Hilfe

Ein Rohingya Mädchen sucht Schutz vor Regen in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.
© UNICEF/UN069104/Noorani
Die sechsjährige Nasima sucht Schutz vor dem Regen in einem provisorischen Flüchtlingslager für Rohingya im Bezirk Cox's Bazar, Bangladesch.

Das Erste, das einem in den verschiedenen Flüchtlingscamps der Rohingya auffällt, ist die große Zahl Kinder. Man sieht Kinder, die seit Tagen nicht geschlafen haben. Sie sind hungrig und schwach. Nach einer solchen langen und kraftraubenden Reise sind viele Kinder krank und brauchen dringend medizinische Versorgung.

Kinder sind traumatisiert. Sie brauchen Schutz und psychologische Hilfe. Wir sehen auch schwangere Frauen, und wir wissen, dass viele Babys seit der Ankunft ihrer Mütter in Bangladesch geboren wurden.

“Derzeit mangelt es an allem, besonders akut werden Unterkünfte, Nahrung und sauberes Wasser benötigt”, sagt Edouard Beigbeder, Leiter von UNICEF Bangladesch. “Durch diese Bedingungen stehen Kinder in großer Gefahr, sich mit Krankheiten anzustecken, die durch verschmutztes Wasser verursacht werden. Wir stehen vor der immensen Aufgabe diese äußerst gefährdeten Kinder zu beschützen.”

UNICEF stellt Waschmittel, Seife sowie Wasserkrüge und -kannen zur Verfügung, außerdem Windeln, Hygieneartikel, Handtücher und Sandalen. Weiters unterstützt UNICEF das Gesundheitsministerium mit Wasseraufbereitungsanlagen und Wasserbehältern und arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, um Wasserstellen zu installieren oder wiederherzustellen.

Helfen Sie jetzt den Rohingya-Kindern mit einer Spende!

Eine Rohingya-Familie hat gerade die Grenze von Myanmar nach Bangladesch überquert und wartet nun darauf, in ein Flüchtlingslager weiterfahren zu können.