Zwei Kinder malen in einem Lernzentrum im Gazastreifen.

Wien – Sollte die aktuelle Waffenruhe im Gazastreifen Bestand haben, wird UNICEF in den kommenden Monaten ein umfangreiches humanitäres Hilfsprogramm umsetzen, um Kinder und Familien mit lebenswichtiger Unterstützung zu erreichen und erste Schritte zum Wiederaufbau zentraler Versorgungsstrukturen einzuleiten.

Der Plan umfasst einen Finanzierungsbedarf von insgesamt 186,5 Millionen US-Dollar.

Nach mehr als zwei Jahren anhaltender Gewalt und Zerstörung ist die Lage für Kinder im Gazastreifen katastrophal. Der Reaktionsplan zielt darauf ab, akute Not zu lindern und die Grundlage für eine nachhaltige Erholung zu schaffen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Wasser und sanitäre Versorgung, Bildung, Kinderschutz, Winterhilfe und Sozialschutz. Um diese Pläne umsetzen zu können, muss sowohl die Waffenruhe bestehen bleiben als auch der humanitäre Zugang weiter erleichtert werden.

UNICEF plant Ausbau der Ernährungshilfe in Gaza

Der Gazastreifen steht weiterhin am Rande einer Hungersnot. UNICEF wird unmittelbar nach Inkrafttreten der Waffenruhe eine breit angelegte Ernährungsinitiative starten, um mangelernährte Kinder zu behandeln und die Ausbreitung von Unterernährung einzudämmen. Im Mittelpunkt steht die Wiederherstellung von Ernährungsdiensten auf Vorkrisenniveau, insbesondere in den am stärksten betroffenen nördlichen Gebieten.

Geplant ist die Ausstattung von Ernährungszentren mit medizinischen Materialien, therapeutischen Nahrungsmitteln und geschultem Personal, um die Erkennung und Behandlung akuter Mangelernährung auszuweiten. Präventionsprogramme richten sich gezielt an schwangere und stillende Frauen sowie Kinder unter fünf Jahren. Insgesamt sollen rund 42.000 mangelernährte Kinder behandelt, 60.000 Kinder mit präventiven Leistungen erreicht und 36.000 Frauen mit Ernährungshilfe unterstützt werden. Der Finanzierungsbedarf für diesen Bereich beträgt 24 Millionen US-Dollar.

Zugang zu sicherem Wasser

Der Zugang zu sicherem Wasser und funktionierender Sanitärversorgung ist entscheidend, um Hunger, Krankheit und Epidemien zu verhindern. UNICEF plant die rasche Wiederherstellung beschädigter Wasserversorgungs- und Abwassersysteme. Dazu gehören die Reparatur und Wiederinbetriebnahme von Entsalzungsanlagen, die Instandsetzung von Pumpstationen und Leitungsnetzen sowie die Stabilisierung der Stromversorgung für kritische Anlagen wie die Südgaza-Meerwasserentsalzungsanlage.

Parallel wird das Abwassermanagement verbessert, um Überschwemmungen und Krankheitsausbrüche in der bevorstehenden Winterperiode zu verhindern. Die Maßnahmen zielen darauf ab, rund 2,1 Millionen Menschen im gesamten Gazastreifen mit sauberem Wasser und sanitären Diensten zu erreichen. Der Finanzierungsbedarf liegt bei 39 Millionen US-Dollar.

Winterhilfe für den Gazastreifen

Zwei Jahre nach Beginn des Konflikts leben viele Kinder und Familien in provisorischen Unterkünften, beschädigten Gebäuden oder Zeltlagern – oft ohne Schutz vor Kälte und Nässe. Mit dem nahenden Winter steigt das Risiko von Unterkühlung und Atemwegserkrankungen erheblich. UNICEF wird daher eine groß angelegte Winterhilfe-Kampagne umsetzen, um Kinder und Familien mit warmer Kleidung, Decken und wetterfesten Materialien zu versorgen.

