UNICEF-Erklärung zu den intensivierten Angriffen auf den Libanon und den verheerenden Auswirkungen auf Kinder
New York/Wien – „Die Intensivierung der Kampfhandlungen im Libanon fordert weiterhin einen verheerenden und unmenschlichen Tribut von Kindern. In nur wenigen Minuten gestern, als die Nachricht über ein regionales Waffenstillstandsabkommen landesweit kurzzeitig Hoffnung entfachte, trafen tödliche israelische Luftangriffe Ziele im gesamten Libanon und töteten Berichten zufolge 33 Kinder und verletzten 153 weitere.
Kinder und Familien sahen sich einer Welle von Bombardierungen ausgesetzt, die Gemeinschaften mit zerstörerischer Wucht trafen. Das jüngste Blutvergießen erhöht die ohnehin erschütternde Zahl auf 600 Kinder, die seit dem 2. März im Libanon entweder getötet oder verletzt wurden.
UNICEF erhält Berichte über Kinder, die unter Trümmern hervorgezogen wurden, während andere weiterhin vermisst werden und von ihren Familien getrennt sind. Viele erleben schwere Traumata, nachdem sie geliebte Menschen, ihr Zuhause und jedes Gefühl von Sicherheit verloren haben. Landweit wurden mehr als eine Million Menschen vertrieben, darunter schätzungsweise 390.000 Kinder, viele von ihnen bereits zum zweiten, dritten oder sogar vierten Mal.
Das humanitäre Völkerrecht ist eindeutig: Zivilistinnen und Zivilisten, einschließlich Kinder, müssen jederzeit geschützt werden. Alle Konfliktparteien müssen alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Zivilistinnen und Zivilisten sowie zivile Infrastruktur zu schützen und einen sicheren, dauerhaften und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten. Der Einsatz von Explosivwaffen mit großflächigen Auswirkungen in dicht besiedelten Gebieten stellt eine tödliche Bedrohung für Kinder dar. Er muss beendet werden.
UNICEF ist in Beirut vor Ort und versorgt im Rahmen des von UNICEF unterstützten Programms Assistance and Care for War-Wounded and Affected Children (ACWA) viele verletzte Kinder. Angesichts des stark steigenden Bedarfs verstärkt UNICEF seine Nothilfe. Unsere Teams helfen bei der Bereitstellung lebenswichtiger Güter in Notunterkünften, liefern medizinische Versorgung an öffentliche Gesundheitseinrichtungen, und mobile Einheiten leisten dringend benötigte Hilfe für vertriebene Familien.
Während Waffenstillstandsbestrebungen andernorts ein gewisses Maß an Erleichterung gebracht haben, stellt – wie der UN-Generalsekretär heute zuvor erklärte – die anhaltende militärische Aktivität im Libanon ein ernstes Risiko für den Waffenstillstand sowie für die Bemühungen um einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region dar. Die Kinder im Libanon dürfen nicht zurückgelassen werden.“
Erfahren Sie mehr darüber, wie UNICEF während dem Krieg in Nahost und im Libanon hilft.
Hinweise
Foto- und Videomaterial aus dem Libanon.
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