Ein Bild auf einem Smartphone.
© UNICEF/UN0856495

Die Feiertage stehen vor der Tür. Das bedeutet für Eltern oft, viele süße Kinderfotos zu machen: Neben Weihnachtsbaum und Geschenken, im Schnee oder beim Kuscheln, Essen und Spielen. Schließlich will man diese schönen Momente gerne festhalten.

Schnell werden die Kinderfotos dann ohne Nachdenken auf Social Media gestellt. Die Erinnerungen sollen mit Freunden, Familie und dem weiteren Netzwerk geteilt werden. Eine gute Idee? Nein!

Die Sharenting Bedeutung setzt sich zusammen aus den Wörtern „Parenting“ („Elternschaft“) und „to share“ („etwas teilen“). Kurz gesagt heißt es, dass Eltern Fotos ihrer Kinder in sozialen Medien teilen. Sie möchten andere an den Momenten des Alltags teilhaben lassen. Oft auch aus sozialem Druck heraus und ohne sich der Sicherheitsrisiken für ihre Kinder bewusst zu sein.

Unüberlegtes Teilen von Kinderbildern im Netz durch Eltern, aber auch Großeltern und andere Bezugspersonen ist sicher keine gute Idee. Denn jeder Moment, den Sie online teilen, hinterlässt eine digitale Spur. Das hat langfristige Auswirkungen auf die Kinder.

Umfrageergebnisse zu Sharenting

UNICEF Österreich hat gemeinsam mit marketagent eine repräsentative Studie mit über 1.000 Personen im Alter von 14-75 Jahren durchgeführt. Die Studie zum Thema Medienkompetenz, Risiken und der Rolle von Eltern, Politik & Plattformen hat Folgendes zum Thema Sharenting ergeben:

  • 50,4% finden es grundsätzlich nicht in Ordnung, Kinderfotos auf Social Media zu teilen. Ursache ist die Verletzung von Persönlichkeitsrechten des Kindes.
  • Die Befragten haben es als Verletzung der persönlichen Grenzen bzw. der Privatsphäre von Kindern gesehen, wenn:
    • das Kind nackt oder in intimen Situationen gezeigt wird (77,8 %)
    • das Kind später Nachteile dadurch haben könnte (73,6 %)
    • das Kind identifizierbar ist (Name, Gesicht, Ort etc.) (61,6 %)
    • das Kind dem nicht zustimmen kann (47 %)
  • Zu gesetzlichen Regelungen würden sich 45,9 % wünschen, dass Kinderbilder- und Videos nur gepostet werden dürfen, nachdem die Meinung des Kindes altersgerecht berücksichtigt wurde.  36,5% gaben an, dass es grundsätzlich verboten sein sollte, Kinderfotos- und Videos auf Social Media zu posten.

Gefahren von Sharenting

Auch wenn es harmlos erscheinen mag, kann „Sharenting“ unbeabsichtigte und schwerwiegende Folgen haben. Viele Eltern sind selbst unsicher beim verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Unklar ist oft, wer die geteilten Fotos sehen kann und welche Daten über das Kind geteilt werden. Kinderrechte wie Privatsphäre, Datenschutz und Sicherheit können beim unbedachten Teilen von Kinderbildern im Netz verletzt werden. Persönlichkeitsrechte und die Perspektive des Kindes werden oft vernachlässigt. Was Sie über die Sicherheitsrisiken für Kinder wissen sollten:

Eine Mutter zeigt ein Foto auf ihrem Handy.

Kinder in die Entscheidung einbeziehen

Ein Ukrainisches Mädchen mit ihrem Smartphone, sie macht ein Peace-Zeichen.

Teilen Sie Kinderfotos nicht leichtfertig und achten Sie die Rechte Ihrer Kinder!

Wie geht „verantwortungsvolles Sharenting“?

  • Schützen Sie die Privatsphäre Ihrer Kinder: Prüfen Sie, wer das Bild sehen kann. Vermeiden Sie persönliche Details (Wohnort, Namen etc), unangenehme Erzählungen oder Bilder Ihrer Kinder.
  • Achtung: Durch KI können heute auch „harmlose“ oder unkenntlich gemachte Bilder bearbeitet und etwa für sexualisierte Darstellungen verwendet werden.
  • Respektieren Sie die Meinung Ihres Kindes. Beziehen Sie Ihre Kinder altersgerecht in die Entscheidung ein, etwa was fotografiert oder online geteilt wird
  • Überdenken Sie, was Sie bereits geteilt haben: Es ist nie zu spät ältere Beiträge zu löschen, die für Ihr Kind unangenehm oder zu persönlich sein könnten. Überlegen Sie: Wäre es für Sie okay, wenn ein derartiges Kinderbild von Ihnen im Netz wäre? Wenn es somit gespeichert und geteilt werden kann?
  • Die Verantwortung liegt aber auch bei Politik und digitalen Plattformen, durch gezielte Maßnahmen den digitalen Raum für Kinder sicher zu machen.
Eine Mutter in Ecuador zeigt ihrem Kinde etwas auf dem Smartphone.
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