Kopenhagen/Genf/Wien – Maßnahmen zur Reaktion auf Ausbrüche, einschließlich Impfkampagnen, trugen 2025 zur Verringerung der Masernfälle bei, doch UNICEF und WHO warnen, dass die Fortschritte im Kampf gegen die Masern fragil sind, da sich das Virus weiterhin ausbreitet.

Die Masernfälle in Europa und Zentralasien sind im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 deutlich zurückgegangen, wie aus vorläufigen Daten hervorgeht, die von 53 Ländern der WHO-Region Europa gemeldet wurden. Dennoch bleibt das Risiko von Ausbrüchen bestehen, warnen UNICEF und WHO. Auch in Österreich sanken die Fälle von 557 im Jahr 2024 auf 135 im Jahr 2025.

Länder in Europa und Zentralasien meldeten 2025 insgesamt 33.998 Masernfälle, ein Rückgang um nahezu 75 % gegenüber 127.412 Fällen im Jahr 2024. Der insgesamt rückläufige Trend bei den Fallzahlen spiegelt sowohl Maßnahmen zur Reaktion auf Ausbrüche als auch den allmählichen Rückgang der Zahl der für eine Maserninfektion anfälligen Personen wider, da sich das Virus durch unzureichend geimpfte Bevölkerungsgruppen verbreitete.

Viele Fälle hätten durch eine höhere routinemäßige Durchimpfungsrate auf Gemeindeebene und eine rechtzeitigere Reaktion auf Ausbrüche verhindert werden können.

„Obwohl die Fallzahlen zurückgegangen sind, bestehen die Bedingungen fort, die in den vergangenen Jahren zum Wiederauftreten dieser tödlichen Krankheit geführt haben, und sie müssen angegangen werden. Solange nicht alle Kinder durch Impfungen erreicht werden und die durch die Verbreitung von Fehlinformationen genährte Impfskepsis bekämpft wird, bleiben Kinder dem Risiko von Tod oder schweren Erkrankungen durch Masern und andere durch Impfung vermeidbare Krankheiten ausgesetzt“, sagte die UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien, Regina De Dominicis.

Die Zahl der Fälle im Jahr 2025 lag weiterhin über den für die meisten Jahre seit 2000 gemeldeten Werten, und einige Länder meldeten 2025 mehr Fälle als 2024. In der Region werden auch im Jahr 2026 weiterhin Masernfälle festgestellt.

„Die Masernfälle sind im vergangenen Jahr um nahezu 75 % zurückgegangen, doch das Risiko von Ausbrüchen bleibt bestehen. In den vergangenen drei Jahren sind in unserer Region über 200.000 Menschen an Masern erkrankt. Sofern nicht jede Gemeinschaft eine Impfquote von 95 % erreicht, Immunitätslücken in allen Altersgruppen geschlossen, die Krankheitsüberwachung gestärkt und eine zeitnahe Reaktion auf Ausbrüche sichergestellt wird, wird sich dieses hoch ansteckende Virus weiter verbreiten. In einem Umfeld, das von weit verbreiteten Falschinformationen geprägt ist, ist es zudem entscheidend, dass sich die Menschen auf verifizierte Gesundheitsinformationen aus zuverlässigen Quellen wie WHO, UNICEF und nationalen Gesundheitsbehörden stützen. Die Eliminierung der Masern ist wesentlich für die nationale und regionale Gesundheitssicherheit“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Henri P. Kluge.

Auf Grundlage der Länderberichte für 2024 kam die Europäische Regionale Verifizierungskommission für die Eliminierung von Masern und Röteln bei ihrer Sitzung im September 2025 zu dem Schluss, dass die Zahl der Länder mit anhaltender oder wieder etablierter endemischer Masernübertragung von 12 im Vorjahr auf 19 gestiegen ist. Dies stellt in den letzten Jahren den bedeutendsten Rückschlag bei der Eliminierung der Masern in der Region dar.

Vorbereitung auf Ausbrüche, Reaktionsmaßnahmen und das Erreichen der Eliminierung der Masern bleiben in ganz Europa und Zentralasien Prioritäten der öffentlichen Gesundheit. UNICEF und WHO arbeiten gemeinsam mit Regierungen und mit Unterstützung von Partnern, darunter Gavi, die Vaccine Alliance, und die Europäische Union, daran, Masernausbrüche zu verhindern und darauf zu reagieren – durch die Einbindung von Gemeinschaften, die Schulung von Gesundheitspersonal, die Stärkung von Impfprogrammen und Krankheitsüberwachungssystemen sowie die Einleitung von Nachholimpfkampagnen gegen Masern.

Masern gehören zu den ansteckendsten Viren, die Menschen betreffen. Auf jede Person, die an Masern erkrankt ist, können sich bis zu 18 weitere ungeimpfte Personen infizieren. Damit sind Masern etwa zwölfmal ansteckender als Influenza. Neben Krankenhausaufenthalten und Todesfällen können Masern langfristige, schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen verursachen. Sie können zudem das Immunsystem schädigen, indem sie dessen „Gedächtnis“ daran, wie Infektionen bekämpft werden, für Monate bis sogar Jahre „löschen“, wodurch Überlebende von Masern anfälliger für andere Krankheiten und für Todesfälle werden.

Zwei Dosen eines masernhaltigen Impfstoffs bieten bis zu 97 Prozent lebenslangen Schutz vor Masern. Eine Impfquote von 95 Prozent mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs in jeder Gemeinschaft in jedem Jahr ist erforderlich, um Masernausbrüche zu verhindern und eine Herdenimmunität zu erreichen, die auch Säuglinge schützt, die noch zu jung für eine Masernimpfung sind, sowie andere Personen, für die die Impfung aufgrund medizinischer Gründe – etwa bei Immunschwäche – nicht empfohlen wird.

Hinweise für Redaktionen:

Die Daten decken die 53 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa ab. Die Gesamtzahl der Fälle im Jahr 2025 kann höher sein, da die endgültigen Überwachungsdaten über das jährliche gemeinsame Berichtssystem von WHO und UNICEF bereitgestellt werden. Für 2024 betrug die Gesamtzahl der monatlich über das WHO-Impf-Informationssystem gemeldeten Masernfälle 127.412, und die endgültige Zahl, die über das jährliche Joint Reporting System gemeldet wurde, lag bei 151.040.

Vorläufige monatliche Daten, die über das WHO-Impf-Informationssystem gemeldet werden, sind im Masern-/Röteln-Dashboard (Microsoft Power BI) dargestellt. Die Daten für Jänner bis Dezember 2025 sind im Dashboard sichtbar.

Jährliche Daten zu Fallzahlen und Durchimpfungsraten, die über das gemeinsame Berichtssystem von WHO und UNICEF gemeldet werden, werden jährlich im Juli aktualisiert und im WHO-Portal für Immunisierungsdaten – Global – veröffentlicht.

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