Maiduguri: 4 Mädchen zeigen stolz ihre neuen Schultaschen und Uniformen.

UNICEF Österreich Jahresbericht 2016

Ihre Hilfe kommt an. Im Jahr 2016 war die Hilfe der österreichischen Spenderinnen und Spender überwältigend. Nur dank dieser großartigen Unterstützung ist unsere Arbeit für die Kinder dieser Welt möglich. Denn wo immer UNICEF bei den Kindern ist - dort sind auch unsere Spenderinnen und Spender.

Wir sind stolz darauf, dass die österreichische UNICEF-Familie ein stabiler und verlässlicher Teil dieser globalen Familie für die Kinder ist. Ein herzliches DANKE an Sie!

Gesundheit

Die vierjährige Zaenab bekommt ihre Schluckimpfung gegen Polio.
© UNICEF/UN047358/Khuzaie
Irak: Die vierjährige Zaenab wird im Zuge einer großangelegten Polio-Impfkampagne geimpft.

Kein Kind soll an vermeidbaren Ursachen sterben!

Akute humanitäre Notlagen erfordern verstärkte Hilfe: In Syrien, Jemen, Nigeria, dem Südsudan, Äthiopien und Kenia unterstützt UNICEF Kinder mit lebensnotwendigen Maßnahmen, wie dem Erhalt von sauberem Trinkwasser, Impfungen, Bildung und Kinderschutz.

Hurricane Matthew erforderte sofortiges Eingreifen, um eine Choleraepidemie zu verhindern, weiters wurden unter anderem 9,4 Millionen Kinder gegen Masern geimpft, denn ohne Immunisierung sterben jährlich bis zu 1,5 Millionen Kinder.

Die österreichische UNICEF Familie hat u.a. mit 10.000 Stück Polio-Impfstoff (Kinderlähmung) dazu beigetragen, dass Kinder vor Krankheiten geschützt werden.

Ernährung

Niger: Zahira wird von ihrer Mutter gehalten und isst Erdnusspaste.
© UNICEF/UNI141591/Dicko
Im Niger finden zahlreiche Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern Unterschlupf. Mit unserer Erdnusspaste kommen die Kinder wieder zu Kräften - so wie Zahira.

Kein Kind soll mehr an Hunger leiden!

Wir versorgten mangelernährte Kinder mit therapeutischer Erdnusspaste, Spezialmilch oder eiweißreichen Keksen. Gerade in der frühkindlichen Entwicklung ist die Versorgung mit Nährstoffen und eine möglichst ausgeglichene Ernährung besonders wichtig - Allerdings erhalten fünf von sechs Kindern unter sechs Jahren nicht genug altersgerechte Nahrung.

UNICEF verstärkte seine Anstrengungen in den besonders vom Hunger betroffenen Regionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gemeinsam mit nationalen Behörden, anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern sagten wir der Unterernährung den Kampf an. Es entstanden nachhaltige Ernährungsprogramme vor Ort und die bewährte Nothilfe für Hungerkrisen, die z.B. durch El Niño verursacht werden.

Österreichische Spenderinnen und Spender halfen u.a. mit 75.000 Stück Erdnusspaste und 180.000 Stück Mikronährstoffpulver vielen Kindern in Not.

Schule

Zwei Schülerinnen schreiben während des Unterrichts konzentriert in ihre UNICEF-Blöcke.
© UNICEF/UNI198148/Soulieman
Die Schülerinnen und Schüler der Al-Athra’a Schule (Syrien) können ihre neuen Notizbücher gut im Unterricht gebrauchen.

Alle Kinder sollen zur Schule gehen!

Für ca. 124 Millionen Kinder ist dies momentan allerdings nicht möglich. Der Schwerpunkt unserer Arbeit lag 2016 auf Bildung von Mädchen, der Errichtung von Schulen und Bildungszugang in humanitären Notlagen, wie zum Beispiel in Syrien, dem Jemen und Subsahara-Afrika.

Um die Zahl an Schulkindern zu erhöhen, haben UNICEF und UNESCO in 60 Ländern eine Bildungsinitiative implementiert.

Gerade in Krisengebieten wie Syrien, oder Regionen in denen Dürre herrscht, werden von UNICEF Möbel, Hefte, Stifte, Lernmaterialien und Schulrucksäcke verteilt, Notschulen in Zelten errichtet und Lehrpersonal geschult, damit Kinder auch unter erschwerten Bedingungen die Schule besuchen können.

