Sieben Kinder sind in den vergangenen 24 Stunden im Zuge der eskalierenden Feindseligkeiten im gesamten Libanon getötet und 38 verletzt worden, wie das Gesundheitsministerium (Ministry of Public Health, MoPH) mitteilte.
Beirut/Wien – Diese hohe Zahl an Kindern unter den Opfern fällt mit erneuten Luftangriffen zusammen, die mehrere Gebiete im ganzen Land getroffen haben und eine massive Vertreibung auslösen sowie eine ohnehin fragile humanitäre Lage weiter verschärfen.
Allein in den letzten 24 Stunden wurden fast 60.000 Menschen, darunter 18.000 Kinder, neu vertrieben. Damit erhöht sich die Zahl derjenigen, die bereits zuvor aus ihren Häusern vertrieben wurden, um Zehntausende. Mehr als 12.000 Familien fanden Zuflucht in über 300 landesweit eröffneten Notunterkünften, von denen Dutzende bereits ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben.
„Kein Kind sollte jemals getötet werden oder gezwungen sein, die lebenslangen körperlichen und emotionalen Narben von Gewalt zu tragen“, sagte Marcoluigi Corsi, UNICEF-Vertreter im Libanon. „Die Gewalt muss aufhören. Kinder müssen jederzeit geschützt werden.“
Angesichts der rasant steigenden Bedürfnisse hat UNICEF seine Nothilfemaßnahmen schnell ausgeweitet, um Familien und Kinder mit dringend benötigter Unterstützung zu erreichen. Schnelleinsatzteams wurden in Gemeinschaftsunterkünfte entsandt, um lebensrettende Hilfsgüter bereitzustellen, während in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium wichtige medizinische Hilfsgüter an öffentliche Gesundheitseinrichtungen verteilt werden.
Von UNICEF unterstützte mobile primäre Gesundheitsversorgungs-Satelliteneinheiten wurden auf 37 Einheiten ausgeweitet, um Vertriebenen medizinische Konsultationen, Impfungen und dringende Gesundheitsversorgung anzubieten. Darüber hinaus wird die Unterstützung von Krankenhäusern fortgeführt, um den Zugang zu neonatologischen und pädiatrischen Intensivversorgungsdiensten für die besonders gefährdeten Kinder sicherzustellen.
In den Notunterkünften konzentrieren sich UNICEF mit Partnerorganisationen auf psychosoziale Unterstützung, Kinderschutzdienste und die Fortführung von Bildungsangeboten, unter anderem über Online- und Fernlernplattformen. Hilfsgüter für die Ernährung werden vorpositioniert und Kinderschutzteams identifizieren und unterstützen verletzte, unbegleitete und von ihren Familien getrennte Kinder.
Zudem wird eine Notfall-Bargeldhilfe vorbereitet, um bis zu 45.000 besonders gefährdete Familien mit Kindern zu unterstützen – aufbauend auf bestehenden nationalen Systemen der sozialen Sicherung.
Der UNICEF-Plan zur Reaktion und Vorsorge benötigt 48 Millionen US-Dollar, um eine Million Menschen in Not zu erreichen. Bislang sind jedoch lediglich 16 % der benötigten Mittel eingegangen.
UNICEF erneuert seinen Aufruf an alle Konfliktparteien, ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachzukommen, Zivilpersonen, insbesondere Kinder, zu schützen und einen sicheren sowie ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten.
Hinweise:
Foto- und Videomaterial aus dem Libanon.
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