Weltlehrertag: ECW, GPE, UNESCO & UNICEF fordern die Wiederaufnahme der Gehaltszahlungen für Lehrpersonal für das kommende Schuljahr im Jemen

Wien - An diesem Weltlehrertag unter dem Motto „Lehrerinnen und Lehrer: In der Krise leiten, die Zukunft neu erdenken", fordern die Global Partnership for Education (GPE), Education Cannot Wait (ECW), UNESCO und UNICEF die Wiederaufnahme der Gehaltszahlungen für rund die Hälfte des Lehrpersonals im Jemen.

„Rania wollte nicht mit ihren Schulkolleg*innen sprechen, aber jetzt interagiert sie und nimmt am Unterricht teil", sagt Lehrer Khaled, der Arabischlehrer von Rania. 2018 Jemen

„Rania wollte nicht mit ihren Schulkolleg*innen sprechen, aber jetzt interagiert sie und nimmt am Unterricht teil", sagt Lehrer Khaled, der Arabischlehrer von Rania. 2018 Jemen © UNICEF

Seit 2016 haben schätzungsweise 160.000 Lehrer*innen keine regelmäßigen Gehaltszahlungen erhalten. Da keine Gehälter ausbezahlt wurden und Schulen regelmäßig angegriffen werden, waren viele Lehrer*innen gezwungen, alternative Einkommensquellen zu finden, um ihre Familien zu versorgen.

Die katastrophale Lage im Jemen, darunter anhaltende Konflikte, Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, weit verbreitete Krankheiten (Cholera, Masern und Polio) und Armut, hat über zwei Millionen Kinder aus der Schule gedrängt und 5,8 Millionen Kinder, die vor der COVID-19-Pandemie eingeschult wurden, in Gefahr gebracht. Lehr- und schulisches Personal sind von entscheidender Bedeutung, um die Kontinuität der Bildungsdienste und des Lernens für jedes Kind im Jemen zu gewährleisten. Weitere Verzögerungen bei der Bezahlung von Lehrer*innen werden wahrscheinlich zum völligen Zusammenbruch des Bildungssektors führen und Millionen jemenitische Kinder, insbesondere die am meisten Gefährdeten und Mädchen, treffen. Sie werden dem Risiko ausgesetzt, sich auf gefährliche Bewältigungsmechanismen wie Kinderarbeit, Rekrutierung in bewaffnete Gruppen und Streitkräfte, Kinderheirat, Kinderhandel und andere Formen der Ausbeutung und des Missbrauchs einzulassen.

Die Weltgemeinschaft muss sich zusammenschließen, um die Gewalt gegen Kinder im Jemen zu beenden und ihre Gesundheit und ihr Recht auf Bildung zu schützen. Ohne eine kollektive Verpflichtung zum Handeln wird die Agenda 2030 – kein Kind und keine/n Lehrer*in zurücklassen – nicht erfüllt werden können. Es werden mindestens 70 Millionen USD benötigt, um diese Lücke zu schließen und sicherzustellen, dass das Lehrpersonal während des Schuljahres 2020-21 Gehaltszahlungen erhalten kann.

ECW, GPE, UNESCO und UNICEF haben sich verpflichtet, ihre Unterstützung für eine gerechte, integrative und qualitativ hochwertige Bildung für alle Kinder im Jemen fortzusetzen. Sie fordern die internationale Gemeinschaft und die Behörden im Jemen dazu auf, die Zahlung von Gehältern an Lehrer*innen in allen Teilen des Landes wieder aufzunehmen.

Vor allem sollten die Konfliktparteien im Jemen auf Frieden hinarbeiten, um eine Erholung und die Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen, insbesondere für die Kinder, die unter den tragischen Folgen eines nicht von ihnen selbst verursachten Konflikts leiden.

Weitere Informationen zum UNICEF-Einsatzbereich Schule und Bildung finden Sie hier.