Trinkwasser

Rund 10 Kinder waschen ihre Hände in ihrer Schule in Indien.
© UNICEF/UN016421/Singh
Ein mehrjähriges Projekt soll hygienische Probleme in Indien der Vergangenheit angehören lassen. Hier waschen sich die Kinder in der Schule während der Mittagspause die Hände.

Alle Kinder sollen sauberes Wasser trinken!

Weltweit haben 663 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wir halfen bei der Erschließung von neuen Wasserquellen und beim Bau von Brunnen, Wasserleitungen und Sanitäranlagen. 

Wir informierten über die wichtigsten Hygieneregeln – zum Beispiel darüber, dass regelmäßiges Händewaschen die Gefahr von tödlichen Durchfallerkrankungen deutlich verringert.

In über 100 Ländern arbeitet UNICEF mit der WASH (Water, Sanitation and Hygiene) Strategie für eine intakte Wasserversorgung und verbesserte sanitäre Einrichtungen und Hygiene.

Allein in Syrien wurden 3,7 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgt, die Österreicherinnen und Österreicher halfen unter anderem mit 1.000.000 Wasserreinigungstabletten, die insgesamt 4-5 Millionen liter sauberes Wasser lieferten.

El Niño und Dürre in Afrika

Genet freut sich sichtlich, als sie den neuen Brunnen in ihrem Dorf benutzt.
© UNICEF/UN09387/Sewunet
"Wasser bedeutet Leben", meint Genet. Ihr Dorf hat jetzt auch in Dürrezeiten Zugang zu Wasser und die BewohnerInnen müssen nicht mehr täglich stundenlang danach suchen.

Hunger, Dürre, Durst. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen Afrika besonders hart.

Durch den Klimawandel wird die weltweite Versorgung mit Trinkwasser immer schwieriger. El Niño ist ein globales Wetterphänomen, das Millionen von Menschen beeinflusst. Es handelt sich dabei um die Erwärmung der Oberfläche des Meerwassers im östlichen tropischen Pazifik und führte 2016 zu einer der schlimmsten Dürrekatastrophen seit 35 Jahren. Wasserquellen versiegten oder mussten stundenlang gesucht werden, Ernteausfälle und sterbendes Vieh führten zu Lebensmittelknappheit in vielen Ländern.

In den betroffenen Regionen bekamen über 540.000 Menschen Zugang zu frischem Wasser, 137.000 Kinder bekamen Zugang zu Bildung und 1,1 Millionen erhielten Unterstützung bei der gesundheitlichen Betreuung ihrer Kinder.

 

 

Krieg in Syrien

Syrien: Eine Wasserlieferung erreicht eine Schule in Damaskus, die Kinder freuen sich.
© UNICEF/UN047417/Al- Asadi
Die Kinder der Sulimean Al-Halabi Schule in Damaskus freuen sich über eine Wasserlieferung.

Sechs Jahre Krieg in Syrien

Mehr als sechs Millionen Kinder sind zwischen den Fronten gefangen, obwohl sie am wenigsten für den Krieg verantwortlich sind, weitere 2,5 Millionen Kinder sind in Nachbarländer geflüchtet.

Mehr als 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2016 in Syrien und den umliegenden Ländern im Einsatz. Sie leiteten Impfkampagnen, versorgten Menschen, Schulen, Flüchtlingscamps und ganze Städte mit Wasser und Nahrung. Unsere Kollegen und Kolleginnen vor Ort errichteten auch Notschulen und Kinderzentren und verteilten Pakete mit Kleidung oder Hygieneartikeln.

So wurden 3,7 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgt, 3 Millionen Kinder haben Schulmaterial erhalten und 3,5 Millionen Kinder wurden gegen Polio (Kinderlähmung) geimpft.

Das alles und noch mehr macht die weltweite UNICEF-Familie möglich. Denn UNICEF finanziert seine weltweite Arbeit ausnahmslos mit freiwilligen Beiträgen.

UNICEF „Highlights“ 2016

  • 13,6 Millionen Menschen bekamen Zugang zu Trinkwasser.
  • 9,4 Millionen Kinder wurden gegen Masern geimpft.
  • 6,4 Millionen Kinder erhielten Zugang zu Schulbildung.
  • 2,2 Millionen Kinder wurden gegen akute Mangelernährung behandelt.