COVID-19-Pandemie - 1,6 Milliarden Dollar Aufruf für wachsende Bedürfnisse von Kindern

New York/Wien - Der neue Finanzierungsantrag von UNICEF ist um 1 Milliarde US-Dollar höher als der Aufruf aus März, da die Länder mit den sozioökonomischen Auswirkungen von COVID-19 zu kämpfen haben.

Ein Mädchen (7 Jahre) erhält von einem INTERSOS/UNICEF-Berater eine Schutzmaske, bevor sie einem Gesundheitsscreening unterzogen wird. März 2020 in einer inoffiziellen Siedlung in Rom, Italien

Ein Mädchen (7 Jahre) erhält von einem INTERSOS/UNICEF-Berater eine Schutzmaske, bevor sie einem Gesundheitsscreening unterzogen wird. März 2020 in einer inoffiziellen Siedlung in Rom, Italien © UNICEF

UNICEF bittet um 1,6 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung humanitärer Hilfe für die von der COVID-19-Pandemie betroffenen Kinder. Ende März wurden in einem ähnlichen Aufruf noch 651,6 Millionen US-Dollar gefordert. Diese Erhöhung spiegelt die verheerenden sozioökonomischen Folgen der Krankheit und die steigenden Bedürfnisse der Familien wider. Da der Ausbruch bereits seit fünf Monaten andauert, steigen die Kosten für Vorräte, Versand und Pflegeverpflichtungen dramatisch an.

„Die Pandemie ist eine Gesundheitskrise, die sich schnell zu einer Kinderrechtskrise entwickelt", sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Die Schulen sind geschlossen, Eltern arbeitslos und Familien stehen unter zunehmendem Druck. Wenn wir anfangen, uns vorzustellen, wie eine Welt nach COVID aussehe, werden uns diese Mittel dabei helfen, auf die Krise zu reagieren, uns von ihren Folgen zu erholen und Kinder vor ihren Auswirkungen zu schützen."

Der Zugang zu lebenswichtigen Diensten wie der Gesundheitsversorgung und Routineimpfungen ist bereits für Hunderte Millionen Kindern gefährdet. Dies könnte zu einem erheblichen Anstieg der Kindersterblichkeit führen. Zwischenzeitlich werden die psychische Gesundheit und die psychosozialen Auswirkungen der Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und anschließender Isolation wahrscheinlich das bereits hohe Stressniveau noch verstärken, insbesondere für gefährdete Kinder.

Einer UNICEF-Analyse zufolge leben weltweit etwa 77 Prozent der Kinder unter 18 Jahren, d.h. 1,8 Milliarden, in einem der 132 Länder, in denen aufgrund von COVID-19 Ausgangsbeschränkungen gelten.

Risikofaktoren für Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung nehmen für Kinder, die unter Ausgangsbeschränkungen und sozioökonomischem Rückschritt leben, zu. Mädchen und Frauen sind einem erhöhten Risiko sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. In vielen Fällen haben Kinder von Flüchtlingen, MigrantInnen und Binnenvertriebenen sowie RückkehrerInnen einen eingeschränkten Zugang zu Dienstleistungen und Schutz. Sie sind zunehmend Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung ausgesetzt.

„Wir haben gesehen, was die Pandemie in Ländern mit entwickelten Gesundheitssystemen anrichtet, und wir sind besorgt darüber, was sie in Ländern mit schwächeren Systemen und weniger verfügbaren Ressourcen anrichten könnte", sagt Fore.

UNICEF konzentriert seine Maßnahmen gegen die Pandemie auf Länder mit bestehenden humanitären Krisen und arbeitet sowohl an der Verhinderung der Übertragung als auch an der Milderung der Begleiterscheinungen für Kinder, Frauen und gefährdete Bevölkerungsgruppen – insbesondere in Hinblick auf den Zugang zu Gesundheitsdiensten, Ernährung, Wasser und sanitären Einrichtungen, Bildung und Schutz.

UNICEF hat bisher 215 Millionen US-Dollar zur Unterstützung im Kampf gegen die Pandemie erhalten. Zusätzliche Mittel werden UNICEF dabei helfen, auf den bereits erzielten Ergebnissen aufzubauen:

  • Mehr als 1,67 Milliarden Menschen wurden mit den Präventionsbotschaften von COVID-19 über Händewaschen und Hygiene beim Husten und Niesen erreicht.
  • Über 12 Millionen Menschen wurden mit dringend benötigten Wasser-, Sanitär- und Hygienevorräten erreicht.
  • UNICEF hat mehr als 6,6 Millionen Handschuhe, 1,3 Millionen chirurgische Masken, 428.000 N95-Atemschutzmasken, 291.000 Kittel, 13.000 Schutzbrillen, 63.500 Gesichtsschutzschilde, 200 Sauerstoffkonzentratoren und 34.500 diagnostische Tests für COVID-19 geliefert, um 52 Länder bei den Maßnahmen gegen die Pandemie zu unterstützen.
  • Fast 80 Millionen Kinder wurden mit Fern- oder Heimunterricht erreicht.
  • Über 10,9 Millionen Kinder und Frauen haben in von UNICEF unterstützten Einrichtungen grundlegende Gesundheitsdienstleistungen erhalten.
  • Über 830.000 Kinder, Eltern und BetreuerInnen erhielten gemeindenahe psychische und psychosoziale Unterstützung.

Weitere Informationen über die Arbeit von UNICEF im Kampf gegen das Coronavirus.

Für Redaktionen

Weitere Informationen über den UNICEF-Aufruf für COVID-19

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