Hygiene gegen Ebola: Ein Mädchen in der DR Kongo wäscht sich die Hände.

Ebola hat in Ituri mehr als 130 Kinder zu Waisen gemacht, es besteht dringender Bedarf an Schutz und Betreuung. Im Osten der DR Kongo sind fast drei Millionen Kinder und Jugendliche vermehrt Risiken ausgesetzt.

New York/Kampala/Kinshasa – Während die weltweite Zahl der bestätigten Ebola-Fälle 1.000 erreicht hat, sind nach Schätzungen 2,95 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 18 Jahren – das entspricht 54 % der Bevölkerung in 31 betroffenen Gesundheitszonen – sowohl durch Ebola selbst als auch durch den Zusammenbruch grundlegender Dienstleistungen im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) gefährdet, warnte UNICEF heute.

Unsere Teams in Ituri haben Kinder getroffen, die ihre Mütter und in einigen Fällen sogar beide Elternteile durch Ebola verloren haben“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. „Die Kinder versuchen, die Bedrohung zu verstehen, während sie gleichzeitig von Gerüchten und Fehlinformationen im Internet umgeben sind.

Obwohl die Lage weiterhin dynamisch ist, machen Kinder und Jugendliche mit Stand vom 19. Juni etwa 15 % der bestätigten Ebola-Fälle und mehr als 25 % der bestätigten Todesfälle im Osten der DR Kongo aus. Kinder und Jugendliche mit bestätigter Ebola-Infektion haben nahezu ein doppelt so hohes Sterberisiko wie Erwachsene. Dies verdeutlicht die unverhältnismäßig starken Auswirkungen des Ausbruchs auf junge Menschen.

Obwohl sich die Testkapazitäten in jüngster Zeit verbessert haben, sind Überwachung, Fallnachverfolgung und Kontaktverfolgung weiterhin eingeschränkt – unter anderem aufgrund von Unsicherheit und begrenztem Zugang zu betroffenen Gebieten. Daher sind die aktuellen Schätzungen mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Die Provinz Ituri, insbesondere die Gesundheitszonen Mongbwalu, Rwampara und Bunia, bleibt das Epizentrum des Ausbruchs. Fälle wurden jedoch auch in Nord-Kivu und Süd-Kivu gemeldet. In Ituri erhalten 135 Kinder, die durch den Ausbruch zu Waisen geworden sind, Unterstützung, darunter psychosoziale Betreuung, die Vermittlung an wichtige soziale Dienste sowie alternative Betreuungsangebote.

Mit Unterstützung von UNICEF wurde vor Kurzem die erste Kinderbetreuungseinrichtung eröffnet – ein sicherer Ort, der Säuglingen und Kleinkindern Schutz und Betreuung bietet, die von ihren Eltern oder Betreuungspersonen getrennt wurden, während diese in einem Ebola-Behandlungszentrum versorgt werden. Zwei weitere Einrichtungen sollen in Kürze eröffnet werden.

Kinder in Ituri waren bereits vor dem Ausbruch besonders gefährdet. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an chronischer Mangelernährung, und die Impfquoten sind niedrig: Mehr als jedes fünfte Kind hat nicht einmal eine erste Dosis des Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten erhalten. Diese Bedingungen machen Ebola besonders gefährlich, da die frühen Symptome anderen Krankheiten wie Malaria ähneln können und dadurch eine rechtzeitige Diagnose verzögert wird, während Mangelernährung die Anfälligkeit zusätzlich erhöht.

Neben dem Risiko einer Infektion und dem Verlust von Eltern oder Betreuungspersonen sind Kinder auch mit Stigmatisierung und psychosozialen Belastungen konfrontiert. Ausbrüche von Infektionskrankheiten erhöhen zudem das Risiko von Gewalt – einschließlich sexueller Gewalt – gegen Frauen und Mädchen. Kinder können darüber hinaus den Zugang zu lebenswichtigen Leistungen verlieren, auf die sie angewiesen sind, darunter Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfe, Impfungen, Bildung, Wasser- und Sanitärversorgung, Kinderschutzmaßnahmen sowie soziale Dienste. Im Osten der DR Kongo werden diese Risiken durch jahrelange Konflikte und Massenvertreibungen zusätzlich verschärft, die Kinder seit Langem Gewalt, Ausbeutung und weiteren Gefährdungen aussetzen.

In Uganda wurden 20 Ebola-Fälle und zwei Todesfälle bei Personen bestätigt, die aus der DR Kongo eingereist waren, um sich testen und behandeln zu lassen. Auch Kinder sind betroffen: Ein Kind wurde positiv auf Ebola getestet, und 19 weitere Kinder stehen unter Quarantänebeobachtung.

In der DR Kongo und in Uganda unterstützt UNICEF die Regierungen und ihre Partner, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC), bei der Eindämmung des Ausbruchs. Die Maßnahmen umfassen die Prävention und Kontrolle von Infektionen, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, sichere und würdevolle Bestattungen sowie die Einbindung von Gemeinden, einschließlich junger Menschen und lokaler Führungspersönlichkeiten. Gleichzeitig arbeitet UNICEF daran, essenzielle Dienstleistungen aufrechtzuerhalten, darunter Gesundheitsversorgung, Ernährung, Impfprogramme, Bildung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Kinderschutz- und Sozialdienste.

