Vier Dinge, die Sie tun können, um die psychische Gesundheit Ihres Teenagers zu unterstützen

Wien - Zeigen Sie Ihrem Teenager Liebe und Fürsorge und vergessen Sie nicht, sich um sich selbst zu kümmern.

Anastasiya (16), Ukraine 2019

Anastasiya (16), Ukraine 2019 © UNICEF

Unabhängig davon, ob Sie und Ihr Teenager sich gut verstehen oder Spannungen erleben, ist es wichtig zu zeigen, dass Sie ihr Kind lieben und unterstützen, dass Sie helfen können, harte Zeiten zu überstehen, und dass Sie immer für sie da sind.

Hier sind vier Dinge, die Sie bei einem „Wie geht es Dir?"-Gespräch mit Ihrem Teenager beachten sollten:

1.    Ermutigen Sie Ihren Teenager, ihre Gefühle zu mitzuteilen

  • Suchen Sie nach Möglichkeiten, sich bei Ihrem Teenager nach seinem/ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Fragen Sie, wie der Tag verlaufen ist und was er/sie gemacht hat. Sie könnten z.B. anbieten, gemeinsam eine Aufgabe zu erledigen wie das Abendessen vorzubereiten. Dabei können Sie dann die Zeit nutzen, um über den Tag Ihres Teenagers zu plaudern.
  • Erinnern Sie Ihren Teenager daran, dass Sie für ihn/sie da sind, egal was passiert, und dass Sie hören wollen, wie er/sie sich fühlt und was er/sie denkt. Ein paar einfache Worte der Ermutigung können dabei helfen, dass Teenager ihre Gefühle mit Ihnen teilen.
  • Es ist wichtig, Gefühle anzuerkennen und Verständnis zu zeigen, auch wenn Ihr Kind sich dabei unbehaglich fühlt. Wenn sich Ihr Teenager Ihnen gegenüber öffnet, können Sie mit „Ich verstehe", „Es klingt wie eine schwierige Situation" oder „Das macht Sinn" antworten.
  • Es kann leicht vorkommen, dass Sie Dinge bemerken, die Ihr Teenager tut, die Ihnen nicht gefallen. Versuchen Sie aber auch, Dinge wahrzunehmen und zu loben, die er/sie gut macht – das kann auch etwas so Einfaches sein wie das Aufräumen der eigenen Sachen.

2. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihren Teenager zu unterstützen

  • Arbeiten Sie gemeinsam daran, neue Routinen und erreichbare Tagesziele aufzustellen. Ihr Teenager könnte bei den Hausarbeiten unterstützen oder sich ein Ziel setzen, wie z.B. Hausaufgaben vor dem Abendessen zu erledigen.
  • Adoleszenz bedeutet Unabhängigkeit! Versuchen Sie, Ihrem Teenager die nötige Zeit und den Raum zu geben, um auf sich selbst gestellt zu sein. Raum zu brauchen ist ein normaler Teil des Heranwachsens.
  • Finden Sie ein paar Möglichkeiten, wie Sie Ihren Teenager unterstützen und ermutigen können, Pausen (von Hausübungen, Hausarbeit oder anderen Aktivitäten, an denen er/sie vielleicht gerade arbeitet) zu machen, um Dinge zu tun, die Spaß machen. Wenn sich Ihr Teenager frustriert fühlt, machen Sie zusammen ein Brainstorming, um Lösungen für Probleme zu finden. Versuchen Sie nicht, für Ihren Teenager zu übernehmen und ihm/ihr zu sagen, was sie tun sollen.

3. Konflikte gemeinsam bearbeiten

  • Hören Sie sich die Ansichten Ihres Teenagers an und versuchen Sie, Konflikte in Ruhe zu lösen. Denken Sie daran: Jeder kann einmal gestresst sein!
  • Diskutieren Sie nie über ein Thema, wenn Sie wütend sind. Gehen Sie weg, atmen Sie durch und beruhigen Sie sich – Sie können später mit Ihrem Teenager darüber sprechen.
  • Vermeiden Sie Machtkämpfe. Da sich die Welt derzeit unberechenbar anfühlt und die Möglichkeiten begrenzt erscheinen, könnten Teenager Schwierigkeiten haben, die Kontrolle zu behalten. So schwierig es im Moment auch sein mag, fühlen Sie sich in den Wunsch Ihres Kindes hinein, in einer beängstigenden Zeit die Kontrolle zu behalten, anstatt zu versuchen, sich zu wehren oder einen Machtkampf zu gewinnen.
  • Seien Sie ehrlich und transparent mit Ihrem Teenager: Sie können ihn/sie wissen lassen, dass auch Sie unter zusätzlichem Stress leiden. Wenn Ihrem Teenager zeigen, wie Sie mit Ihren eigenen schwierigen Gefühlen umgehen, können Sie vorleben, dass Gefühle in Ordnung sind.
  • Wenn es einen Konflikt gibt, nehmen Sie sich etwas Zeit, um darüber nachzudenken, wie Sie und Ihr Teenager ihn lösen können. Sie können diese Reflexionen mit Ihrem Teenager besprechen, damit er sieht, wie Sie Ideen verarbeiten.

4. Für sich selbst sorgen

Kinderbetreuer*innen haben eine Menge zu bewältigen. Sie brauchen auch Unterstützung für sich selbst. Selbstfürsorge zu zeigen ist auch eine gute Möglichkeit, Ihrem Teenager diese vorzuleben.

  • Warten Sie nicht damit, andere um Hilfe zu bitten, wenn Sie sich überfordert fühlen. Es ist normal und in Ordnung, sich so zu fühlen. Finden Sie ein Familienmitglied oder jemanden, mit dem Sie reden können.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre eigenen Beziehungen. Versuchen Sie, ein paar Leute zu finden, mit denen Sie Gefühle und Erfahrungen teilen können. Nehmen Sie sich jeden Tag etwas Zeit für sich selbst, um sich bewusst zu werden, wie es Ihnen geht.
  • Nehmen Sie sich täglich Zeit für die Dinge, die Ihnen helfen, mit Stress umzugehen und ihn zu bewältigen. Egal, ob Ihr Tag geschäftig oder ruhig ist. Es ist für Ihr Wohlbefinden wichtig, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Wenn Sie die Dinge tun, die Ihnen gefallen, oder sich einfach ein paar Minuten vom Tag freinehmen, können Sie sich entspannen und neue Energie tanken.
  • Probieren Sie verschiedene positive Bewältigungsstrategien aus, die für Sie funktionieren. Einige Ideen wären: Sport treiben, mit Freunden sprechen, Aufgabenlisten erstellen oder im Voraus planen, Routinen und Strukturen beibehalten, darüber nachdenken, wofür Sie dankbar oder stolz sind und Dinge tun, die Ihnen Spaß machen, wie Musik, Kunst, Tanzen oder ein Tagebuch führen.

Die Tipps in diesem Leitfaden wurden von der organisationsübergreifenden Referenzgruppe des Ständigen Ausschusses für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung entwickelt.