Schuldenerlass für die ärmsten Länder ist wesentlich im Kampf gegen COVID-19

New York/Wien - Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore

Kinder in Syrien bei einer Coronavirus Inspektion

Desinfektion eines Flüchtlingsquartiers in der Nähe von Idlib, Syrien © UNICEF/UNI316131/Haj Kadour/AFP

„COVID-19 erzeugt eine beispiellose globale Wirtschaftskrise und wie wir in all diesen Krisen erleben, ist diese wirtschaftliche Zerstörung grausam und ungleich verteilt.

Für die ärmsten Länder der Welt erschweren die durch die Pandemie verursachten finanziellen Auswirkungen in Verbindung mit lähmenden Schuldendienstverpflichtungen ihre Fähigkeit, eine weitere Übertragung zu verhindern und die BürgerInnen zu schützen.

Und für die Familien in diesen Ländern mit weitverbreiteten Einkommensverlusten, beschränktem Zugang zu Lebensmitteln, einer Umgebung, in der soziale Distanz nicht möglich ist, Seife und Wasser zum Händewaschen ein Luxusgut ist und es keine hochwertigen Gesundheitsdienste gibt, ist die Situation bereits jetzt schlimm und sie wird sich nur noch verschlimmern.

Während Kinder von den unmittelbaren gesundheitlichen Folgen der Pandemie weitgehend verschont bleiben, werden sie unter der wirtschaftlichen Zerstörung, die die Pandemie hinterlässt, leiden. Mehr als 200 Millionen Kinder leben in schuldengeplagten Ländern und in Ländern mit einem hohen Risiko für Überschuldung. Aufgrund der Schuldenlast gelingt es den Ländern kaum, die Übertragung von Krankheiten zu verhindern.

Insbesondere Länder mit niedrigem Einkommen sind gezwungen, die Ausgaben drastisch zu erhöhen, um auf den Gesundheitsnotstand zu reagieren und gleichzeitig die Sozialschutzsysteme zu erweitern oder in einigen Fällen erst zu schaffen. Zu den Maßnahmen gehören auch bedingungslose Geldtransfers, Einkommensgarantien für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, sowie Beschäftigungssicherheit.

Die erforderlichen zusätzlichen Ausgaben dürfen nicht zu Lasten anderer wichtiger Dienstleistungen für Kinder gehen, wie zum Beispiel Routineimpfungen, Schwangerschaftsbetreuung und Kinderschutz. In dieser entscheidenden Zeit müssen die Länder mehr ausgeben, um die Zukunft ihrer Kinder zu schützen.

Um die Übertragung von Krankheiten einzudämmen und eine weitere wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern, schließt sich UNICEF voll und ganz dem Aufruf des Weltbank-Präsidenten und der geschäftsführenden Direktorin des IWF zum Schuldenerlass und zur Umschuldung der bedürftigen Länder an.

Wie der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres in seinem jüngsten Schreiben an die G20 feststellte, ist die Umschuldung eine Priorität – einschließlich des sofortigen Verzichts auf Zinszahlungen für 2020. Durch die Lockerung der Schuldenlast bei der Finanzierung von Schulden sind die Länder eher in der Lage, die erforderlichen agilen und gravierenden Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu reduzieren und COVID-19 zu stoppen."

Für Redaktionen

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