Jenseits der erschütternden Zahl an Opfern bringen Verzögerungen und Störungen bei Lieferketten Kinder weltweit in Gefahr.

New York/Wien – Mehr als einen Monat nach der militärischen Eskalation im Nahen Osten fordert der Konflikt weiterhin einen verheerenden Tribut von Kindern in der gesamten Region. Mehr als 340 Kinder wurden Berichten zufolge getötet und Tausende verletzt. Dazu zählen 216 getötete und 1.767 verletzte Kinder im Iran, 124 getötete und 413 verletzte Kinder im Libanon, 4 getötete und 862 verletzte Kinder in Israel, 1 getötetes Kind in Kuwait, 4 verletzte Kinder in Bahrain und 1 verletztes Kind in Jordanien. Das schwerste berichtete Ereignis mit Kinderopfern ereignete sich am ersten Kriegstag, als bei einem Raketenangriff auf die Shajareh Tayyebeh-Schule im Iran 168 Kinder getötet wurden.

Unerbittliche Angriffe der Konfliktparteien in mehreren Ländern zerstören und beschädigen Einrichtungen und Infrastrukturen, auf die Kinder angewiesen sind, darunter Krankenhäuser, Schulen sowie Wasser- und Abwassersysteme.

Im gleichen Zeitraum hat die anhaltende Gewalt im Staat Palästina, einschließlich Gaza und dem Westjordanland, 16 palästinensische Kinder getötet und mehr als 50 verletzt.

„Kinder in der Region sind entsetzlicher Gewalt ausgesetzt, während die Systeme und Dienste, die sie schützen sollen, selbst angegriffen werden“, sagte Catherine Russell, Exekutivdirektorin von UNICEF. „Es ist dringend notwendig, dass alle Konfliktparteien handeln, um das Leben von Zivilisten zu schützen und die Rechte der Kinder zu wahren.“

In der gesamten Region wurden mehr als 1,2 Millionen Kinder vertrieben, da Bombardierungen und Evakuierungsanordnungen ganze Gemeinden entleert haben. Diese Umbrüche gehen häufig mit traumatischen Erlebnissen und dem Verlust all dessen einher, was Kindern einst ein Gefühl von Sicherheit gab. Eine längere Belastung durch Gewalt und Instabilität ist dafür bekannt, dauerhafte Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung, die Emotionsregulation und die langfristige psychische Gesundheit zu haben.

Die anhaltenden Feindseligkeiten wirken sich zunehmend auf Kinder im Nahen Osten und darüber hinaus aus. UNICEF schätzt, dass Unterbrechungen bei Beschaffung, Produktion und Transport infolge der Konflikte zu Verzögerungen von bis zu sechs Monaten führen könnten, bis lebenswichtige Güter Länder auf der ganzen Welt erreichen. Die steigenden weltweiten Ölpreise – prognostiziert ist ein Anstieg um bis zu 20 Prozent – könnten zudem zu höheren Produktionskosten für essentielle Produkte wie Impfstoffe und Ernährungsartikel sowie zu steigenden Transportkosten führen. Darüber hinaus verschärfen logistische Herausforderungen wie Hafenüberlastungen und verlängerte Schifffahrtsrouten die Situation zusätzlich, wobei maritime Umleitungen die Transportzeiten um bis zu vier Wochen verlängern.

UNICEF hilft im Iran und Libanon

Als Reaktion auf die weltweiten Lieferstörungen stellt UNICEF weiterhin einen stabilen Fluss kritischer Güter für Kinder weltweit sicher, indem alternative Luft-, Land- und Seewege aktiviert, die Bezugsquellen für lebensrettende strategische Güter diversifiziert und Beschaffungen vorgelagert werden, um längere Vorlaufzeiten zu berücksichtigen. Zudem verhandelt UNICEF aktiv mit Transportunternehmen, um übermäßige Zuschläge zu begrenzen und humanitäre Güter zu priorisieren, sodass betroffene Regionen weiterhin die lebenswichtige Unterstützung erhalten, auf die Kinder angewiesen sind.

Im Iran setzt UNICEF auf Ersuchen des Gesundheitsministeriums vorpositionierte Gesundheitsgüter ein, darunter mobile Gesundheitseinheiten, Zelte für die Primärversorgung und Notfallgesundheitspakete, um etwa 226.000 Menschen in den betroffenen Gebieten wieder Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu verschaffen. Diese Unterstützung umfasst die Bereitstellung von Impfstoffen, zusätzlichen Primärversorgungsgütern sowie Leistungen im Bereich psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung (MHPSS) für Kinder, Jugendliche und Gemeinschaften.

Auch im Libanon hat UNICEF angesichts der wachsenden Herausforderungen seine Notfallmaßnahmen ausgeweitet, um Kinder und Familien mit dringend benötigter humanitärer Hilfe zu erreichen. Dies umfasst die Unterstützung besonders gefährdeter Gruppen von Geflüchteten in Notunterkünften, Gastgemeinden und schwer erreichbaren Gebieten. Gemeinsam mit Partnern hat UNICEF die Gesundheitsdienste ausgeweitet, um vertriebenen Familien ein integriertes Leistungspaket bereitzustellen – einschließlich Impfungen sowie neonatologischer und pädiatrischer Intensivversorgung – in über 290 Unterkünften und für mehr als 480.000 Menschen in Gastgemeinden. Darüber hinaus hat UNICEF 20 Wasser- und Abwassersysteme im ganzen Land repariert, wodurch zuverlässige Wasser- und Abwasserdienste für über 1,2 Millionen Menschen wiederhergestellt wurden.

UNICEF bekräftigt die Forderung des Generalsekretärs nach einer sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten und einer echten Deeskalation. Jede Partei muss äußerste Zurückhaltung üben. Nach internationalem humanitärem Recht müssen Zivilpersonen – insbesondere Kinder – und zivile Objekte jederzeit geschützt werden.

Weitere Informationen zur Arbeit von UNICEF im Rahmen des Krieges in Nahost.

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