Fakten: Mangelndes Händewaschen mit Seife setzt Millionen Menschen einem erhöhten Risiko für COVID-19 und andere Infektionskrankheiten aus

New York/Wien - UNICEF zum globalen Tag des Händewaschens: Obwohl das Händewaschen mit Seife im Kampf gegen Infektionskrankheiten, einschließlich COVID-19, von entscheidender Bedeutung ist, haben Millionen Menschen auf der ganzen Welt keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen.

 

Shania (4) wäscht ihre Hände mit Seife in der Nähe ihres heimatlichen Zentrums für frühkindliche Entwicklung im Ngororero-Distrikt, Ruanda. 2019

Shania (4) wäscht ihre Hände mit Seife in der Nähe ihres heimatlichen Zentrums für frühkindliche Entwicklung im Ngororero-Distrikt, Ruanda. 2019 © UNICEF

„Die Pandemie hat die entscheidende Rolle der Handhygiene bei der Krankheitsprävention hervorgehoben. Sie zeigt auch ein für viele bereits bestehendes Problem auf: Händewaschen mit Seife ist für Millionen Kindern dort, wo sie geboren werden, leben und lernen, nach wie vor unmöglich", sagt Kelly Ann Naylor, UNICEF Associate Direktor für Wasser, Sanitärwesen und Hygiene. „Es ist nicht hinnehmbar, dass die schwächsten Gemeinschaften nicht in der Lage sind, sich selbst und ihre Angehörigen durch die einfachsten Methoden zu schützen. Wir müssen unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um das Händewaschen mit Seife für jeden und überall zugänglich zu machen – jetzt und in Zukunft."

Nach den neuesten Schätzungen:

  • Nur drei von fünf Menschen weltweit verfügen über eine einfache Möglichkeit, sich die Hände zu waschen.
  • 40 Prozent der Weltbevölkerung, d.h. 3 Milliarden Menschen, haben zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.
  • Nahezu drei Viertel der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern verfügen zu Hause nicht über grundlegende Handwascheinrichtungen.
  • 43 Prozent der Schulen verfügen nicht über eine Einrichtung zum Händewaschen mit Wasser und Seife. Davon sind 818 Millionen Kinder im Schulalter betroffen.
  • In den am wenigsten entwickelten Ländern haben sieben von zehn Schulen keinen Platz, damit Kinder sich die Hände mit Wasser und Seife waschen können.
  • In den 60 Ländern, die aufgrund des Virus als Länder mit dem höchsten Risiko für gesundheitliche und humanitäre Krisen ermittelt wurden:

          *Zwei von drei Menschen – insgesamt eine Milliarde Menschen – haben zu Hause keine Möglichkeit,  sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Etwa die Hälfte davon sind Kinder.

          *Drei von vier Kindern fehlte zu Beginn dieses Schuljahres eine Einrichtung zum Händewaschen in ihrer Schule.

  • Beim Ausbruch fehlte der Hälfte aller Kinder eine grundlegende Wasserversorgung und mehr als der Hälfte fehlte der Zugang zu sanitären Einrichtungen.
  • In Afrika südlich der Sahara haben 63 Prozent der Menschen in städtischen Gebieten, d.h. 258 Millionen Menschen, keine Möglichkeit zum Händewaschen. Etwa 47 Prozent der städtischen Südafrikaner, d.h. 18 Millionen Menschen, können sich zu Hause nicht die Hände waschen, wobei bei den reichsten Stadtbewohner*innen die Wahrscheinlichkeit, dass sie Zugang zu einer Handwascheinrichtung haben, beinahe zwölfmal höher ist.
  • In Zentral- und Südasien haben 22 Prozent der Menschen in städtischen Gebieten, d.h. 153 Millionen Menschen, keinen Zugang zum Händewaschen. Nahezu 50 Prozent der städtischen Bevölkerung in Bangladesch, d.h. 29 Millionen Menschen, und 20 Prozent der städtischen Inder*innen, d.h. 91 Millionen, verfügen zu Hause nicht über grundlegende Einrichtungen zum Händewaschen.
  • In Ostasien haben 28 Prozent der städtischen indonesischen Bevölkerung, d.h. 41 Millionen Menschen, und 15 Prozent der Menschen, die auf den Philippinen in der Stadt leben, d.h. 7 Millionen Menschen, zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen.

UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, dass Kinder und Familien Zugang zu angemessenen Handwascheinrichtungen haben. Zusätzlich zur Förderung des Händewaschens in über 130 Ländern haben UNICEF und die WHO die Initiative „Handhygiene für alle" ins Leben gerufen, um die Entwicklung nationaler Fahrpläne zu unterstützen, die den Fortschritt beschleunigen und aufrechterhalten sollen. Die Handhygiene soll so zu einer Hauptstütze bei Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit werden. Dies bedeutet eine rasche Verbesserung des Zugangs zu Händewaschmöglichkeiten, Wasser, Seife und Händedesinfektionsmitteln in allen Einrichtungen sowie die Förderung von Interventionen zur Verhaltensänderung für optimale Handhygienepraktiken. Die Initiative, an der internationale, nationale und lokale Partner beteiligt sind, soll sicherstellen, dass erschwingliche Produkte und Dienstleistungen verfügbar und nachhaltig sind, insbesondere in gefährdeten und benachteiligten Gemeinden.

Für Redaktionen

Lesen Sie hier mehr über die Initiative „Handhygiene für alle".

Eine Auswahl an Videos und Fotos steht Redaktionen im Rahmen der Berichterstattung zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Daten über den Zugang zu Handwascheinrichtungen stammen aus Berichten des Gemeinsamen Überwachungsprogramms von UNICEF und WHO. Die Daten zu Todesfällen aufgrund von Durchfallerkrankungen, die auf WASH zurückzuführen sind, basieren auf der Einschätzung der WHO zur Krankheitslast durch unzureichende Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Hygiene sowie auf den neuesten Schätzungen der interinstitutionelle Gruppe der Vereinten Nationen für die Schätzung der Kindersterblichkeit