Das Wichtigste in Kürze
- UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell lobt die Fortschritte Jordaniens für Kinder und ruft angesichts sinkender Finanzmittel zu weiterer internationaler Unterstützung auf.
- Fast alle Kinder in Jordanien besuchen heute die Grundschule; das Kinderrechtegesetz von 2022 verankert die Rechte von Kindern im nationalen Recht.
- Dennoch lebt rund jedes siebte Kind in multidimensionaler Armut und hat keinen verlässlichen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung oder Gesundheitsversorgung.
- Fast drei Viertel der Kinder im Alter von 1 bis 14 Jahren erleben gewaltsame Erziehungsmethoden, während rund 39 Prozent der jungen Menschen ohne Arbeit sind.
- Jordanien hat während des Syrienkonflikts bis zu 1,3 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und unterstützt weiterhin viele im Land verbliebene Familien.
- UNICEF fordert flexible, mehrjährige Finanzierungszusagen, um lebenswichtige Dienste für besonders gefährdete Kinder langfristig sicherzustellen.
Amman/New York/Wien – Die Exekutivdirektorin von UNICEF, Catherine Russell, beendete heute einen zweitägigen Besuch in Jordanien. Dabei würdigte sie die bedeutenden Fortschritte des Landes für Kinder und rief angesichts eines rückläufigen Finanzierungsumfelds zu weiterer Unterstützung auf, um diese Fortschritte zu sichern.
Während ihres Besuchs verbrachte Russell Zeit mit Kindern in einem Gemeindezentrum der Jordan River Foundation, wo UNICEF und die Stiftung gemeinsam daran arbeiten, besonders gefährdeten Kindern Bildung, Schutz und Unterstützung bereitzustellen. Bildungs- und Personalentwicklungsminister Dr. Azmi Mahafzah sowie Sozialentwicklungsministerin Wafa Bani Mustafa trafen mit Russell zusammen, um über die Bedürfnisse von Kindern in Jordanien zu sprechen.
„Jordanien erzielt beeindruckende Ergebnisse für Kinder“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. „UNICEF wird die Bemühungen der Regierung weiterhin unterstützen, damit aus dem Schulbesuch qualitativ hochwertige Bildung und künftige Beschäftigungsmöglichkeiten werden. Außerdem werden wir dazu beitragen, den sozialen Schutz zu einem Zugangstor für wichtige Dienstleistungen zu machen, mit besonderem Fokus auf Kinder mit Behinderungen.“
Russell hob die starken nationalen Strategien Jordaniens für Kinder hervor, darunter im Bereich des sozialen Schutzes, des Kinderschutzes und der Unterstützung junger Menschen. Zudem bekräftigte sie das Engagement von UNICEF, die Regierung dabei zu unterstützen, diese Strategien in nachhaltige Verbesserungen für jedes Kind umzusetzen.
Heute besucht nahezu jedes Kind in Jordanien die Grundschule und das Kinderrechtegesetz von 2022 verankert die Rechte von Kindern im nationalen Recht. Dennoch lebt etwa jedes siebte Kind in multidimensionaler Armut und hat keinen verlässlichen Zugang zu Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung. Fast drei von vier Kindern im Alter von ein bis 14 Jahren erleben gewaltsame Erziehungsmethoden im häuslichen Umfeld, während rund 39 Prozent der jungen Menschen arbeitslos sind.
Jordanien hat bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge außergewöhnliche Großzügigkeit bewiesen. Auf dem Höhepunkt des Syrienkonflikts lebten 1,3 Millionen Flüchtlinge im Land. Tausende sind inzwischen zurückgekehrt, doch viele bleiben weiterhin in Jordanien und benötigen fortgesetzte Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.
Ein rückläufiges Finanzierungsumfeld beeinträchtigt jedoch zunehmend die Fähigkeit, lebenswichtige Dienstleistungen für die am stärksten gefährdeten Kinder in Jordanien bereitzustellen. UNICEF ruft deshalb Geberinnen und Geber dazu auf, ihre Unterstützung fortzusetzen, insbesondere durch flexible, mehrjährige Finanzierungszusagen, die die staatlichen Systeme Jordaniens zum Nutzen jedes Kindes stärken.
Hinweise
Foto- und Videomaterial aus Jordanien.
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