Schluss mit Gewalt gegen Kinder

ENDviolence - Schluss mit Gewalt gegen Kinder!

Gewalt zerstört Kinder und ihre Kindheit

Mobbing und physische Gewalt zerstören täglich Leben – in jedem Land und auf allen Ebenen der Gesellschaft.

Auch vor Schultüren macht Gewalt keinen Halt. Für viele Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt ist die Schule ein gefährlicher Ort. Gewalt kommt nicht nur in Schulgebäuden vor, in unserer digitalen Welt wird die Schulgemeinschaft durch Social Media erweitert. Cyber-Mobbing ist eine Realität, unter der viele Schüler tagtäglich leiden.

Kein Kind sollte Angst haben, in die Schule zu gehen. Gewalt ist oft ein unsichtbares Problem. Weil sie hinter verschlossenen Türen stattfindet. Weil die Menschen ihre Augen davor verschließen. Weil sie es aus Angst oder Scham nicht melden. 

Soziale Medien haben einen großen Einfluss auf das Leben von Kindern, und die ständige Verbindung zum Internet birgt auch viele Risiken, einschließlich der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet. Die Statistiken zeigen nicht das wahre Ausmaß des Problems. 

Wunden und Blutergüsse mögen verschwinden, seelische Narben wiegen oftmals schwerer. Gewalt ist eine unvergessliche Lektion, die kein Kind lernen muss. Gewalt schadet der körperlichen und seelischen Gesundheit von Kindern. Sie beeinträchtigt ihre Lernfähigkeit und ihre Fähigkeit zur Sozialisierung. Und sie behindert ihre Entwicklung zu produktiven Erwachsenen und guten Eltern. Kinder, die Gewalterfahrungen ausgesetzt sind, werden in ihrem späteren Leben häufiger als andere Kinder zu Tätern oder Opfern. 


Schülerinnen und Schüler überprüfen ihre Smartphones.
© UNICEF/UN014974/Estey
Philippinen: Die Schülerinnen und Schüler der Franz von Assisi Schule in Cebu checken ihre Smartphones nach dem Unterricht.


Wenn Gewalt um sich greift und eine Gesellschaft unempfindlich für ihre Auswirkungen wird, gedeiht Straffreiheit. Wenn niemand über Gewalt spricht oder sich niemand dagegen einsetzt, glauben Täter, dass ihre Verbrechen toleriert werden. Und Opfer glauben, dass ihr Leid und Schrecken nie vorbei sein werden. 

Es gibt weltweit insgesamt 87 Länder und Territorien, die körperliche Bestrafungen in Schulen nicht vollständig verbieten. Nur 9% aller Kinder unter 5 Jahren leben somit in Ländern, wo körperliche Strafen vollständig untersagt sind.

Es ist an der Zeit, für Kinder einzutreten und Gewalt zu bekämpfen

Der Schutz von Kindern ist seit seiner Gründung im Jahr 1946 ein Herzstück des Mandats von UNICEF. Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes hält fest, dass jedes Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs geschützt werden muss (KRK, Artikel 19). 

UNICEF’s Rolle ist es, die wachsende Dynamik zu verstärken, Empörung und Zorn in konstruktive Maßnahmen umzuwandeln und Menschen zu engagieren, sich gegen Gewalt an Kindern einzusetzen. UNICEF ermutigt junge Menschen auf der ganzen Welt, ihre Stimme zu erheben und ihre Lösungen vorzustellen, um Gewalt an Schulen und in anderen Lebensbereichen auszumerzen.

Die Initiative ruft die Menschen dazu auf, Gewalt zu sehen, sich mit Gleichgesinnten zusammenzuschließen und sich gegen Gewalt einzusetzen. Der rote Faden der Initiative lautet daher: 

Mach Unsichtbares sichtbar. Hilf uns, Gewalt gegen Kinder auszurotten.


Was tun bei Gewalt gegen Kinder?

Als Opfer von Gewalt

Trau dich was sagen!

Es ist nicht deine Schuld, wenn dir jemand etwas Schlimmes antut und du musst dich auch sicher nicht dafür schämen.

Wenn du Hilfe brauchst, dann geh am Besten zu einem Erwachsenen, dem du vertraust (zum Beispiel eine Lehrerin oder ein Lehrer) und sprich mit ihm über dein Problem. Niemand kann dir etwas vorwerfen, wenn du einfach nur die Wahrheit sagst.

Wenn du dich nicht traust, mit einem Erwachsenen zu reden, dann vertraue dich zuerst einer Freundin oder einem Freund an. Vielleicht könnt ihr dann ja gemeinsam zu einem Erwachsenen gehen.

Es gibt auch spezielle Beratungsstellen für Kinder, denen Gewalt angetan wurde. Die Beratung erfolgt meistens anonym, das heißt, dass du deinen Namen nicht sagen musst und niemand erfährt, dass du dich an so eine Stelle gewandt hast.

Als Zeuge von Gewalt gegen Kinder

In einem Zentrum für Straßenkinder in Kenia tröstet eine Mitarbeiterin ein weinendes Mädchen.
© UNICEF/NYHQ2012-0757/Noorani
In einem Zentrum für Straßenkinder in Kenia tröstet eine Mitarbeiterin ein weinendes Mädchen.

