Spielen darf für Kinder nicht optional sein! Das Recht auf Spiel und Freizeit ist eines der Kinderrechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten sind. Spielen hilft Kindern dabei, zu lernen, die Welt zu entdecken und Resilienz zu entwickeln. Sport wie beispielsweise Fußball ist dabei eine besonders wichtige Form von Spielen. In unseren UNICEF-Fußballprogrammen weltweit fördern wir die Inklusion von Mädchen.
Warum Kinder spielen
Spielen macht Spaß. Spielen bringt Kinder zum Lachen. Und Spielen verbindet. Aber es hat noch einen viel wichtigeren Effekt für die gesunde Entwicklung eines Kindes. Während Kinder freudig spielen, passieren so einige Prozesse im Gehirn. Bei Babys und Kleinkindern regt es die Gehirnentwicklung an und trägt dazu bei, sichere emotionale Bindungen aufzubauen. Es bilden sich motorische, kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten.
Außerdem weckt Spielen bei Kindern jeden Alters die Neugier und hilft, Selbstvertrauen aufzubauen. Und es unterstützt auch dabei, langfristige Freundschaften aufzubauen. Alles gute Gründe, Kindern so viel Raum und Zeit wie möglich für Spiel und Spaß zu erlauben. Dabei braucht es kein ausgefallenes Spielzeug, nur Zeit und Aufmerksamkeit.
Spiel und Sport sehen dabei in den verschiedenen Ländern und Kulturen ganz unterschiedlich aus. Regionale Traditionen, das Umfeld und die verfügbaren Ressourcen beeinflussen, wie und was Kinder spielen. Dabei ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Rund um die Welt erfinden Kinder neue Spiele, Spielzeuge und Sportarten, mit dem, was sie zur Verfügung haben.
Spielen als Stressbewältigung und in Krisen
Es gibt mittlerweile viele Studien, die belegen, dass Spielen die Folgen von Stress bei Kindern reduziert. Wenn sie Schlimmes erleben – zum Beispiel die Trennung der Eltern, Mobbing oder sogar Gewalt – hat das einen negativen Effekt auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern. Spielen kann dazu beitragen, diese Auswirkungen abzufedern.
Aus diesem Grund ist psychosoziale Unterstützung für Kinder in Krisen so essenziell. Egal ob bei uns in Österreich oder in Ländern, in denen Krieg herrscht. In der psychosozialen Betreuung mit geschulten Erwachsenen können Kinder schmerzhafte Ereignisse durch Spielen verarbeiten. Sehr hilfreich sind Rollenspiele, in denen sie die Situation nachspielen, um das Geschehene zu verstehen. Das hilft Kindern dabei, belastende Gefühle oder sogar Traumata zu verarbeiten.
UNICEF unterstützt Kinder in Krisenregionen weltweit mit psychosozialer Betreuung. In Camps für Geflüchtete, mitten im Kriegsgebiet oder in Schulen und Kindergärten.
Recht auf Spiel – für jedes Kind
Leider ist das Recht auf Spiel und Freizeit heute noch nicht für jedes Kind verwirklicht. Millionen Kindern weltweit fehlt ein sicherer Ort zum Spielen. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren hat zu Hause kein Spielzeug.
Viele Kinder sind auf der Flucht, müssen arbeiten oder jeden Tag stundenlang nach sicherem Wasser suchen. Wenn sich Familien keine gesunden, nahrhaften Lebensmittel leisten können, haben ihre Kinder oft zu wenig Energie zum Spielen oder kämpfen sogar ums Überleben. Für diese Kinder bleibt ein sicherer Ort, an dem sie Spaß haben und frei herumtollen können, ein Traum. Diese Kinder brauchen Spaß und Freude durch Spiel und Sport jedoch am meisten!
Auch für Kinder mit Behinderungen ist Spielen ganz besonders wichtig. Spielen hilft ihnen oftmals dabei, schwierige Gefühle auszudrücken, und schafft einen Weg, mit anderen Kindern verbunden zu sein. Es fördert somit die Inklusion und Integration.
