Erklärung von Etleva Kadilli, UNICEF-Regionaldirektorin für Ost- und Südafrika.
Nairobi/Wien – „Kinder in ganz Sudan haben dasselbe grundlegende Recht auf Bildung und sollten die Möglichkeit haben, sicher und unter fairen Bedingungen an den nationalen Prüfungen teilzunehmen – unabhängig davon, wo sie sich befinden.
Unter den aktuellen Umständen haben viele Schülerinnen und Schüler jahrelange Unterbrechungen ihres Bildungswegs erlebt; Hunderttausende konnten ihre Prüfungen aufgrund des Konflikts nicht abschließen. Für diese Lernenden stellt die Teilnahme an einer gemeinsamen nationalen Prüfung eine lang erwartete Chance dar, unter denselben Voraussetzungen wie ihre Altersgenossen voranzukommen.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass alle Kinder – ob in Konfliktgebieten, in Vertreibungssituationen oder in stabileren Regionen – Zugang zu denselben national anerkannten Prüfungen haben. Eine einheitliche Prüfung trägt dazu bei, Fairness sicherzustellen, den Wert der Abschlüsse der Schülerinnen und Schüler zu schützen und Spaltungen zu vermeiden, die ihre zukünftigen Chancen einschränken könnten.
Der Zugang zu Prüfungen und der Abschluss der Sekundarschulbildung sind nicht nur wichtige Meilensteine für einzelne Lernende; sie sind auch ein entscheidender Weg zu Hochschulbildung, Qualifikationen und zukünftigen Chancen, die Sudans junge Menschen verdienen.
Für eine Generation junger Menschen, deren Bildung bereits massiv durch den Konflikt beeinträchtigt wurde, sind anerkannte Abschlüsse die Grundlage für weiterführende Bildung, den Zugang zum Arbeitsmarkt und die Mitwirkung am Wiederaufbau Sudans. Zersplitterte Zertifizierungssysteme bergen das Risiko, Barrieren zu schaffen, die den Konflikt selbst überdauern – und die Möglichkeiten junger Menschen noch lange nach dem Ende der Kämpfe einschränken.
Für diese Prüfungssaison und darüber hinaus ist es entscheidend, dass dieselben national anerkannten Prüfungen überall im Sudan sowie in den Ländern angeboten werden, die sudanesische Flüchtlinge aufgenommen haben. Die Regierung und die Konfliktparteien sollten sich zudem auf praktische Modalitäten einigen, um sicherzustellen, dass die Prüfungen landesweit einheitlich und sicher durchgeführt werden können. UNICEF steht bereit, diese Bemühungen zu unterstützen.
Bildung muss ein neutraler Raum bleiben. Sie muss vor Spaltung geschützt werden und sich am Wohl der Kinder orientieren – sowie an einem klaren Verständnis dessen, was für eine gesamte Generation auf dem Spiel steht, falls dies nicht gelingt.
Sicherzustellen, dass alle sudanesischen Lernenden dieselbe Prüfung ablegen können – unabhängig davon, wo sie sich befinden –, ist essenziell, um sowohl ihre heutigen Rechte als auch ihre Zukunftsperspektiven zu schützen.“
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