Kinder und Jugendliche

Sei vorsichtig! Du solltest dich nur einmischen, wenn du dich dabei selbst nicht in Gefahr bringst!

Wenn du mit ansiehst, wie einem Kind Gewalt angetan wird, dann ruf am Besten einen Erwachsenen oder die Polizei (133) zu Hilfe.

Wenn du glaubst, dass ein Freund oder eine Freundin oder jemand aus deiner Klasse zum Opfer von Gewalt wurde, dann frag' vorsichtig nach und biete deine Hilfe an. Oft geht es den Betroffenen schon besser, wenn sie mit jemandem über die Sache reden können. Sprich ihm oder ihr Mut zu und überlegt euch, was ihr als nächstes tun könnt. Schlag vor, gemeinsam zu einem vertrauenswürdigen Erwachsenen oder einer Beratungsstelle zu gehen.

Du kannst auch gleich zu einem Erwachsenen gehen, ihm von deinem Verdacht erzählen und um Rat fragen.

Erwachsene

Für Erwachsene gilt ähnliches wie für Kinder und Jugendliche die Zeuge von Gewalt wurden. Sie müssen entscheiden, wie groß das Risiko ist, wenn Sie sich einmischen. Falls Sie sich selber in Gefahr bringen oder zu befürchten ist, dass die Situation eskaliert, wenn sie einschreiten, ist es oft besser, gleich die Polizei zu rufen.

Dabei gilt: Lieber einmal zu oft die Polizei rufen, als einmal zu wenig! Zögern Sie im Zweifelsfall also nicht, sich an die Exekutive zu wenden.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Kind in Ihrer Umgebung misshandelt oder sexuell missbraucht wird, dann können Sie selbstverständlich nachfragen. Gehen Sie dabei aber äußerst vorsichtig und sensibel vor!

Es ist aber meistens sinnvoller sich Rat zu holen, als vorschnell und unüberlegt zu handeln. Die zuständigen Beratungsstellen stehen in der Regel nicht nur Kindern offen, sondern auch Erwachsenen, die nicht wissen, wie sie sich in so einer Situation verhalten sollen. 

Weitere Infos zur richtigen Hilfe für Opfer von Gewalt:

http://www.gewalt-ist-nie-ok.at/wie-helfen/

http://www.interventionsstelle-wien.at

http://www.die-moewe.at/de/hilfe-bei-verdacht-auf-sexuellen-missbrauch


Beratung & Hilfe

Wer Opfer oder Zeuge von Gewalt an Kindern wird, kann sich an folgende Stellen wenden:

In dringenden Fällen, also in Notsituationen, wenn akute Gefahr besteht oder jemand verletzt wurde, sollte auf jeden Fall die Polizei oder die Rettung verständigt werden!
Polizei: 133
Rettung: 144

In allen anderen Fällen können folgende Stellen Hilfe und Beratung bieten:

Rat auf Draht: 147

Anonyme Hotline, rund um die Uhr erreichbar, für alle Arten von Fragen und Problemen, auch bei dringenden Anliegen.
Rat auf Draht ist auch per Email und online erreichbar:
Email: rataufdraht@orf.at 
Online-Beratung: www.rataufdraht.orf.at/beratung
Da die Beantwortung dieser schriftlichen Anfragen in der Regel nicht sofort erfolgt, wird bei kurzfristigen Anliegen die Hotline empfohlen.

Kindernotruf (Verein Lichtblick): 0800/567 567

Anonyme Hotline, 0-24h, für alle Sorgen, Probleme und Krisen von Kindern und Jugendlichen - und deren Eltern.

Kinder- und Jugendanwaltschaft (KIJA)

Kinder- und Jugendanwaltschaft des Bundes: 0800/240 264
Die KIJA des Bundes bietet (rechtliche) Auskünfte zu Themen wie Jugendschutz, Obsorge, Gewalt an Kindern usw.
Auf www.kija.at sind die Kontaktdaten der Kinder- und Jugendanwaltschaften in den Bundesländern schnell verfügbar.

Die Möwe

Der Verein "die möwe" bietet kostenlose und anonyme Beratung für minderjährige Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch, sowie für deren Angehörige und Bezugspersonen.

Telefonberatung: 01 532 15 15
MO - DO: 9.00 - 17.00 Uhr
FR: 9.00 - 14.00 Uhr

"Die möwe" kann auch per Email und online kontaktiert werden, näheres unter: www.die-moewe.beranet.info.

Notschlafstellen für Jugendliche (14-21 Jahre)

Wien: a_way

Notschlafstelle der Caritas

Neumayrgasse 4/EG
1160 Wien

T: 01-897 52 19
Fax: 01-892 08 66
E-mail: a_way[ät]caritas-wien.at
www.caritas-wien.at

täglich 19.00-9.00 Uhr
Beratung und Begleitung: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 8.30-10.30 Uhr

Graz: Caritas Schlupfhaus

Mühlgangweg 1
8010 Graz

Tel. und Fax: 0316/48 29 59
e-mail: schlupfhaus[ät]caritas-graz.at 
schlupfhaus.caritas-steiermark.at

täglich 18 - 9 Uhr