Update 27.08.2026 16:00: Mehr als 17.000 Kinder sind nach der Sturzflut in Nepal dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Kathmandu/Wien – Mindestens 17.000 Kinder sind von den verheerenden Sturzfluten betroffen, die am 26. August die nepalesischen Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading verwüsteten. Bisher kamen schätzungsweise 332 Menschen ums Leben, darunter mindestens 14 Kinder; Hunderte weitere gelten noch immer als vermisst. Es wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt, während die Such- und Rettungsmaßnahmen andauern.
„Kinder in den Distrikten Rasuwa und Dhading mussten innerhalb kürzester Zeit mit ansehen, wie ihr Leben buchstäblich vor ihren Augen weggespült wurde. Wohnhäuser, Klassenzimmer und Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt. Zu viele Menschen haben ihr Leben und ihre Angehörigen verloren“, sagte Alice Akunga, UNICEF-Repräsentantin in Nepal. „Da die Zahl der Todesopfer weiterhin steigt, wissen wir, dass diese Tragödie noch lange nicht vorbei ist. Kinder, die die Überschwemmungen überlebt haben, sind nun einem erhöhten Risiko für Krankheiten, Mangelernährung, Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt. UNICEF ist vor Ort und weitet seine Unterstützung aus, doch wir benötigen dringend zusätzliche Mittel, um jedes betroffene Kind zu erreichen.“
Die Sturzfluten haben ganze Gemeinden zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Straßen, Brücken, Wasserkraftanlagen, Wasserversorgungssysteme und Telekommunikationsnetze wurden schwer beschädigt. Viele betroffene Gebiete sind dadurch weitgehend unzugänglich, was die Bereitstellung lebensrettender Hilfe erheblich erschwert. Mindestens vier Gesundheitseinrichtungen wurden schwer beschädigt, sodass Kinder und Familien keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, wenn sie diese am dringendsten benötigen.
Darüber hinaus wurden 18 Schulen vollständig zerstört, weitere 20 Schulen beschädigt. Dadurch verlieren Kinder sichere Orte zum Lernen, Spielen und zur Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse. Dutzende Schulen befinden sich in den betroffenen Gebieten in unmittelbarer Nähe von Flussufern und sind weiterhin gefährdet. Schätzungsweise 10.000 Kinder im schulpflichtigen Alter benötigen nun dringend Unterstützung, um ihre Bildung fortsetzen zu können. Dazu gehören der Zugang zu temporären Lernzentren, Ersatz für verlorene Lernmaterialien sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder und Lehrkräfte.
In enger Zusammenarbeit mit der Regierung Nepals und humanitären Partnern weitet UNICEF lebensrettende Hilfsmaßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH), Bildung, Kinderschutz und soziale Absicherung aus. In den kommenden Tagen werden bereits vorpositionierte Hilfsgüter in die am stärksten betroffenen Gemeinden gebracht. Dazu zählen medizinische Notfallzelte, Moskitonetze, Neugeborenen-Sets sowie therapeutische Spezialnahrung für Kinder mit akuter Mangelernährung. Notfall-Hygienesets für Tausende Haushalte erreichen bereits die Menschen, die sie dringend benötigen.
Gleichzeitig wurden Teams für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung mobilisiert. UNICEF arbeitet daran, Kinder zu identifizieren, zu registrieren und mit ihren Familien wieder zusammenzuführen, wenn sie vermisst werden oder von ihren Angehörigen getrennt wurden. Darüber hinaus kooperiert UNICEF mit der Regierung Nepals, um betroffenen Haushalten Soforthilfen in Form von Bargeldtransfers bereitzustellen. Damit sollen Familien ihre dringendsten Grundbedürfnisse decken können und nicht auf schädliche Bewältigungsstrategien zurückgreifen müssen.
UNICEF ruft zu Spenden in Höhe von 17,2 Millionen US-Dollar auf, um die Nothilfe fortzuführen und frühe Wiederaufbaumaßnahmen zu unterstützen, bis das volle Ausmaß der Bedürfnisse erfasst werden kann. Ohne dringend benötigte, flexibel einsetzbare Finanzmittel wird UNICEF nur eingeschränkt in der Lage sein, essenzielle Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung, Bildung, Kinderschutz und soziale Sicherung für Kinder, einschließlich Kinder mit Behinderungen, sowie für Frauen bereitzustellen.
