Juba/Wien – Mehr als 450.000 Kinder sind von akuter Mangelernährung bedroht, da die anhaltenden Feindseligkeiten zu massiven Vertreibungen führen und entscheidende Gesundheits- und Ernährungsdienste im Bundesstaat Jonglei zum Erliegen gebracht werden, warnte UNICEF im Südsudan.
Ein Anstieg gewaltsamer Zusammenstöße in Jonglei seit Beginn des Jahres 2026 hat Berichten zufolge mindestens 250.000 Menschen zur Flucht gezwungen, insbesondere im Norden und im Zentrum des Bundesstaates.
„Wir sind zutiefst besorgt um die Frauen und Kinder, die von diesen gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind. Wir wissen, dass diese Gebiete zu den Regionen mit den höchsten Raten von Kinder-Mangelernährung gehören, und wir wissen, dass ein mangelernährtes Kind ohne Behandlung ein zwölfmal höheres Sterberisiko hat“, sagte UNICEF-Landesrepräsentantin Noala Skinner. „Wir rufen alle Konfliktparteien dringend dazu auf, die Gewalt einzustellen und einen raschen, ungehinderten und sicheren Zugang für humanitäre Hilfe und Helferinnen und Helfer zu gewähren, damit besonders gefährdete, vertriebene Bevölkerungsgruppen erreicht werden können.“
Der Zugang zur Bereitstellung von Nothilfe für Bedürftige ist erheblich eingeschränkt. Darüber hinaus werden humanitäre Organisationen daran gehindert, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu erreichen, da Reisebeschränkungen auf Fluss-, Luft- und Straßenwegen bestehen. Sechs Counties im Bundesstaat Jonglei haben bereits keine therapeutischen Nahrungsmittel mehr oder stehen kurz vor einem Versorgungsengpass – eine lebensrettende Ressource für schwer mangelernährte Kinder.
Landesweit hat UNICEF die Schließung von 17 Gesundheitseinrichtungen infolge des Konflikts verzeichnet, wodurch auch die angeschlossenen Ernährungsdienste ausgesetzt wurden. Zudem kam es zu zehn Vorfällen von Plünderungen von Gesundheits- und Ernährungsbeständen, fünf davon im Bundesstaat Jonglei.
Trotz der Zugangsbeschränkungen reagiert UNICEF auf die Krise und hat bereits Wasseraufbereitungsgeräte, Eimer und Seife in den County Duk im Bundesstaat Jonglei entsandt, wo Sorgen über einen möglichen Cholera-Ausbruch bestehen. Weitere Hilfsgüter wurden nach Akobo im Bundesstaat Jonglei geliefert, darunter Malariamedikamente, therapeutische Nahrung für mangelernährte Kinder sowie Notfall-Gesundheitskits zur Behandlung von etwas mehr als 10.000 Menschen.
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