Ein komplett zerstörtes Wohnhaus nach den Erdbeben in Venezuela.
©UNICEF/UN0876166/Parra/AFP

Caracas/New York/Wien – Nach den Erdbeben in Venezuela leben schätzungsweise 3,9 Millionen Kinder in den Gebieten, die von den starken Erdbeben der Stärke 7,5 und 7,2 betroffen sind. Dadurch sind Tausende Kinder und Familien gefährdet.

Die Erdbeben trafen Gemeinden in Caracas sowie in den Bundesstaaten Aragua, Carabobo, Falcón, La Guaira, Miranda und den umliegenden Regionen. In den am stärksten betroffenen Gebieten sind Dutzende Gebäude eingestürzt; Berichten zufolge befinden sich auch Kinder unter den Opfern. Während die Behörden das Ausmaß der Schäden weiterhin bewerten, deuten Meldungen auf Auswirkungen auf Wohnhäuser, öffentliche Infrastruktur und grundlegende Versorgungsleistungen hin. Gleichzeitig bleiben die Gemeinden durch mögliche Nachbeben gefährdet.

„Die Bilder, die wir aus Venezuela sehen, und die Berichte, die wir von Kolleginnen und Kollegen vor Ort hören, sind herzzerreißend“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. „Unsere Gedanken sind bei den Kindern und Familien, die Angehörige verloren haben, sowie bei all jenen, deren Leben von einem Moment auf den anderen aus den Fugen geraten ist. Während das Ausmaß der Schäden zunehmend sichtbar wird, müssen die Sicherheit, der Schutz und das Wohlergehen der Kinder im Mittelpunkt aller Hilfsmaßnahmen stehen.“

Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Gruppen, wenn Katastrophen eintreten. In den kommenden Stunden und Tagen können betroffene Kinder Verletzungen erleiden, von ihren Familien getrennt werden, vertrieben werden, psychischen Belastungen ausgesetzt sein und Unterbrechungen beim Zugang zu wichtigen Dienstleistungen erfahren – darunter Gesundheitsversorgung, sicheres Trinkwasser, Bildung und Schutzangebote.

Tausende Familien werden dringend Unterstützung benötigen, während die Schadensbewertungen fortgesetzt werden. Wohnhäuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Wasserversorgungssysteme und andere kritische Infrastrukturen könnten beschädigt worden sein, wodurch der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen unterbrochen wird und die Risiken für Kinder und ihre Betreuungspersonen steigen.

UNICEF koordiniert sich mit den nationalen Behörden und Partnerorganisationen, um den Bedarf der betroffenen Bevölkerung zu ermitteln und die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Kinder und Familien Zugang zu medizinischer Versorgung, Schutzdiensten, psychosozialer Unterstützung, sicherem Wasser und geschützten Räumen erhalten.

UNICEF ist vor Ort und bleibt entschlossen, die nationalen Anstrengungen zur Unterstützung der betroffenen Kinder und ihrer Familien fortzusetzen, insbesondere der am stärksten gefährdeten Gruppen. Bereits vor den Erdbeben belief sich der Finanzierungsaufruf von UNICEF für die humanitäre Hilfe für Kinder in Venezuela im Jahr 2026 auf 137,6 Millionen US-Dollar; davon waren bislang lediglich 35 Prozent finanziert.

UNICEF bittet um Unterstützung der Nothilfe in Venezuela.

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