In einem UNICEF Zelt stehen Menschen in Schutzanzügen.

Kampf gegen Ebola in der DR Kongo: Stellungnahme von Gilles Fagninou, UNICEF-Regionaldirektor für West- und Zentralafrika, nach seinem Besuch in Ituri.

Dakar/Wien – „Ich bin gerade von einer Mission in der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt – mit einer noch stärkeren Überzeugung: Ebola kann eingedämmt werden, sofern wir schneller und gemeinschaftlicher handeln.

Die Epidemie breitet sich weiter aus. Mittlerweile sind fünf Provinzen betroffen: Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uélé und Tshopo. Bis zum 13. Juli wurden 2.111 bestätigte Fälle registriert, darunter 750 Todesfälle. Diese geografische Ausweitung macht die Bekämpfung der Epidemie in einem Umfeld von Konflikten, Unsicherheit, Bevölkerungsbewegungen und eingeschränktem Zugang noch komplexer und zugleich dringlicher.

Dennoch habe ich vor Ort trotz dieser Herausforderungen auch Anlass zur Hoffnung gesehen. In Bunia traf ich einen drei Monate alten Säugling, der Ebola überlebt hat, sowie ein neun Monate altes Kind, das trotz des Verlusts beider Elternteile dank der mit unseren Partnern eingerichteten psychosozialen Unterstützungs- und Schutzangebote allmählich wieder zu lächeln beginnt. Diese Kinder verkörpern eine wesentliche Wahrheit: Wenn Gemeinschaften, staatliche Stellen und Partner gemeinsam handeln, werden Leben gerettet.

Die Reaktion auf die Epidemie muss nun schneller voranschreiten als das Virus selbst. UNICEF unterstützt die Behörden bei vier Prioritäten: der Mobilisierung der Gemeinschaften und der Bekämpfung von Fehlinformationen, der Stärkung von Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, dem Schutz betroffener Kinder sowie der gemeindebasierten Überwachung. Besonders beeindruckt haben mich die in der Nähe von Ebola-Zentren eingerichteten Kinderbetreuungseinrichtungen, die kleinen Kindern eine sichere Umgebung bieten, wenn ihre Eltern im Krankenhaus behandelt werden. Dieser innovative Ansatz verdient eine Ausweitung.

Ebola kann jedoch nicht isoliert betrachtet werden. Die Reaktion muss mit den anderen Notlagen verknüpft werden, denen die Gemeinschaften gegenüberstehen – darunter Mangelernährung, Cholera, Polio und Vertreibung –, und zugleich die Kontinuität grundlegender Dienstleistungen sicherstellen, einschließlich der Gesundheitsversorgung und der Vorbereitung auf das kommende Schuljahr.

Abschließend rufe ich zu einer dringenden Mobilisierung von Ressourcen auf. Wir wissen, wie diese Epidemie gestoppt werden kann. Die Herausforderung liegt nicht im Mangel an Lösungen, sondern im Mangel an finanziellen Mitteln, um diese Lösungen im erforderlichen Umfang umzusetzen. UNICEF hat seine eigenen Ressourcen rasch mobilisiert und erhält wertvolle Unterstützung von mehreren Partnern. Dennoch stehen derzeit nur 25 Prozent der benötigten Finanzierung zur Verfügung. Während das Virus weiter voranschreitet, halten die verfügbaren Mittel nicht Schritt.

Die Eindämmung dieser Epidemie liegt in unserer Reichweite. Dazu bedarf es eines verstärkten gemeinsamen Handelns, einer beschleunigten Reaktion und einer anhaltenden internationalen Solidarität an der Seite der Regierung und der betroffenen Gemeinschaften.“

Hinweise für Redaktionen

Foto- und Videomaterial aus der DR Kongo.

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