UNICEF bittet zunächst um 70,7 Millionen US-Dollar für seine sechsmonatige Reaktionsmaßnahme. Davon sind derzeit noch 20 Millionen US-Dollar ungedeckt. Die Mittel sind Teil des kontinentalen Ebola-Vorsorge- und Reaktionsplans mehrerer Partner zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung der Krankheit. UNICEF fordert zudem einen sofortigen, sicheren und dauerhaften humanitären Zugang zu den betroffenen Gemeinden.

Kinder sind besonders verletzlich, weil sie von Betreuungspersonen abhängig sind und sich nicht in gleicher Weise wie Erwachsene von einem erkrankten Elternteil oder Geschwisterkind distanzieren können“, ergänzte Russell. „Um Kinder besser zu schützen, benötigen wir einen dauerhaften Zugang zu den betroffenen Gebieten sowie die notwendigen Ressourcen, um jede betroffene Gemeinschaft zu erreichen.

Hinweis für Redaktionen

Foto- und Videomaterial zur redaktionellen Nutzung.

Die Daten zu bestätigten Ebola-Fällen und Todesfällen unter Kindern und Jugendlichen in der DR Kongo stammen aus den DHIS2-Aktualisierungen.

Die Daten zu Kindern, die zu Waisen geworden sind, wurden von der Abteilung für soziale Angelegenheiten im Rahmen der Teilsäule für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung zusammengestellt.

Bleiben Sie immer informiert und abonnieren Sie den UNICEF Österreich WhatsApp-Channel.

Hygiene gegen Ebola: Ein Mädchen in der DR Kongo wäscht sich die Hände.
Typ:
Spendengrund:
Betrag:

Jetzt spenden und Kindern in Not helfen!

Spendengrund

Wegen neuer gesetzlicher Regelungen benötigen wir Ihren vollständigen Namen laut Meldezettel sowie Ihr Geburtsdatum, damit Sie Ihre Spenden im Rahmen Ihrer ArbeitnehmerInnen-Veranlagung absetzen können.

Ihre Adresse

Ihre Kontaktdaten

Wir verwenden Ihre freiwillig bekanntgegebene Telefonnummer für Serviceanrufe, um Sie über weitere Spendenmöglichkeiten zu informieren. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an service@unicef.at widerrufen
Datenschutzinformation:
Neben der Verwaltung Ihrer Spende, verarbeiten wir personenbezogenen Daten, um Ihnen weitere Informationen zuzusenden. Damit wir diese Zusendungen personalisieren können, indem wir z.B. Spendenvorschläge in individueller Höhe erstellen, führen wir personenbezogene Daten zusammen und werten diese aus (Profiling gemäß Artikel 4 Ziffer 4 DSGVO). Sie können unsere Zusendungen jederzeit abbestellen und der Zusammenführung und Auswertung Ihrer Daten widersprechen (service@unicef.at). Weitere Informationen finden Sie unter unicef.at/datenschutz. Sie können diese Informationen auch telefonisch unter 01/879 00 00 als kostenfreie Postzusendung anfordern. Unseren externen Datenschutzbeauftragten erreichen Sie unter: datenschutz@pilgermair.at.
Lade…
SEPA-Lastschrift Mandat (für UNICEF Patenschaften und Einmaleinzüge vom Bankkonto) Ich/Wir ermächtige(n) das Österreichische Komitee für UNICEF, Zahlungen von meinem/unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einmalig/wiederkehrend einzuziehen. Zugleich weise(n) ich/wir unser Kreditinstitut an, die vom Österreichischen Komitee für UNICEF auf mein/unser Konto gezogenen SEPA-Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrags verlangen. Es gelten die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Benachrichtigung: Meine Spende soll so schnell wie möglich helfen, eine zusätzliche Information 2 Wochen vor dem Lastschriftstermin ist daher nicht nötig. Ich/Wir verzichte(n) daher auf die Benachrichtigungsfrist (Prenotification) von 14 Tagen. Länger Rückbuchen: Rückerstattung direkt bei UNICEF Österreich sogar innerhalb von 13 Monaten nach Abbuchungstag möglich. Ändern und Stornieren: Sie können Ihre Einzugsermächtigung jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern oder stornieren. Zahlungsempfänger: Österreichisches Komitee für UNICEF, Mariahilfer Straße 176/10, 1150 Wien; Creditor Identification (CID): AT19 ZZZ 000000 24038
Speicherung Ihrer Zahlungsdaten (für UNICEF Patenschaften): Mit dem Abschluss einer Patenschaft geben Sie Ihr Einverständnis zur Speicherung Ihrer Zahlungsdaten, damit Ihre regelmäßige Spende abgebucht werden kann.
Spende absetzbar Logo Spendengütesiegel
Information zu Spenden: Es kann nicht garantiert werden, dass die Spende ausschließlich dem oben beschriebenen Projekt gewidmet wird. Ihre Spende wird verwendet, um Kinder weltweit zu unterstützen.
Alle Meldungen lesen