Was ist in der Region los? Warum sprechen die Erwachsenen gerade so viel darüber? Was bedeutet der Krieg genau?
Hier findet ihr die wichtigsten Infos & Fakten, leicht erklärt für Kinder ab 6 Jahren:
Im sogenannten Nahen Osten (oder Nahost) herrscht derzeit ein schwieriger Konflikt. Das ist eine Region unserer Welt, in der es immer wieder Kriege gibt. Dazu zählen Länder wie der Libanon, Gaza, Israel, der Iran und viele mehr.
Krieg bedeutet, dass verschiedene Länder sich gegenseitig angreifen. Das machen sie zum Beispiel mit Bomben, die vom Himmel fallen und Häuser treffen. Dabei sterben leider auch oft Menschen oder werden schwer verletzt. Ganz besonders schlimm ist der Konflikt in Gaza, der schon viele Jahre dauert.
Was bedeutet es, ein Kind in Gaza zu sein?
In diesem Land am östlichen Mittelmeer leben ganz viele Kinder, die jeden Tag traurige und schlimme Dinge mit ihren eigenen Augen sehen müssen oder sogar selbst erleben. Ungefähr jeder zweite Mensch in Gaza ist ein Kind. Die Kinder können natürlich gar nichts für den Krieg. Sie brauchen Erwachsene, die sie beschützen und dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Leider gibt es im ganzen Land kaum sichere Orte für Kinder. Überall sind die Mädchen und Jungen in Gefahr. Sie können auch nicht einfach mit dem Auto oder Flugzeug in ein anderes Land reisen. Es ist sehr gefährlich, sich im Land zu bewegen. Außerdem haben viele Familien gar kein Geld mehr übrig. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Gewalt aufhört – und zwar jetzt!
So sieht der Tag für manche Kinder in Nahost aus:
Immer wieder schlagen Bomben in den Dörfern und Städten ein, in denen die Kinder leben. Durch die Bomben werden ihre Wohnungen oder Häuser zerstört, die einfach einstürzen und als große Trümmerhaufen auf der Straße liegen bleiben.
Auch Schulen, Krankenhäuser und Spielplätze werden durch die Bomben und Kämpfe zerstört. Darum müssen ganz viele Mädchen und Jungen weglaufen und sich in Sicherheit bringen.
Die Kinder wohnen dann in Zelten, wo sie kein eigenes Kinderzimmer haben und oft auch kein Badezimmer. Sie müssen jeden Tag weite Strecken zu Fuß gehen, um bei einem Wasserhahn sauberes Wasser in Kübeln und Flaschen zu holen. Leider gibt es davon manchmal nicht genug.
Essen gibt es meistens auch viel zu wenig. Viele Mädchen und Jungen sind hungrig und können nur einmal am Tag ein bisschen Brot oder Reis essen. Denn im Krieg gibt es nicht wie bei uns einen Supermarkt, in dem die Menschen einkaufen gehen. Auch in die Schule können Kinder oft nicht gehen. Wenn Krieg herrscht, sperren viele Länder die Schulen zu und es gibt keinen Unterricht mehr.
Besonders schlimm ist die Situation für Kinder, die zum Beispiel durch Bomben verletzt werden. Sie müssen ins Krankenhaus, um operiert zu werden oder einen Gips für gebrochene Knochen zu bekommen. Viele müssen aber leider sehr lange warten, denn es gibt nicht genug Krankenhäuser. Am traurigsten ist der Krieg für alle Kinder, die Familienmitglieder oder Freunde und Freundinnen verlieren. Viele Menschen werden nämlich durch die Bomben getötet oder schwer verletzt.
So hilft UNICEF den Kindern:
Wo Krieg herrscht, ist es auch für die Helferinnen und Helfer von UNICEF sehr gefährlich. Wenn sie mit dem Auto herumfahren, müssen sie sehr vorsichtig sein. Wann immer es möglich ist, versuchen wir, mit großen Lastwagen an die verschiedenen Orte zu fahren, wo Menschen unsere Hilfe brauchen. Die Helferinnen und Helfer sind oft Menschen, die selbst in der Region leben und die Sprache sprechen. Sie sind sehr mutig und versuchen, so gut es geht, zu helfen.
Leider kann UNICEF Kriege nicht beenden. Was wir aber stattdessen machen können, ist, sogenannte Hilfspakete zu schicken. Darin sind Dinge verpackt, die Kinder und ihre Familien Tag für Tag dringend brauchen. An erster Stelle sauberes Wasser, zum Beispiel in Wasserflaschen, das die Menschen zum Trinken, Kochen und Händewaschen brauchen. Auch Lebensmittel sind sehr wichtig, damit die Familien sich Essen kochen können. Da sehr viele Krankenhäuser kaputt sind, müssen wir auch schauen, dass wir Medikamente, Pflaster, Impfstoffe und andere Dinge schicken, die Ärztinnen und Ärzte für ihre Arbeit brauchen.
UNICEF bringt in diesen LKWs auch Zelte, Decken und andere Dinge, mit denen Menschen einen Unterschlupf bauen können. Denn viele haben keine Wohnung oder kein Haus mehr und müssten sonst unter dem freien Himmel schlafen. Viele Kinder mussten ganz schnell von Zuhause weglaufen und haben keinen Koffer mitgenommen. Sie brauchen Kleidung, um sich vor Regen und Kälte zu schützen. All diese Dinge sind ganz wichtig. Aber natürlich wollen die Mädchen und Jungen auch wieder in die Schule gehen. Es muss sichere Orte geben, wo sie mit anderen Kindern spielen und lernen können.
Was Mädchen und Jungen auch dringend brauchen, sind Erwachsene, mit denen sie über all die Dinge sprechen können, die sie traurig machen und vor denen sie Angst haben. Unsere Helferinnen und Helfer nehmen sich Zeit für die Kinder. Sie spielen, malen und reden mit den Mädchen und Jungen. Oft hilft es den Kindern, wenn sie zum Beispiel ein Bild über schlimme Dinge malen können, die sie mit eigenen Augen gesehen haben. UNICEF ist es ganz wichtig, dass die Kinder trotz Krieg auch lachen und Spaß haben können, damit es ihnen ein bisschen besser geht.
UNICEF wird immer alles tun, um die Mädchen und Jungen in Krisengebieten mit Hilfe zu erreichen. Und wir rufen dazu auf, dass es endlich wieder Frieden für alle Kinder auf der Welt gibt.
UNICEF bittet die Erwachsenen also weiterhin um die Unterstützung der Nothilfe Nahostkonflikt!