Ein Kind im Sudan bekommt Erdnusspaste gegen Mangelernährung.

Amman/Wien – Erklärung von UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Edouard Beigbeder.

„Für die Kinder im Sudan ist die Welt 1.000 Tage zu spät.

Seit die Kämpfe im April 2023 ausgebrochen sind, ist der Sudan zu einer der größten und verheerendsten humanitären Krisen der Welt geworden und hat Millionen Kinder an den Rand des Überlebens gedrängt. Eine tiefgreifende Schutzkrise mit weitverbreiteten Verstößen gegen das Völkerrecht durch die Konfliktparteien, verschärft durch mangelnden humanitären Zugang, hat sich mit jedem der vergangenen 1.000 Tage des Leidens weiter vertieft.

Im Jahr 2026 werden voraussichtlich 33,7 Millionen Menschen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung, dringend humanitäre Hilfe benötigen. Die Hälfte von ihnen sind Kinder. Der Zugang der betroffenen Bevölkerungsgruppen zu lebensrettender Hilfe bleibt in weiten Teilen des Landes gefährlich eingeschränkt und verschärft die humanitäre Krise weiter.

Kinder werden weiterhin getötet und verletzt, allein in dieser Woche wurden Berichten zufolge acht Kinder bei einem Angriff in Al Obeid im Bundesstaat Nordkordofan getötet.

Mehr als 5 Millionen Kinder wurden aus ihren Häusern vertrieben – das entspricht 5.000 Kindern, die jeden Tag vertrieben werden –, viele von ihnen mehrfach, wobei Angriffe und Gewalt ihnen oft folgen, während sie sich fortbewegen. Millionen von Kindern im Sudan sind dem Risiko von Vergewaltigung und anderen Formen sexueller Gewalt ausgesetzt, die als Kriegstaktik eingesetzt werden; unter den Überlebenden soll Berichten zufolge auch ein Kind im Alter von nur einem Jahr gewesen sein.

Schätzungsweise 21 Millionen Menschen werden im Jahr 2026 von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Hungersnöte wurden bereits in Al Fasher und Kadugli bestätigt, weitere 20 Gebiete in Groß-Darfur und Groß-Kordofan sind gefährdet. In Nord-Darfur, dem Epizentrum der Mangelernährungskrise im Sudan, wurden zwischen Jänner und November 2025 fast 85.000 Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandelt, das entspricht einem Kind alle sechs Minuten. Der Zusammenbruch der Gesundheitssysteme, kritische Wasserknappheit und der Ausfall grundlegender Dienstleistungen verschärfen die Krise zusätzlich, befeuern tödliche Krankheitsausbrüche und setzen schätzungsweise 3,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren einem Risiko aus.

Hinter diesen Zahlen stehen Leben, die von Angst, Hunger und Verlust geprägt sind, während der Konflikt den Kindern weiterhin Sicherheit, Gesundheit und Hoffnung raubt.

Trotz dieser außergewöhnlichen Unsicherheits- und Zugangsbeschränkungen erreicht lebensrettende Hilfe Kinder weiterhin, wo immer dies möglich ist. UNICEF und seine Partner leisten Unterstützung zur Behandlung schwerer Mangelernährung, zur Impfung gegen tödliche Krankheiten, zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser sowie zum Angebot von Schutz- und psychosozialer Betreuung für von Gewalt und Vertreibung betroffene Kinder.

Diese Maßnahmen halten Kinder unter den schwierigsten Bedingungen am Leben, doch sie sind bei weitem nicht ausreichend, solange es keinen dauerhaften Zugang, keine angemessene Finanzierung und keine spürbare Reduzierung der Feindseligkeiten gibt. Humanitäre Hilfe kann Leben retten, aber sie kann den Schutz nicht ersetzen, den nur Frieden bieten kann.

UNICEF fordert dringend ein sofortiges Ende des Konflikts. Alle Parteien müssen ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachkommen: Zivilisten schützen, Angriffe auf Infrastruktur beenden und sicheren, dauerhaften und ungehinderten humanitären Zugang im gesamten Sudan ermöglichen.

Kinder im Sudan sind keine Statistiken. Sie sind verängstigt, vertrieben und hungrig, aber sie sind auch entschlossen, einfallsreich und widerstandsfähig. Jeden Tag bemühen sie sich zu lernen, zu spielen und zu hoffen, während sie darauf warten, dass die Welt handelt. Diesen Konflikt zu beenden ist eine moralische Notwendigkeit. Es kann nicht warten.“

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