Originalmeldung: Das genaue Ausmaß der Sturzflut in Nepal ist noch nicht bekannt, UNICEF steht bereit Nothilfe zu leisten.
Nach schweren Sturzfluten im Norden Nepals laufen Such- und Rettungsarbeiten in den betroffenen Gebieten weiter auf Hochtouren. Besonders betroffen ist der Distrikt Rasuwa an der Grenze zu Tibet entlang des Bhote-Koshi-Flusses. Berichten zufolge kamen mindestens 165 Menschen ums Leben, mehr als 1.000 weitere gelten als vermisst. Die Zahlen können sich mit fortschreitenden Rettungs- und Bergungsarbeiten noch ändern.
Die Wassermassen zerstörten Häuser, Straßen, Brücken und andere wichtige Infrastruktur. Auch Strom- und Kommunikationsverbindungen wurden unterbrochen, ganze Gemeinden sind nur schwer erreichbar.
Die nepalesische Regierung hat UNICEF bereits um Unterstützung insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und bei Notunterkünften gebeten. Aktuell wird erwartet, dass der Gesundheitsbereich die dringendste Priorität haben wird, während das Ausmaß der Schäden weiter bewertet wird.
So hilft UNICEF jetzt in Nepal
UNICEF unterstützt die Bereitstellung lebenswichtiger Gesundheitsdienste in den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten, indem Notfallmedizin und medizinische Hilfsgüter bereitgestellt, beschädigte Gesundheitseinrichtungen unterstützt sowie Angebote für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung für betroffene Kinder und Familien vorbereitet werden.
Neben den Gesundheitsmaßnahmen arbeitet UNICEF gemeinsam mit staatlichen Stellen und humanitären Partnern daran, vertriebene Gemeinschaften durch Nothilfe und Maßnahmen zur frühzeitigen Wiederherstellung zu unterstützen. Dazu gehört die Hilfe bei der Wiederherstellung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen sowie die Bereitstellung dringend benötigter Hilfsgüter für betroffene Haushalte, während Zugangsbeschränkungen und Schäden an der Infrastruktur die Hilfsmaßnahmen weiterhin erschweren.
Bei der Reaktion steht das unmittelbare Wohlergehen, die Sicherheit und die Genesung von Kindern und ihren Familien im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden längerfristige Bemühungen unterstützt, um essenzielle Dienstleistungen in den Gemeinschaften wiederaufzubauen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Katastrophen zu stärken.
UNICEF-Nothilfe nach Naturkatastrophen wie der Sturzflut in Nepal
UNICEF unterstützt Kinder und Familien weltweit nach Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen mit lebensrettender Hilfe. Dazu gehören die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Ernährungsprogrammen für besonders gefährdete Kinder sowie Maßnahmen zum Schutz von Kindern und ihren Familien. Zudem hilft UNICEF beim Wiederaufbau wichtiger Dienste wie Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Wasserversorgungssysteme.
Naturkatastrophen treffen Kinder besonders hart. Sie sind einem erhöhten Risiko für Krankheiten, Mangelernährung, Gewalt, Ausbeutung und dem Verlust von Bildungschancen ausgesetzt. UNICEF arbeitet deshalb eng mit Regierungen und Partnerorganisationen zusammen, um betroffene Kinder schnell zu erreichen und ihre Grundversorgung sicherzustellen.
Gerade in Situationen wie aktuell in Nepal, ist es besonders wichtig flexible finanzielle Mittel für die Nothilfe zu erhalten. Daher bittet UNICEF um Unterstützung der allgemeinen Nothilfe weltweit.
Dieser Artikel wird beim Eintreffen neuer Informationen weiter aktualisiert.
Hinweis
Foto- und Videomaterial zur redaktionellen Nutzung.
Bleiben Sie immer informiert und abonnieren Sie den UNICEF Österreich WhatsApp-Channel.
Jetzt spenden und Kindern in Not helfen!
Spendengrund