UNICEF Update zur Situation im Nordosten Syriens

Syrien/ Genf/ Wien - Nach den neuesten Schätzungen liegt die Zahl der seit dem 9. Oktober vertriebenen Kinder im Nordosten Syriens bei 80.000. Fünf Kinder wurden getötet und 26 verletzt.

Zwei kleine Kinder warten, um Wasserkübel und Flaschen aufzufüllen, nachdem UNICEF und Partner am 16. Oktober 2019 Wasser aus anderen Gebieten des Nahen Ostens nach Tell Tamer, Gouvernement al-Hasaka, transportiert haben.

Zwei kleine Kinder warten, um Wasserkübel und Flaschen aufzufüllen, nachdem UNICEF und Partner am 16. Oktober 2019 Wasser aus anderen Gebieten des Nahen Ostens nach Tell Tamer, Gouvernement al-Hasaka, transportiert haben.

Die Wasserversorgung der Stadt Al-Hasakeh wurde gestern (Montag, 21. Oktober) dank der Reparaturen durch lokale Partner an der Stromversorgung der Wasserpumpstation Allouk am Samstag wieder aufgenommen. 16.000 Liter Kraftstoff, von UNICEF zur Verfügung gestellt, befinden sich nun in der Station und werden bei erneutem Stromausfall für den Betrieb eines Generators verwendet.

Die Wasserstation Allouk, die normalerweise 400.000 Menschen mit Wasser versorgt, arbeitet derzeit mit nur 50 Prozent ihrer normalen Kapazität. Nur die Hälfte (15 von 30) der Bohrlöcher, die die Station versorgen, sind in Betrieb. Die andere Hälfte liegt in Gebieten, in denen anhaltende Gewalt herrscht. Damit die Bohrlöcher funktionieren, muss der Strom wiederhergestellt werden. UNICEF wird die Partner bei den Arbeiten zur Wiederherstellung dieser 15 Bohrlöcher unterstützen, sobald sie erreichbar sind.

Die Wasserversorgung der Stadt Al-Hasakeh wird auf etwa 70-80 Prozent geschätzt, verglichen mit der Lage vor der Eskalation der Gewalt. Ein Drittel der Wasserversorgung der Stadt stammt immer noch aus einer alternativen Wasserquelle - der Wasserpumpstation Al Himme. Diese Versorgung kann aber nicht länger als einen Monat aufrecht erhalten werden, es sei denn, Allouk wird wieder voll funktionsfähig oder es gibt viel Regen. Die Reparaturteams benötigen weiterhin Zugang zu Allouk, um die maximale Kapazität wiederherzustellen. Es ist wichtig, dass die Wasserstation nicht weiter beschädigt wird - vor allem für die über 200.000 Kinder, die auf diese angewiesen sind. UNICEF appelliert erneut an alle Konfliktparteien, die Angriffe auf und um die zivile Infrastruktur einschließlich Wassereinrichtungen in Nordostsyrien und anderen Teilen des Landes einzustellen.

UNICEF schätzt, dass inzwischen rund 2.000 Kinder über die Grenzübergänge Sahela und Al-Waleed in die irakische Region Kurdistan gelangt sind und sich nun im Lager Badarash in Dohuk befinden. Viele waren tagelang auf der Flucht und brauchen psychosoziale Unterstützung.

UNICEF-Teams sind an der Grenze und arbeiten mit Partnern und der Gesundheitsdirektion zusammen, um Wasser, Lebensmittel und Hygienesets bereitzustellen und Kinder gegen Polio und Masern zu impfen. An der Grenze zu Sahela befindet sich auch ein mobiles Kinderschutzteam, das psychosoziale Unterstützung leistet und auf dringende Fälle reagiert. Bisher wurden neun unbegleitete Kinder identifiziert, von denen sechs mit ihren Familien wiedervereint wurden. Von zwei Kindern wurden deren Familien zurückverfolgt und von einem anderen, läuft die Suche noch. Im Lager Badarash impft UNICEF auch Kinder, leistet psychosoziale Unterstützung und identifiziert Kinder und Frauen, die besondere Hilfe benötigen.

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