Geplant ist die Ausstattung von 554.000 Kindern unter zehn Jahren mit Winterkleidung, die Verteilung von Decken für etwa 900.000 Kinder sowie die Bereitstellung von Familienzelten für 10.000 der verletzlichsten Haushalte. Der Finanzierungsbedarf beträgt 32,5 Millionen US-Dollar.

Schule und Bildung für Kinder im Gazastreifen

Nach über zwei Jahren ohne regelmäßigen Schulunterricht sind nahezu alle Bildungseinrichtungen im Gazastreifen zerstört oder schwer beschädigt. UNICEF wird den Wiederaufbau von Lernmöglichkeiten für insgesamt 658.000 schulpflichtige Kinder anstoßen. Zunächst sollen temporäre Lernräume (Temporary Learning Spaces, TLS) geschaffen werden, die sichere und inklusive Umgebungen bieten und gleichzeitig psychosoziale Unterstützung integrieren.

Diese Lernräume werden mit barrierefreien Materialien, Lehr- und Lernmitteln ausgestattet, während Lehrerinnen und Lehrer gezielte Schulungen erhalten. Parallel bereitet UNICEF den schrittweisen Wiederaufbau des formalen Bildungssystems vor, einschließlich eines Programms für Nachhol- und Förderunterricht für Kinder, die über Jahre keinen Zugang zu Bildung hatten. Für den Bildungsbereich sind 20 Millionen US-Dollar vorgesehen.

Kinderschutz und psychosoziale Hilfe

Nahezu alle Kinder in Gaza sind von extremer Not und Trauma betroffen. UNICEF wird seine Programme für psychosoziale Unterstützung und Kinderschutz erheblich ausweiten. Dazu gehören Beratungs- und Betreuungsangebote, Fallmanagement und Bargeldhilfen für besonders gefährdete Kinder und Familien.

Im Fokus stehen Waisen, unbegleitete Kinder sowie Opfer von Gewalt und Vernachlässigung. Das Programm integriert zudem Aufklärung über Minenrisiken und Unterstützung für Helferinnen und Helfer. UNICEF plant, 500.000 Kinder mit psychosozialer Unterstützung zu erreichen und 20.000 Kindern spezialisierte Kinderschutzhilfe zu bieten. Der Finanzierungsbedarf beträgt 18 Millionen US-Dollar.

Gesundheit und Überleben der Kinder sichern

Das Gesundheitssystem im Gazastreifen ist weitgehend zusammengebrochen. UNICEF konzentriert sich daher auf die Wiederherstellung der Primärversorgung und die Sicherstellung von Impfungen, insbesondere für Kleinkinder. Eine Aufholkampagne soll 120.000 Kinder unter drei Jahren erreichen.

Darüber hinaus werden 31 Gesundheitszentren rehabilitiert und mit Personal, Medikamenten und medizinischer Ausrüstung ausgestattet. UNICEF stellt außerdem die Versorgung mit Strom, Sauerstoff und Geräten für die neonatale und pädiatrische Intensivpflege sicher. Für den Gesundheitsbereich werden 23 Millionen US-Dollar benötigt.

Pläne für besseren Sozialschutz in Gaza

Um die extreme Verwundbarkeit vieler Familien zu verringern, wird UNICEF Mehrzweck-Bargeldhilfe bereitstellen. Etwa 250.000 Menschen (45.000 Familien) sollen damit in der Lage sein, Grundbedürfnisse wie Nahrung, Medikamente, Hygieneartikel und Transportkosten zu decken. Die Hilfe richtet sich vorrangig an Haushalte mit mangelernährten Kindern, schwangeren oder stillenden Frauen sowie Kindern mit Behinderungen.

Mittelfristig plant UNICEF, gemeinsam mit Partnern, ein System universeller Kinderzuschüsse zu entwickeln, um den Sozialschutz langfristig zu stärken. Der Finanzierungsbedarf in diesem Bereich liegt bei 30 Millionen US-Dollar.

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