Kinderarbeit ist nach wie vor ein hartnäckiges Problem. Jüngsten globalen Schätzungen zufolge sind weltweit 138 Millionen Kinder – 78 Millionen Jungen und 59 Mädchen – von Kinderarbeit betroffen. Die Hälfte davon sind jünger als 12 Jahre.
Rund 54 Millionen Kinder verrichten gefährliche Arbeiten, die ihre Gesundheit, Sicherheit und geistige Entwicklung unmittelbar gefährden. Gründe dafür sind Armut, fehlende Sozialsysteme, aber auch Konflikte, Krankheiten und ein Mangel an Bildung. Bei Kinderarbeit handelt es sich um ein extrem vielschichtiges Problem.
Helfen Sie jetzt um ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden!
Aktuelle Lage: Kinderarbeit hat schwerwiegende Folgen
Fast zwei Drittel aller Kinder, die arbeiten müssen, leben in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
Armut, Krisen & Konflikte erschweren die Abschaffung von Kinderarbeit.
UNICEF versucht, mit Ausbildungsprogrammen dem entgegenzuwirken. Zum Beispiel haben Abigaël und Tshibola aus der Demokratischen Republik Kongo an einem Schnitt- und Nähkurs teilgenommen.
„Früher haben wir gebrannte Ziegel transportiert, was nicht einfach war“, erzählt Abigaël.
In Lateinamerika und der Karibik arbeiten rund 7 Millionen Kinder. Das sind etwa 5,5 % aller Kinder.
Paolo aus Peru ist mehr als nur ein Schüler, er hat viele Aufgaben, unter anderem kümmert er sich um seine jüngeren Geschwister.
Aber er hilft auch den Älteren beim Kochen und bei der Pflege des Hofes.
UNICEF setzt sich dafür ein, dass für Kinder wie Paolo das Lernen und die Schule im Mittelpunkt stehen kann.
In Asien und dem Pazifik zeigen sich Fortschritte beim Kampf gegen Kinderarbeit. Die Kinderarbeit ist auf 3 % gesunken. Das ist ein Rückgang um 50 % seit dem Jahr 2020.
Der 13-jährige Shafiul aus Bangladesch muss arbeiten gehen, um seine Familie zu unterstützen. Bereits als Kind hat Shafiul angefangen, in einer kleinen Silberpolierfabrik zu arbeiten. Rund 8 Euro hat er dabei täglich verdient.
Um dem Alltagsstress zu entfliehen, verbringt Shafiul zwei Stunden in einer UNICEF-Kinderschutzstelle. An diesem sicheren Ort bekommt er etwas zu essen, kann sich ausruhen, duschen, lernen und mit anderen Kindern spielen.
So hilft UNICEF gegen Kinderarbeit
- UNICEF richtet in den Minenregionen Kinderkrippen und Schulen ein.
- Jugendliche können eine Ausbildung zum Schneider, Mechaniker oder Tischler machen. Nach dem Abschluss erhalten sie die Grundausstattung für ihr Handwerk.
- Damit Kinder nicht mehr mitarbeiten müssen, brauchen ihre Familien ein sicheres Einkommen. Dafür setzen wir uns ein.
- Jedes Kind erhält eine Geburtsurkunde – und hat damit offiziell Anspruch auf medizinische Versorgung und einen Platz in der Schule.
- UNICEF klärt über die Gefahren von Kinderarbeit auf und zieht die Regierungen & Polizei in die Verantwortung.
Sakunda geht wieder zur Schule
Die neunjährige Sakunda aus der Demokratischen Republik Kongo musste zwei Jahre lang schwere körperliche Arbeit in Steinbrüchen leisten. Sie zerkleinerte dort Steine, die anschließend verkauft wurden. Vom aufgewirbelten Staub wurde sie krank.
Gemeinsam mit Partnern starteten wir eine Initiative zur Verhinderung von Kinderarbeit im Bergbau. Unter anderem war es uns ein besonderes Anliegen, die Eltern für die Gefahren zu sensibilisieren.
So können Kinder wie Sakunda wieder zur Schule gehen. „Als ich in der Schule ankam, bekam ich einen Rucksack, Hefte und eine Uniform. Ich träume davon, Ministerin zu werden“, sagt sie.
Ihre Spende kommt an!
Ihre Spende wird zum Wohl der Kinder eingesetzt!
- Weltweit arbeiten wir mit Partnerorganisationen und lokalen Initiativen, damit Kinder vor Ort die Hilfe erhalten, die sie am dringendsten brauchen.
- Unsere Arbeit ist nur mithilfe von Spenden wie Patenschaften möglich, da wir keine Pflichtbeiträge von Regierungen erhalten.
- Wir arbeiten gewissenhaft und berichten detailliert und transparent. Daher ist UNICEF Österreich mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet.
- Ihre Spende und Patenschaft ist steuerlich absetzbar.
Jetzt spenden und Kindern in Not helfen!
Spendengrund
Wichtige Fragen zum Thema Kinderarbeit
Was ist die offizielle Definition von Kinderarbeit?
Laut offizieller Definition ist Kinderarbeit eine Arbeit, für die Kinder zu jung sind, die zu gefährlich oder zu ausbeuterisch ist. Dazu gehören auch Tätigkeiten, welche die körperliche oder seelische Entwicklung schädigen, oder die Jungen und Mädchen vom (regelmäßigen) Schulbesuch abhalten.
Welche Formen der Kinderarbeit gibt es?
Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit sind Sklaverei, Zwangsarbeit einschließlich des Einsatzes von Kindersoldaten, Kinderprostitution und Kinderpornographie, kriminelle Tätigkeiten wie den Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere, sowie alle Tätigkeiten, die die Sicherheit und Gesundheit eines Kindes gefährden.
Was sind die Folgen von Kinderarbeit?
Ausbeuterische Kinderarbeit kann gesundheitliche und körperliche Folgen für die Kinder haben. Die Kinder sind häufig mit mangelnder Schutzausrüstung, giftigen Chemikalien und gesundheitsschädlichem Staub (zum Beispiel beim Abbau von Glimmer in Bergwerken) ausgesetzt.
Extrem anstrengende körperliche Arbeit bei viel zu langen Arbeitszeiten trägt zusätzlich dazu bei. Außerdem kann Kinderarbeit die geistige Entwicklung beeinträchtigen und psychische Probleme bei den betroffenen Kindern hervorrufen.
Ist Kinderarbeit immer schlimm?
Ein bisschen Mithilfe beispielsweise im Haushalt oder im Familienbetrieb kann wichtige Erfahrungen vermitteln. Problematisch wird es, wenn die Tätigkeit für Kinder nicht angemessen, gefährlich oder gesundheitsschädlich ist und wenn Kinder zu lange oder zu hart arbeiten müssen. Das kann sich ebenfalls negativ auf ihre körperliche und psychische Entwicklung auswirken.
Eines der Hauptprobleme ist, wenn Kinder aufgrund der Arbeit nicht in die Schule gehen können – was immerhin auf ein Drittel der Kinderarbeiter zutrifft. Ihnen fehlt häufig die Zeit, zuhause zu lernen oder sie können wegen der Erschöpfung dem Unterricht nicht folgen.
Ohne ausreichende Bildung fällt es diesen Kindern als Erwachsene schwer, eine gut bezahlte Arbeit zu finden und so der Armut zu entkommen, was wiederum dazu führen kann, dass später auch ihre Kinder arbeiten müssen.