Amman/Wien – Im Gazastreifen wurden in den vergangenen fünf Tagen Berichten zufolge mindestens vier Kinder getötet und viele weitere verletzt. Zudem wurden bei Angriffen ein Lagerhaus mit Nahrungsmittellieferungen zerstört sowie eine von UNICEF unterstützte Wasseranlage schwer beschädigt. Dadurch wird der Zugang zu lebenswichtigen Dienstleistungen, auf die Kinder und Familien angewiesen sind, weiter eingeschränkt.
Zu den als getötet gemeldeten Kindern gehören zwei Buben im Alter von zwei und vier Jahren, die bei getrennten Angriffen ums Leben kamen, ein 10-jähriges Mädchen, das in ihrem Zelt von Bodenfeuer getroffen wurde, sowie ein 16-jähriger Bub, der an den schweren Verletzungen starb, die er bei einem früheren Angriff erlitten hatte.
Am 25. August wurden drei Kinder im Alter von acht, zehn und siebzehn Jahren Berichten zufolge von Schüssen mit scharfer Munition getroffen und zwei 11-Jährige von Granatsplittern nach Angriffen, wodurch sie lebensverändernde Verletzungen erlitten.
Am selben Tag wurde ein Lagerhaus mit UNICEF-Ernährungshilfegütern im Wert von mehr als 770.000 US-Dollar durch einen nahegelegenen Angriff zerstört. Die lebenswichtigen Ernährungshilfegüter waren für mehr als 40.500 schutzbedürftige Kinder im Alter von 6 bis 23 Monaten sowie für 4.900 schwangere und stillende Frauen bestimmt.
Nur einen Tag zuvor, am 24. August, wurden ein von UNICEF unterstützter Brunnen und eine Entsalzungsanlage in der Region Deir Al Balah durch einen nahegelegenen Einschlag ebenfalls schwer beschädigt. Mehr als 4.000 Menschen, darunter rund 2.000 Kinder, sind auf sicheres Trinkwasser aus dieser Anlage angewiesen. UNICEF und seine Partner versorgen die betroffenen Familien mit Notfall-Wasserlieferungen per LKW, um den Zugang zu sicherem Wasser aufrechtzuerhalten, solange die Anlage nicht betriebsfähig ist.
„Kinder werden getötet und verletzt, während diejenigen, die überleben, mit ansehen müssen, wie lebenswichtige Einrichtungen und Vorräte, auf die sie angewiesen sind, zerstört werden“, sagt Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Abgesehen vom Verlust von Menschenleben verschärfen die Zerstörung lebenswichtiger Vorräte und die Beeinträchtigung grundlegender Versorgungsleistungen das Leid von Kindern und Familien, die ohnehin schon ums Überleben kämpfen, weiter.“
Der Zugang zu sicherem und ausreichendem Wasser ist für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in den heißesten Sommermonaten besonders wichtig. Da 70 Prozent der Wasser- und Sanitärinfrastruktur im Gazastreifen beschädigt sind, haben 63 Prozent der Menschen nicht einmal Zugang zu sechs Litern Trinkwasser pro Person und Tag.
UNICEF fordert die uneingeschränkte Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte, einschließlich des Schutzes des Lebens und der Rechte von Kindern, sowie den Schutz der zivilen Infrastruktur und der für das Überleben und das Wohlergehen von Kindern unverzichtbaren Grundversorgungsleistungen und fordert einen schnellen, sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten für die UNICEF Nothilfe im Gazastreifen.