UNICEF verstärkt Überwachung, Prävention und Aufklärungsarbeit in den Gemeinden, während Guinea-Bissau auf seinen ersten Mpox-Ausbruch reagiert
Bissau/Dakar/Wien – Kinder unter 15 Jahren machen die Hälfte aller 46 Verdachtsfälle von Mpox in Guinea-Bissau aus. UNICEF weitet seine Unterstützung für das Ministerium für öffentliche Gesundheit als direkte Reaktion auf den ersten Mpox-Ausbruch in der Geschichte des Landes aus.
„Dies ist das erste Mal, dass Mpox-Fälle in Guinea-Bissau gemeldet wurden. Dadurch wird selbst ein kleiner Ausbruch zu einem bedeutenden Ereignis für die öffentliche Gesundheit“, sagte Sandra Martins, stellvertretende UNICEF-Repräsentantin in Guinea-Bissau. „Während das Überwachungssystem des Landes weiterhin äußerst fragil ist, besteht das Risiko, dass Fälle unentdeckt bleiben, insbesondere bei Kindern, die am anfälligsten für schwere Komplikationen sind.“
Seit der Erklärung des Ausbruchs am 4. Juli 2026 hat Guinea-Bissau bis zum 17. August sieben bestätigte Mpox-Fälle gemeldet, alle bei Erwachsenen. Sechs der bestätigten Fälle wurden im Autonomen Sektor Bissau registriert, einer in der Region Biombo. Bislang wurden keine Todesfälle gemeldet.
Von den 46 Verdachtsfällen sind jedoch 23 Kinder unter 15 Jahren. Sechzehn dieser Kinder sind zwischen 0 und 4 Jahre alt. Dies gibt angesichts des erhöhten Risikos schwerwiegender Komplikationen durch das Virus bei kleinen Kindern Anlass zur Sorge. Die Wiedereröffnung der Schulen im September verschärft diese Bedenken zusätzlich, da dies das Potenzial für eine verstärkte Übertragung unter Kindern mit sich bringt.
Die bestätigten Fälle scheinen nicht miteinander in Verbindung zu stehen. Dies deutet auf unentdeckte Übertragungsketten hin und auf die Möglichkeit, dass weitere Fälle bislang unerkannt geblieben sind.
Insbesondere bei der gemeindebasierten Überwachung bestehen weiterhin erhebliche Lücken, vor allem bei der Identifizierung von Kontaktpersonen, der Untersuchung von Proben sowie der systematischen Nachverfolgung der Ausbreitung des Virus.
UNICEF arbeitet eng mit dem Ministerium für öffentliche Gesundheit, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und weiteren Partnern zusammen, um die von der Regierung geleitete Reaktion zu unterstützen, die Überwachung und Kontaktverfolgung zu stärken, Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sowie zur Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung in Gesundheitseinrichtungen auszubauen und sicherzustellen, dass Kinder und Familien rechtzeitig genaue und verlässliche Informationen erhalten, um eine weitere Ausbreitung von Mpox zu verhindern.
„Mit frühzeitiger Erkennung, Versorgung und Prävention kann Mpox bewältigt und seine Ausbreitung eingedämmt werden“, sagte Sandra Martins. „Wir rufen Familien dazu auf, sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn bei einem Kind oder einem Familienmitglied Hautausschlag, Fieber, geschwollene Lymphknoten oder andere Symptome auftreten. Außerdem sollten die Empfehlungen zum Händewaschen, zur Vermeidung engen Kontakts mit Verdachtsfällen und zum Abbau von Stigmatisierung befolgt werden.“
Während die umfassendere nationale Reaktion bereits läuft, benötigt UNICEF mehr als 150.000 US-Dollar, um gezielte und zentrale Maßnahmen der Mpox-Bekämpfung in Guinea-Bissau zu unterstützen. Flexible Nothilfemittel werden dringend benötigt, um diese lebenswichtigen Ressourcen bereitzustellen und gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.
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