Drei von vier Kindern, die seit der Unabhängigkeit im Südsudan geboren wurden, kennen nur den Krieg.

New York/Juba/Wien, 8. Juli 2018 - Von 3,4 Millionen Babys, die im Südsudan geboren wurden, seit es 2011 das jüngste Land der Welt wurde, sind 2,6 Millionen im Krieg geboren, sagt UNICEF am Vorabend der Unabhängigkeit des Südsudans.

Ein Baby aus dem Südsudan schläft in den Armen seiner Mutter.

© UNICEF/UNI185589/Rich - Kaum ein Neugeborenes im Südsudan kennt ein Leben ohne Krieg.

Konflikte und Unterentwicklung plagen den Südsudan seit Jahrzehnten. Viele Kinder gehen nicht in die Schule, sind unterernährt und anfällig für Krankheiten, Missbrauch und Ausbeutung. Die Aussicht auf eine bessere Zukunft nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2011 war nach dem Ausbruch eines Bürgerkriegs im Jahr 2013 nur von kurzer Dauer.

Während der Südsudan sieben Jahre alt wird, zerstört ein scheinbar endloser Krieg weiterhin das Leben von Millionen von Kindern, sagt Henrietta H. Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin, die Anfang des Jahres Juba, Ganiyel und Bentiu in dem vom Krieg verwüsteten Land besuchte. Kriegsparteien können und müssen mehr tun, um den Frieden wiederherzustellen. Die Kinder im Südsudan haben etwas Besseres verdient.

Obwohl seit Anfang des Jahres 800 Kinder aus bewaffneten Gruppen entlassen wurden, dienen schätzungsweise 19.000 Kinder weiterhin als Kämpfer, Köche, Träger und Boten und leiden unter sexuellem Missbrauch.

Der Anteil der Menschen, die nicht wissen, woher ihre nächste Mahlzeit kommt, ist von 35 Prozent (im Jahr 2014) auf fast 60 Prozent gestiegen, wobei einige Gebiete des Landes vor allem in der ertragsarmen Jahreszeit einen Schritt von der Hungersnot entfernt sind. 

Die Unterernährung ist auf einem kritischen Niveau. Mehr als eine Million Kinder ist unterernährt, davon 300.000 schwer und lebensbedrohlich. Hunderttausende Kinder gehen aufgrund des Konflikts nicht mehr in die Schule. Eine von drei Schulen wurde seit 2013 beschädigt, zerstört, besetzt oder geschlossen. Der Südsudan hat heute weltweit den höchsten Anteil an Kindern, die keine Schule besuchen. Mehr als zwei Millionen Kinder - oder mehr als 70 Prozent derjenigen, die den Unterricht besuchen sollten - erhalten keine Ausbildung. 

Auch die Bemühungen, den Bedürftigsten zu helfen, werden erschwert. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2013 wurden mehr als 100 HelferInnen getötet, darunter ein Fahrer für UNICEF erst letzte Woche.

Die Geburt des jüngsten Landes der Welt vor sieben Jahren löste eine massive Rückkehr der Flüchtlinge in ihre neue unabhängige Nation aus. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2013 sind jedoch wieder mehr als 2,5 Millionen Menschen - darunter über 1 Million Kinder – vor den Kämpfen im Südsudan geflohen, um Sicherheit in den Nachbarländern zu suchen.

Die Unterzeichnung eines dauerhaften Waffenstillstands zwischen den beiden wichtigsten Kriegsparteien in Khartum im vergangenen Monat war ein positiver Schritt in einem schwankenden Friedensprozess. Wir zählen jetzt darauf, dass die Führung und die Kommandeure sie respektieren und gleichzeitig sicherstellen, dass die Helfer uneingeschränkten Zugang zu den Bedürftigen erhalten, so Fore. Der Südsudan war das erste Land, das ich besuchte, als ich Exekutivdirektorin wurde, und ich sah selbst, wie sehr Kinder durch den Krieg leiden. Sie können einfach nicht mehr ertragen.

Bitte helfen Sie Kindern in Not regelmäßig mit einer Spende.

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