Safer Internet Day: Große Chancen und ernste Risiken.

Täglich gehen mehr als 175.000 Kinder zum ersten Mal online. Am heutigen Tag für mehr Internetsicherheit (Safer Internet Day) ruft UNICEF zu dringendem Handeln auf, um Kinder und ihren digitalen Fußabdruck zu schützen.

Waibai und seine Freunde schauen gebannt auf ein Tablet.

Kamerun: Der zwölfjährige Waibai und seine Klassenkameraden machen sich mit einem Tablet vertraut.

New York/Wien, 6. Februar 2018 – Mehr als 175.000 Kinder gehen täglich zum ersten Mal online – das sind zwei Kinder pro Sekunde – teilte UNICEF heute mit. Der Online-Zugang setzt Kinder einer Fülle an Vorteilen und Chancen aus, birgt aber auch viele Risiken, wie etwa schädliche Inhalte, sexuelle Ausbeutung und Gewalt, Cyber-Mobbing und missbräuchliche Verwendung ihrer privaten Informationen, warnt das Kinderhilfswerk.

Jeden Tag gehen tausende Kinder zum ersten Mal online, was sie einer Flut von Gefahren aussetzt, die wir gerade erst beginnen wahrzunehmen und anzusprechen, sagt Laurence Chandy, UNICEF Direktorin für Daten, Forschung und Policy. Während Regierungen und der Privatsektor gewisse Fortschritte gemacht haben, Strategien festzulegen und Ansätze zu entwickeln, um die entsetzlichsten Online-Risiken zu beseitigen, müssen noch mehr Anstrengungen unternommen werden, um das Leben der Kinder online vollständig zu verstehen und zu schützen.

Online-Schutz: Die Verantwortung muss ernst genommen werden

Weltweit ist einer von drei Internetnutzern ein Kind, und dennoch – wie im UNICEF-Bericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2017: Kinder in einer digitalen Welt“ festgehalten wird – wird zu wenig unternommen, um sie vor den Gefahren der digitalen Welt zu schützen, die Spur an Informationen abzusichern, die ihre Online-Aktivitäten hinterlassen, und ihren Zugang zu sicheren und qualitätsvollen Online-Inhalten zu erhöhen. 

Der Bericht macht deutlich, dass die Verpflichtung, Kinder in der digitalen Welt zu beschützen, alle Bereiche betrifft: Regierungen, Familien, Schulen und andere Institutionen. Er stellt jedoch fest, dass der Privatsektor – speziell in den Bereichen der Technologie und Telekommunikation – eine wichtige und einzigartige Verantwortung hat, den Einfluss von digitaler Technologie auf Kinder zu prägen – eine Verantwortung, die bisher noch nicht ernst genug genommen wurde. Die Macht und der Einfluss des Privatsektors muss genutzt werden, um industrieweite ethische Standards zu Daten und Privatsphäre voranzubringen, sowie auch andere Praktiken, die Kindern zugutekommen und sie online beschützen.

Kinder ins Zentrum der Digital-Politik stellen

UNICEF ruft zu einer erneuerten Dringlichkeit und Kooperationen zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft, UN-Organisationen und anderen internationalen Kinderorganisationen und – allen voran – dem Privatsektor auf, um Kinder ins Zentrum der Digital-Politik zu stellen. Folgende Schritte sind dafür notwendig: 

  1. Globale, regionale und nationale Antworten koordinieren. Wir müssen die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Strafverfolgung und der Technologie-Industrie vertiefen, um Sicherheitsprinzipien in die Entwicklung von Technologien zu integrieren. Es sind außerdem gemeinsame Lösungen notwendig, die mit der Geschwindigkeit von digitalen Technologien mithalten, welche illegalen Handel und andere Formen von sexuellem Kindesmissbrauch online ermöglichen und vertuschen können.
  2. Privatsphäre der Kinder schützen. Wir brauchen eine größere Verpflichtung seitens des Privatsektors und der Regierungen, um die Daten der Kinder zu schützen, nicht zu missbrauchen und ihre Verschlüsselung zu respektieren. Beim Sammeln und Verwenden der Online-Daten von Kindern müssen internationale Standards zur vollen Anwendung kommen. Weiters muss Kindern vermittelt werden, wie sie sich selbst vor der Bedrohung ihrer eigenen Privatsphäre schützen können.
  3. Kinder durch gerechteren Zugang und digitale Kompetenz ermächtigen. Kindern muss beigebracht werden, wie sie sich online informieren und interagieren können und dabei sicher bleiben. Das beinhaltet auch umfassendere Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Technologie-Fachleuten, um Informations- und Kommunikations-Plattformen und Lehrpläne von der Volksschule bis zur Oberstufe zu entwickeln. Online-Bibliotheken müssen unterstützt und die Kapazitäten von öffentlichen Bibliotheken erweitert werden, um digitale Fähigkeiten zu unterrichten. In die LehrerInnenbildung zu digitalen Technologien muss investiert und Kinder müssen darin unterrichtet werden, wie sie Online-Gefahren und Falschinformationen erkennen und sich davor schützen können. Digitale Bürgerschaft muss zu einem Kernbestandteil von Bildung zu digitaler Kompetenz gemacht werden.
  4. Kinder durch gerechteren Zugang und digitale Kompetenz ermächtigen. Kindern muss beigebracht werden, wie sie sich online informieren und interagieren können und dabei sicher bleiben. Das beinhaltet auch umfassendere Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Technologie-Fachleuten, um Informations- und Kommunikations-Plattformen und Lehrpläne von der Volksschule bis zur Oberstufe zu entwickeln. Online-Bibliotheken müssen unterstützt und die Kapazitäten von öffentlichen Bibliotheken erweitert werden, um digitale Fähigkeiten zu unterrichten. In die LehrerInnenbildung zu digitalen Technologien muss investiert und Kinder müssen darin unterrichtet werden, wie sie Online-Gefahren und Falschinformationen erkennen und sich davor schützen können. Digitale Bürgerschaft muss zu einem Kernbestandteil von Bildung zu digitaler Kompetenz gemacht werden.
  5. In bessere wissenschaftliche Daten über den Online-Zugang und die damit verbundenen Chancen und Risiken für Kinder investieren. Wir benötigen besseres Wissen über den Online-Zugang und die Aktivitäten von Kindern, damit wir auf dieser Basis regulative Rahmen und Politiken entwickeln können, die die speziellen Bedürfnisse und Rechte von Kindern berücksichtigen. Die Koordination und Wissensweitergabe auf globalem Level muss gestärkt werden, um den Herausforderungen der digitalen Welt zu begegnen. Das beinhaltet eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Kinderhilfsorganisationen und ein systematischeres Engagement mit politischen Entscheidungsträgern und Gesetzgebern.

In der Zeit, die man benötigt, um auf einen Link zu klicken, beginnt ein Kind irgendwo eine digitale Spur zu hinterlassen, die von jenen verfolgt werden kann, die nicht unbedingt das Wohl des Kindes im Sinne haben und sie potentiell ausbeuten können, sagt Chandy. Während immer jüngere Kinder das Internet nutzen, wird der Bedarf für eine ernsthafte Auseinandersetzung damit, wie man sie online schützen kann und ihren digitalen Fußabdruck absichern kann, immer dringender.

Hier können Sie Kindern regelmäßig helfen.