Ein verletztes Kind im Sudan in den Armen seiner Mutter.

New York/Nairobi/Khartum/Wien – Kinder im gesamten Sudan tragen weiterhin die Hauptlast eines Krieges, der zunehmend tödlicher wird. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden mindestens 330 Kinder getötet oder verletzt. Die Bundesstaaten Darfur und Kordofan verzeichneten weiterhin die höchsten Zahlen an Kindern unter den Opfern.

Besonders alarmierend ist die Lage in und um Al Obeid sowie allgemein im Bundesstaat Nord-Kordofan. Seit Mai 2026 haben Drohnenangriffe und andere Attacken Berichten zufolge zu mehr als 35 Opfern unter Kindern in diesem Bundesstaat geführt, darunter mindestens 18 getötete und mehr als 17 verletzte Kinder. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei Monaten und 17 Jahren alt. Berichten zufolge gingen 60 Prozent dieser Opfer auf Drohnenangriffe zurück, was die zunehmenden Auswirkungen dieser Kriegsführung auf Kinder und Familien verdeutlicht.

Drohnenangriffe gefährden Kinder im Sudan

Wiederholte Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss haben außerdem zivile Infrastruktur beschädigt, darunter Wohnhäuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Wasserversorgungssysteme und Märkte. Sie haben Lieferwege unterbrochen und die Belastung essenzieller Dienstleistungen weiter erhöht. Da schätzungsweise 500.000 Zivilpersonen in und um Al Obeid sowie im gesamten Nord-Kordofan gefährdet sind, könnte jede weitere Verschlechterung der Lage noch mehr Kinder dem Risiko von Tod, Verletzungen, Vertreibung und anderen schwerwiegenden Gefährdungen aussetzen.

Kinder geraten in einen unerbittlichen Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung und Entbehrung“, sagte Sheldon Yett, UNICEF-Vertreter für den Sudan. „Für viele Kinder gibt es keinen sicheren Ort mehr. Sie werden in ihren Häusern, auf den Straßen, auf Märkten und beim Versuch, grundlegende Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung in Anspruch zu nehmen, getötet oder verletzt. Kinder dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Ihr Leben, ihre Rechte und ihre Zukunft müssen geschützt werden.

Die anhaltende Bedrohung durch Angriffe hat zudem Angst, Unsicherheit und Traumata bei Kindern verstärkt, insbesondere in Gemeinschaften, die wiederholt Bombardierungen und Vertreibungen erlebt haben. Kinder sind nicht nur dem unmittelbaren Risiko von Tod und Verletzungen ausgesetzt. Der Konflikt setzt sie weiterhin schwerwiegenden Rechtsverletzungen aus, darunter Rekrutierung und Einsatz durch bewaffnete Gruppen, Entführungen, sexuelle Gewalt sowie Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser.

UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schützen, einen sicheren, schnellen und ungehinderten humanitären Zugang zu ermöglichen und zu erleichtern sowie alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um Kinder vor Schaden zu bewahren.

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