Erdbeben Venezuela: 47 Tonnen Hilfsgüter für Gesundheit, Wasser und Bildung aus EU-Lagerbestand in Kopenhagen mobilisiert; weitere Unterstützung soll in den kommenden Tagen folgen.
Caracas/Kopenhagen/New York/Wien – Als Reaktion auf die verheerenden Erdbeben, die Venezuela am 24. Juni erschütterten, ist heute eine 47 Tonnen schwere Lieferung humanitärer Hilfsgüter von UNICEF im Land eingetroffen, um betroffene Kinder und Familien zu unterstützen.
Die Lieferung, mobilisiert aus einem Bestand der Europäischen Union, der im globalen UNICEF-Zentrum für Versorgung und Logistik in Kopenhagen gelagert wird, umfasst Notfall-Gesundheitskits für die dringende medizinische Versorgung, darunter Materialien für sichere Geburten, die Versorgung von Neugeborenen sowie die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten. Darüber hinaus enthält sie Ausrüstung zur Wasseraufbereitung und Wasserspeicherung, um die Versorgung mit sicherem Trinkwasser zu unterstützen, Zelte für die Einrichtung kinderfreundlicher Räume und Versorgungsstellen, Mobilitätshilfen wie Rollstühle sowie Freizeit- und Frühförderungsmaterialien, die Kindern helfen sollen, ein Gefühl von Normalität zurückzugewinnen und ihr Lernen fortzusetzen.
„Diese Lieferung hätte zu keinem kritischeren Zeitpunkt für die Kinder hier in Venezuela eintreffen können“, sagte Roberto Benes, UNICEF-Regionaldirektor für Lateinamerika und die Karibik. „Familien in den betroffenen Bundesstaaten benötigen dringend sauberes Wasser sowie Zugang zu Gesundheitsdiensten. Viele schlafen im Freien, weil sie weitere Nachbeben befürchten. Diese Hilfsgüter werden uns dabei helfen, Kinder und Familien mit dem zu versorgen, was sie derzeit am dringendsten benötigen – medizinische Versorgung, sauberes Wasser und sichere Zufluchtsorte. Doch der Bedarf vor Ort ist weitaus größer als das, was heute angekommen ist, und wir benötigen nachhaltige Unterstützung, um unsere Hilfsmaßnahmen weiter ausbauen zu können.“
Schätzungsweise 680.000 Kinder in den sechs von den Erdbeben betroffenen Bundesstaaten sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Erdbeben stellen das schwerwiegendste seismische Ereignis dar, das Venezuela seit mehr als einem Jahrhundert getroffen hat. Die Gemeinden bleiben weiterhin durch anhaltende Nachbeben gefährdet; seit den ersten Erschütterungen wurden mehr als 600 Nachbeben registriert.
Diese Lieferung wird zusammen mit einer regionalen Hilfslieferung aus Panama, die am 28. Juni eingetroffen ist, voraussichtlich mehr als 100.000 Kinder und Familien über einen Zeitraum von drei Monaten unterstützen.
UNICEF setzt die Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden, dem UN-Länderteam sowie humanitären Partnern fort, um den Bedarf zu bewerten und die Hilfsmaßnahmen in den Bereichen Kinderschutz, Gesundheit, Ernährung sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste (WASH) auszuweiten.
UNICEF schätzt, dass 52 Millionen US-Dollar benötigt werden, um auf die Notsituation infolge der Erdbeben zu reagieren. Dieser Betrag ist Teil des umfassenderen UNICEF-Aufrufs „Humanitarian Action for Children 2026“ für Venezuela, dessen Gesamtvolumen 137,6 Millionen US-Dollar beträgt und der bereits vor den Erdbeben nur zu 35 Prozent finanziert war. UNICEF hat rund 3,5 Millionen US-Dollar aus eigenen internen Nothilfemitteln mobilisiert, um die schnelle Erstbereitstellung von Hilfsgütern und Personal zu ermöglichen.
UNICEF bittet weiterhin um Unterstützung der Nothilfe Venezuela.
Bleiben Sie immer informiert und abonnieren Sie den UNICEF Österreich WhatsApp-Channel.
Jetzt spenden und Kindern in Not helfen!
Spendengrund