Starker Anstieg von COVID-19 – mehr als 117 Millionen Kinder sind gefährdet, Masernimpfungen zu versäumen

Atlanta/Genf/New York/Wien - Statement der Masern & Röteln Initiative: Amerikanisches Rotes Kreuz, U.S. CDC, UNICEF, UN-Stiftung und WHO

Der Gesundheitshelfer Nsiri Lowoso impft Zoe Nukandila (3 Monate) in den Armen seiner Mutter gegen Masern und Röteln, Tetanus und Polio, 10. November 2018 im Entbindungszentrum De Sante Le Rocher in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo.

Der Gesundheitshelfer Nsiri Lowoso impft Zoe Nukandila (3 Monate) in den Armen seiner Mutter gegen Masern und Röteln, Tetanus und Polio, 10. November 2018 im Entbindungszentrum De Sante Le Rocher in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo. © UNICEF

„[...] Die weltweite Pandemie erfordert einen koordinierten Ressourceneinsatz, um sicherzustellen, dass das Gesundheitspersonal an vorderster Front auf der ganzen Welt geschützt ist. Gleichzeitig müssen wir uns jetzt und auch künftig für den Schutz wichtiger Impfdienstleistungen einsetzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien herausgegeben, die von der Strategic Advisory Group of Experts on Immunization (Strategische Beratende ExpertInnengruppe für Impfungen) gebilligt wurden, um die Länder bei der Aufrechterhaltung der Impfmaßnahmen während der COVID-19-Pandemie zu unterstützen. Die Richtlinien empfehlen Regierungen, präventive Impfkampagnen vorübergehend zu unterbrechen, wenn es keinen aktiven Ausbruch einer durch Impfungen vermeidbaren Krankheit gibt. Die M&RI-Partner, zu denen das Amerikanische Rote Kreuz, die U.S. Centers for Disease Control and Prevention, UNICEF, die Stiftung der Vereinten Nationen und die WHO gehören, stimmen diesen Empfehlungen nachdrücklich zu. Wir fordern die Länder jedoch nachdrücklich dazu auf, die routinemäßigen Impfleistungen fortzusetzen und gleichzeitig die Sicherheit der Gemeinschaften und des Gesundheitspersonals zu gewährleisten. In den Empfehlungen werden die Regierungen auch aufgefordert eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse durchzuführen. Ob Impfkampagnen als Reaktion auf Ausbrüche verschoben werden sollen, wenn das Risiko einer Übertragung von COVID-19 als unannehmbar hoch erachtet wird, gilt es zu entscheiden.

Wenn die schwierige Entscheidung, Impfungen zu verschieben, aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 getroffen wird, fordern wir die Staats- und Regierungschefs dringend auf, die Bemühungen zur Findung ungeimpfter Kinder zu intensivieren, um die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen mit Masernimpfstoffen zu versorgen, sobald dies möglich ist. Obwohl wir wissen, dass während und nach der Bedrohung durch COVID-19 viele Anforderungen an die Gesundheitssysteme und die MitarbeiterInnen gestellt werden, ist die Bereitstellung aller Impfdienstleistungen, einschließlich der Bereitstellung von Masernimpfstoffen, unerlässlich, um Leben zu retten. Diese würden andernfalls durch Krankheiten, die dank Impfungen vermeidbar wären, verloren gehen.

Das M&RI unterstützt Gemeinden, das Gesundheitspersonal vor COVID-19 zu schützen, indem es eine Pause bei Massenimpfkampagnen einlegt. Dies sollte jedoch nicht bedeuten, dass Kinder dauerhaft zu kurz kommen. Auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene müssen jetzt dringend Anstrengungen unternommen werden, um die Immunitätslücken bei Masern wieder zu schließen. Es muss sichergestellt werden, dass Impfstoffe zur Verfügung stehen und dass Kinder und gefährdete Bevölkerungsgruppen diese so schnell wie möglich verabreicht bekommen.

Obwohl seit über 50 Jahren ein sicherer und wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht, sind die Masernfälle in den letzten Jahren stark angestiegen und forderten 2018 mehr als 140.000 Todesopfer, vor allem unter Kindern und Säuglingen. Diese wären vermeidbar gewesen. Es wurden nun in 24 Ländern präventive und reaktive Masern-Impfkampagnen gestoppt oder verschoben, um eine weitere Ausbreitung von COVID-19 zu verhindern. Impfkampagnen, die später im Jahr 2020 in weiteren 13 Ländern durchgeführt werden sollen, werden möglicherweise nicht umgesetzt. Insgesamt könnten mehr als 117 Millionen Kinder in 37 Ländern, von denen viele in Regionen mit anhaltenden Masernausbrüchen leben, von der Aussetzung der geplanten Impfaktivitäten betroffen sein. In dieser erschreckend hohen Zahl sind Säuglinge noch nicht inbegriffen, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf die routinemäßigen Impfungen möglicherweise verzichten werden müssen. Kinder unter 12 Monaten sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit an Masernkomplikationen und, wenn die Ausbreitung des Masernvirus nicht gestoppt wird, steigt ihr Risiko einer Masernexposition täglich. 

[...]"

Für Redaktionen

Informationen über die Arbeit von UNICEF im Bereich Impfungen

Über die Masern & Röteln Initiative
Die Masern & Röteln Initiative (M&RI) ist eine globale Partnerschaft, die vom Amerikanischen Roten Kreuz, den U.S. Centers for Disease Control and Protection, UNICEF, der Stiftung der Vereinten Nationen und der WHO gegründet wurde und sich für die Schaffung und Erhaltung einer Welt ohne Masern, Röteln und das kongenitale Röteln-Syndrom einsetzt. Die 2001 gegründete Initiative hat dazu beigetragen, mehr als 2,9 Milliarden Kinder zu impfen und über 21 Millionen Leben zu retten, indem sie die Durchimpfungsrate erhöht, die Maßnahmen gegen Krankheiten, die Überwachung und Bewertung verbessert und das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Nachfrage nach Impfungen gestärkt hat. Um diese Ziele zu erreichen, arbeitet die Initiative eng mit Gavi, der Impfstoffallianz, zusammen.

Weitere Informationen zu Masern: WHO-Factsheet; Neueste Daten der WHO zur Masernüberwachung
Für WHO-Richtlinien für die Impfung während COVID-19

Weitere Informationen über COVID-19