Hitzewellen nehmen weltweit wegen der Klimakrise in der Häufigkeit und Intensität zu. Auch wohlhabende Länder sind nicht vor den Klimaschocks gefeit. Hitzewellen in Österreich stellen für Kinder ein besonderes Risiko dar. Denn Hitze ist für Kinder alles andere als Spaß in der Sonne.
Mehr als 670.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind von häufiger Hitzebelastung betroffen, sagt der der UNICEF Children’s Climate Risk Report 2026. In ganz Europa leiden sogar rund die Hälfte aller Kinder unter der Hitze. Das sind schockierende Zahlen!
Wir beantworten wichtige Fragen rund um Hitzewellen in Österreich: Wie vertragen Kinder Hitze? Welche Symptome zeigen sich bei Hitzebelastung und was kannst du tun, um Kinder vor Hitze und Waldbränden zu schützen?
Wer besonders stark unter Hitze leidet:
Schwangere Frauen, Babys, Kinder und ältere Personen zählen zu den Hochrisikogruppen bei Hitzebelastung. Das wissen die meisten – aber wieso leiden gerade Kinder so viel mehr unter Hitze?
Babys und Kleinkinder unter 5 Jahren können ihre eigene Körpertemperatur nicht regulieren. Ihr Körper erwärmt sich schneller als bei Erwachsenen, sie schwitzen weniger effizient und kühlen langsamer ab. Daher haben sie ein erhöhtes Risiko, einen Hitzschlag zu erleiden oder im schlimmsten Fall sogar daran zu sterben.
Kinder und Jugendliche verbringen außerdem mehr Zeit im Freien als Erwachsene, um zu spielen, für Sport und andere Aktivitäten. Daher sind sie während der Hitzewellen stärker betroffen.
Aber auch für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder sind Hitzewellen enorm gefährlich. Extreme Hitze kann zu Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht, Totgeburten und angeborenen Anomalien führen.
Hitzestress hat auch Einfluss auf die Schlafqualität von Kindern. Das kann negative Folgen auf die psychische Gesundheit, die Entscheidungs- und Lernfähigkeit haben.
Die Belastungen von Hitze treffen nicht alle Kinder im gleichen Ausmaß. Kinder, die von Ungleichheit betroffen sind – also zum Beispiel in Armut aufwachsen oder unter einer Behinderung leiden – sind oft schlechter vor Hitze geschützt. Für armutsgefährdete Kinder sind etwa Hitzewellen aufgrund ihrer Wohnsituation besonders belastend.
Weltweit sind rund 1,2 Milliarden Kinder von extremer Hitze betroffen!
Hitzewellen, Dürren und Waldbrände bringen jedes Jahr Kinder rund um die Welt in Gefahr. Durch Naturkatastrophen bleiben Schulen geschlossen, was Kindern die Chance auf Bildung nimmt.
Wie du Kinder vor Hitze schützen kannst:
Nicht immer muss es die Klimaanlage sein – es gibt viele Wege, Kinder vor extremer Hitze zu schützen.
Das sind die wichtigsten Hitze-Tipps für Kinder und Familien:
- Halte die Wohnung so kühl wie möglich: Lüfte nur während der Nacht, schließe Jalousien oder Vorhänge tagsüber, benutze Ventilatoren oder Klimageräte.
- Im Freien während Hitzewellen besonders auf guten Sonnenschutz achten: Sonnencreme, Kopfbedeckung oder Sonnenschirme benutzen.
- Hab in heißen Monaten immer den Wetterbericht im Blick und passe Aktivitäten im Freien an die aktuellen Temperaturen an. Während der heißesten Tageszeit am besten drinnen bleiben.
- Achte darauf, dass Kinder noch mehr trinken, im Idealfall schon, bevor der Durst kommt.
- Plane mehr Pausen ein. Wenn dein Kind auch bei heißen Temperaturen gerne wild spielt, braucht es dennoch mehr Ruhepausen als an kühlen Tagen.
- Falls kein kühler Wohnraum zur Verfügung steht, schau, ob es in deiner Gemeinde, deiner Familie oder deinem Freundeskreis Orte gibt, wo ihr während der heißesten Zeit Schutz findet.
- Überprüfe regelmäßig, ob dein Kind übermäßig schwitzt, sich heiß anfühlt, sich übergeben muss, einen trockenen und klebrigen Mund hat oder unter Kopfschmerzen leidet. Wenn ein Kind nicht richtig reagiert, hohes Fieber hat, ihm schwindelig ist oder es sehr schnell atmet, bring es sofort in eine medizinische Einrichtung.
Was tun bei Waldbränden?
Leider nehmen Waldbrände rund um die Welt zu, auch in Europa. Immer öfter hören wir in den Nachrichten, dass Touristen im Urlaub von Waldbränden überrascht werden. Der Rauch von Waldbränden kann sich dabei über große Entfernungen ausbreiten. Atemwegserkrankungen wie Asthma, Herzerkrankungen, Störungen des Gehirns und des Nervensystems, psychische Erkrankungen und Krebs werden heute mit der Rauchbelastung von Waldbränden in Verbindung gebracht.
Besonders schwangere Frauen und kleine Kinder sind von gesundheitlichen Folgen bedroht. Babys und Kleinkinder haben ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen, Stoffwechselstörungen und kognitive Funktionsstörungen. Die Gefahren von Waldbränden gehen allerdings weit über die gesundheitlichen Risiken hinaus: Traumata, der Verlust von Lern- und Freizeitmöglichkeiten und sogar Vertreibung durch die Zerstörung eines Feuers.
So schützt du Kinder während eines Waldbrandes:
- Familien in gefährdeten Regionen sollten sich frühzeitig auf die Waldbrandsaison vorbereiten: Dazu gehören ein Notfallplan, ein gepacktes Notfallset und das regelmäßige Verfolgen von Wetter-, Luftqualitäts- und Warnmeldungen.
- Während eines Waldbrands ist es wichtig, behördliche Anweisungen zu befolgen. Kinder sollten sich möglichst in geschlossenen Räumen aufhalten, damit die Rauchbelastung so gering wie möglich ist.
- Treten Symptome wie Brustschmerzen, Atembeschwerden, Husten, Schwindel, Brennen in Nase, Rachen oder den Augen auf, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
- Nach dem Brand sollten Kinder nicht bei Aufräumarbeiten helfen, da Asche und Schadstoffe weiterhin gesundheitsschädlich sein können.
- Ebenso wichtig ist es, auf mögliche psychische Belastungen zu achten, den Kindern Sicherheit zu vermitteln und ihnen Raum zu geben, über ihre Ängste und Erlebnisse zu sprechen.