Positive Effekte von Sport & Fußball für Kinder
Sport und körperliche Aktivitäten unterstützen Kinder dabei, ihr volles Potenzial auszuschöpfen, und gleichzeitig ihre soziale und persönliche Entwicklung zu fördern. Außerdem haben die Vereinten Nationen den weitreichenden Wert von Sport und Spiel für die Förderung der Menschenrechte erkannt. Sport stärkt demnach den Frieden und das gegenseitige Verständnis über Grenzen und Kulturen hinweg. Das beginnt bereits bei den Kindern. Ballspiele wie Fußball fördern die Inklusion und den Zusammenhalt von Kindern.
UNICEF nutzt die positiven Effekte von Sport in zahlreichen Programmen für Kinder weltweit. Dadurch können wir wichtige Fortschritte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Gleichstellung der Geschlechter und soziale Inklusion voranbringen. Und da Sport so viel Spaß macht, erreichen unsere Angebote Kinder überall auf der Welt.
Der 6. April wurde von den Vereinten Nationen zum internationalen Tag des Sports erklärt. Am 11. Juni findet jährlich der internationale Tag des Spiels statt. UNICEF nutzt diese besonderen Tage, um sich für das Recht jedes Kindes auf Spiel einzusetzen.
Regina aus Guatemala träumt davon, Profifußballerin zu werden
Die 11-Jährige Regina lebt mit ihrer Mutter in einer ländlichen Region Guatemalas. Dort ist der Zugang zu sicheren Spielplätzen, besonders für Mädchen, sehr begrenzt.
Regina muss ihrer Mutter viel im Haushalt helfen und war früher die meiste Zeit alleine zuhause, bis sie an dem Fußballtraining des UNICEF-Programm „Juego Limpio“ teilnehmen konnte. „Juego Limpio“ bedeutet fairer Sport und schafft einen inklusiven Raum für Mädchen, in dem Teamwork und Selbstvertrauen gefördert werden.
Heute geht Regina mit Begeisterung zu jedem Fußballtraining. „Ich möchte Profifußballerin werden, damit ich meiner Mutter helfen kann“, erzählt Regina stolz.
So setzt UNICEF sich für das Recht auf Spiel ein
Unsere Angebote erreichen Eltern, Familien und Kinder in unterschiedlichsten Kontexten und Regionen:
- In Elternprogrammen erhalten Betreuungspersonen praktische Hilfsmittel an die Hand, um alltägliche Momente in Gelegenheiten zum Spielen und Lernen zu verwandeln.
- UNICEF setzt sich bei Regierungen, Unternehmen und anderen Akteur:innen dafür ein, dass das Recht auf Spiel für jedes Kind verwirklicht wird – egal ob in Schulen, Kindergärten oder anderen Bildungsinitiativen.
- Ein Beispiel ist die Partnerschaft mit der LEGO Foundation. Durch das Verteilen von LEGO-Boxen soll Spielen in Klassenzimmern, Haushalten und Gemeinden auf der ganzen Welt verankert und auf das Kinderrecht aufmerksam gemacht werden.
- Außerdem stärken wir weltweit den Zugang zu Spielmöglichkeiten, zum Beispiel in unseren kinderfreundlichen Zonen für Geflüchtete. Oder der Förderung von sicheren, inklusiven und gut gepflegten Spielplätzen – auch hier in Österreich durch unser Projekt der kinderfreundlichen Gemeinden.
- UNICEF verfolgt dabei einen inklusiven Ansatz. Das bedeutet, dass wir sicherstellen, dass auch die am stärksten benachteiligten Kinder erreicht werden. Damit Spielen kein Privileg für wenige ist, sondern für jedes Kind Realität wird.
Wie Sie Ihr Kind beim Spielen unterstützen können
Erwachsene haben viele Möglichkeiten, das Recht auf Spiel für ihr Kind zu fördern. An erster Stelle ist es wichtig, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Kinder in Ruhe spielen können. Bewusst Zeit zum Spielen einzuplanen, hilft außerdem, Spielen als wesentlichen Bestandteil der Kindheit wertzuschätzen.
Sie können außerdem die große Bedeutung von Sport für Kinder anerkennen, indem Sie Ihr Kind dabei unterstützen, passende Sportarten zu finden, die Spaß machen. All das hilft Ihrem Kind, Selbstvertrauen, Beziehungen und ein Zugehörigkeitsgefühl aufzubauen.
Und für alle Eltern und andere wichtige Bezugspersonen tragen spielerische Interaktionen mit dem Kind zum psychischen Wohlbefinden bei und stärken die Eltern-Kind-Beziehung.