Safer Internet Day: Wachsende Besorgnis um das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen in Zeiten steigender Bildschirmzeit

New York/Wien - Erklärung von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore zum Safer Internet Day

Die 15-jährige Lola chattet zwischen dem Online-Unterricht zu Hause in Gamboa, Provinz Colon, Panama, mit ihren Freunden. April 2020

Die 15-jährige Lola chattet zwischen dem Online-Unterricht zu Hause in Gamboa, Provinz Colon, Panama, mit ihren Freunden. April 2020 © UNICEF

„Im Schatten von COVID-19 hat sich das Leben von Millionen von Kindern und Jugendlichen auf ihr Zuhause und ihren Bildschirm reduziert. Für viele wurde das Online-Dasein schnell zur einzigen Möglichkeit, zu spielen, Kontakte zu knüpfen und zu lernen.

Während Technologie und digitale Lösungen bedeutende Möglichkeiten bieten, damit Kinder lernen, unterhalten werden und miteinander in Verbindung bleiben, können dieselben Werkzeuge sie durch eine Vielzahl von Risiken auch gefährden. Schon vor der Pandemie bedrohten sexuelle Ausbeutung im Internet, gefährliche Inhalte, Fehlinformationen und Cybermobbing die Rechte, die Sicherheit und das psychische Wohlbefinden von Kindern.

Für Kinder, die bereits zu Schaden kamen – online oder offline – kann die Zunahme der Bildschirmzeit ihre Ängste noch verschlimmert haben. Schulschließungen, räumliche Distanzierung, eingeschränkte Dienstleistungen und eine erhöhte Belastung für bereits gefährdete Familien haben einige der ihnen zur Verfügung stehenden Schutzmaßnahmen unterbrochen und reduziert.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die körperliche und emotionale Gesundheit der Kinder, denn es gibt Hinweise darauf, dass mehr Zeit im Internet zu weniger Bewegung im Freien, schlechterer Schlafqualität, verstärkten Angstsymptomen und ungesunden Essgewohnheiten führt.

Da die Pandemie nun in ihr zweites Jahr geht, gibt es keinen Zweifel daran, dass das Internet und die Technologie weiterhin eine erhöhte Rolle im Leben von Millionen von Kindern spielen werden. An diesem Safer Internet Day haben wir die Gelegenheit, uns eine sicherere Welt für Kinder im Internet vorzustellen, in der ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden Priorität hat und geschützt wird. Und so funktioniert es:

  • Indem wir mit Regierungen zusammenarbeiten, um Mitarbeiter*innen von Gesundheits-, Bildungs- und Sozialdiensten über die Auswirkungen von COVID-19 auf das Wohlergehen von Kindern zu schulen, einschließlich erhöhter Online-Risiken, und indem wir die zentralen Dienste für Kinderschutz und psychische Gesundheit stärken, um sicherzustellen, dass sie während der Pandemie und darüber hinaus offen und aktiv bleiben.
  • Indem wir sicherstellen, dass die Tech-Industrie, einschließlich sozialer Netzwerke, garantiert, dass Online-Plattformen verbesserte Sicherheits- und Schutzmaßnahmen haben, die für Lehrer*innen, Eltern und Kinder klar zugänglich sind.
  • Indem wir mit Partnern aus dem öffentlichen und privaten Sektor zusammenarbeiten, um die Investitionen in sichere Technologien und Inhalte zu erhöhen, die qualitativ hochwertiges Lernen und den Aufbau von Fähigkeiten fördern, unter anderem durch die „Reimagine Education Initiative“ und GIGA.
  • Indem wir Eltern dabei unterstützen, ihren Kindern zu helfen, die Risiken des Internets und digitaler Technologien zu verstehen und Anzeichen von Gefährdung zu erkennen, die bei Online-Aktivitäten auftreten können.
  • In Schulen, indem sie Kindern weiterhin Zugang zu schulischen Beratungsdiensten – auch virtuell – und zu Richtlinien gewähren, die auf Bedenken bezüglich psychischer Gesundheit und Kinderschutz reagieren.

Für Kinder und Jugendliche selbst bedeutet die Vorbereitung auf eine freundlichere, stärker vernetzte Welt nach COVID, dass sie ein Gleichgewicht zwischen ihrer Online- und Offline-Welt finden, sichere, positive Beziehungen zu ihrem Umfeld pflegen und Zugang zu der Unterstützung haben, die sie brauchen.“