Bisher tödlichstes Jahr für Kinder im Syrienkonflikt

Praktisch jedes einzelne syrische Kind ist von Gewalt, Verlust, Vertreibung, Flucht, Trennung von Angehörigen und Entbehrungen betroffen. Die syrische Krise ist eine Krise der Kinder. Ausgebombt, verwaist, unterernährt und Opfer von Gewalt: Was Kinder im bald neunten Bürgerkriegsjahr in Syrien ertragen müssen, übersteigt jede Vorstellungskraft.

Im Camp Al-Hol im Nordosten Syriens leben über 65.000 Menschen , darunter schätzungsweise 240 unbegleitete Kinder. Seit Jänner diesen Jahres sollen fast 60 Kinder bei der 300 Kilometer langen Wanderung von Baghus zum Lager gestorben sein. © UNICEF/UN0277724/Souleiman

Acht Jahre Krieg in Syrien und noch immer leiden Kinder täglich. Während die Gewalt in einigen Teilen des Landes nachgelassen hat, geht sie in anderen unvermindert weiter. Schwerste Kinderrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Im Zuge der hochrangigen Geberkonferenz der Vereinten Nationen am 13. und 14. März in Brüssel fordert UNICEF den Schutz syrischer Kinder und dauerhafte Lösungen für ihre Notlage. Es hält sich der Irrglaube, dass sich der Konflikt in Syrien schnell seinem Ende nähert – dies ist aber nicht der Fall. Die meisten Kinder in Syrien sind so gefährdet wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Bürgerkriegs.
 
Allein 2018 wurden rund 1.100 Kinder bei Kämpfen getötet - die höchste Opferzahl von Kindern, die in einem einzigen Jahr seit Kriegsbeginn gezählt wurde. Die Dunkelziffer wird jedoch weitaus höher vermutet. Im Jahr 2018 gab es 262 Angriffe auf Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, ebenfalls ein Rekordhoch in Syrien.
 
Die Situation in Idlib im Nordwesten Syriens ist besonders besorgniserregend. Eine Verschärfung der Gewalt hat allein in den letzten Wochen 59 Kinder getötet. Auch die Situation der Familien in Rukban, nahe der jordanischen Grenze, ist nach wie vor äußerst schwierig, mit begrenztem Zugang zu Nahrung, Wasser, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Bildung.

„Nach acht Jahren Konflikt brauchen mehr als fünf Millionen Kinder in Syrien Hilfe. Viele sind vom Krieg erschöpft, haben Angst und müssen arbeiten und ihre Ausbildung aufgeben, um ihre Familien zu unterstützen. Kein Kind sollte seine Träume aufgeben
“, sagt Andreas Knapp, gebürtiger Tiroler und Leiter der UNICEF Wasserprogramme in Syrien der letzten Jahre.

UNICEF arbeitet weiterhin in ganz Syrien und in den Nachbarländern daran, Kinder mit grundlegender Gesundheit, Bildung und Ernährung zu versorgen und vor Gewalt zu schützen.
Insgesamt benötigt UNICEF im Jahr 2019 für die Programme 1,2 Milliarden US Dollar, um so den Kindern Syriens zu helfen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.  

„Zu Beginn des neunten Kriegsjahres erinnert UNICEF die Konfliktparteien und die globale Gemeinschaft erneut daran, dass es die Kinder des Landes sind, die am meisten leiden und am meisten zu verlieren haben. Jeden Tag, an dem der Konflikt weitergeht, wird den Kindern ein Tag ihrer Kindheit gestohlen“, so Exekutivdirektorin von UNICEF, Henrietta Fore.

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