Westjordanland und Ost-Jerusalem: Trotz Unsicherheit und Herausforderungen beim Zugang zu Bildung. Mindestens 224 dokumentierte Vorfälle mit Bezug zu Bildung betrafen im ersten Halbjahr 2026 mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler.
Amman/Wien – Mehr als 830.000 Kinder kehren diese Woche im gesamten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalems, in die Schule zurück und beginnen ein neues Schuljahr vor dem Hintergrund zunehmender Bedrohungen ihrer Rechte auf Sicherheit und Zugang zu Bildung.
Gewalt, Vertreibung, Bewegungseinschränkungen sowie Vorfälle, die Schulen und die umliegenden Gemeinden betreffen, beeinträchtigen die Fähigkeit tausender Kinder, sicher zur Schule zu gelangen und dort am Unterricht teilzunehmen.
Im ersten Halbjahr 2026 dokumentierte der Bildungscluster 224 bildungsbezogene Vorfälle im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalems. Dabei handelt es sich um Vorfälle in Schulen oder deren Umgebung sowie auf dem Schulweg. Sie betrafen unmittelbar 152 Schulen, 20.450 Schülerinnen und Schüler sowie 859 Beschäftigte im Bildungswesen im gesamten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalems.*
„Zu viele Kinder leben in Unsicherheit darüber, ob sie ihr Klassenzimmer sicher erreichen können, ob ihre Schule geöffnet bleibt oder ob eine Vertreibung sie vollständig vom Unterricht ausschließen wird“, sagte UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Edouard Beigbeder. „Der Beginn eines neuen Schuljahres sollte für Kinder mit Freude und Chancen verbunden sein. Doch für manche Kinder wird es keine Rückkehr in die Schule geben.“
Während der Sommerferien zwischen Juni und der ersten Septemberwoche 2026 wurden im Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalems, zehn palästinensische Kinder getötet. Darüber hinaus wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.700 palästinensische Kinder infolge von Siedlergewalt, Zugangsbeschränkungen und administrativen Abrissen vertrieben.
Vertreibung kann Kinder nicht nur von ihren Wohnungen und Familien trennen, sondern auch von ihren Schulen, Lehrkräften, Freundinnen und Freunden sowie den Unterstützungsnetzwerken, die für ihr Lernen und ihr Wohlergehen essenziell sind. Selbst vorübergehende Unterbrechungen der Bildung können langfristige Folgen haben, insbesondere für Kinder, die bereits unter anhaltendem Stress leben.
UNICEF und seine Partner im gesamten Westjordanland, einschließlich Ost-Jerusalems, stellen Förder- und Nachholunterricht, psychosoziale Unterstützung, Transportmöglichkeiten sowie Schutzmaßnahmen bereit. UNICEF unterstützt zudem durch bildungsbezogene Bargeldhilfen, Rechtsbeistand, die Instandsetzung von Schulen und die Wiederherstellung sicherer Lernumgebungen.
Das Recht von Kindern auf Bildung muss geschützt werden. Schulen müssen sicher und zugänglich bleiben, und Kinder sowie Lehrkräfte müssen sie ohne Angst, Gewalt oder Behinderungen erreichen können.
UNICEF fordert den Schutz aller palästinensischen Kinder, einschließlich ihres Zugangs zu Bildung. Die internationalen Menschenrechtsnormen und das humanitäre Völkerrecht müssen eingehalten und das Recht jedes Kindes auf Bildung und eine Zukunft geschützt werden.
Hinweise
Informationen zu bildungsbezogenen Vorfällen im Westjordanland
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