Hilfsgüter im Sudan.

Khartum/Wien – UNICEF hat gestern lebensrettende Gesundheits‑, Ernährungs‑, Wasser‑, Hygiene‑ und Sanitärhilfsgüter nach Um Baru in Nord-Darfur geliefert und dabei mehrere Konfliktlinien überquert, um Kinder und Familien zu erreichen, die durch anhaltende Gewalt abgeschnitten sind. Schätzungsweise 15.160 Menschen werden von den Lieferungen profitieren.

Die Lage in Nord-Darfur gehört zu den schlimmsten im Sudan. Um Baru ist zusammen mit Kernoi und At Tina aufgrund der intensiven Kämpfe mit belagerungsähnlichen Bedingungen konfrontiert. Die anhaltende Gewalt und Unsicherheit setzen Kinder gravierenden Schutzrisiken aus, darunter Tötung und Verletzung, Trennung von der Familie sowie erhöhte Risiken von Ausbeutung und Missbrauch. Da der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich ist, tragen Kinder die Hauptlast der Krise. Sie leiden unter akuten Engpässen bei sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Ernährung sowie unter Rekordwerten von Mangelernährung. Getrieben durch Ernährungsunsicherheit, Vertreibung und den Zusammenbruch grundlegender Dienstleistungen hat die Rate akuter globaler Mangelernährung* in Um Baru 52,9 Prozent erreicht, die höchste jemals im Sudan verzeichnete Rate und eine der höchsten weltweit.

Um Kinder in Um Baru zu erreichen, mussten wir Frontlinien überqueren, zu einer Zeit, in der der Zugang extrem eingeschränkt ist“, sagte Sheldon Yett, UNICEF‑Vertreter im Sudan. „Diese Lieferung zeigt, dass wir selbst unter den schwierigsten Bedingungen Wege finden können und müssen, um Kinder in Not zu erreichen. Die gelieferten Hilfsgüter werden Leben retten, doch sie machen nur einen Bruchteil dessen aus, was benötigt wird. Ein dauerhafter, sicherer und ungehinderter humanitärer Zugang ist unerlässlich, um weitere Verluste von Menschenleben zu verhindern.

Trotz der Herausforderungen bleiben UNICEF und seine Partner vor Ort aktiv und leisten weiterhin wichtige Hilfe in ganz Darfur. Dazu gehören die Behandlung von Kindern mit schwerer akuter Mangelernährung, die Unterstützung mobiler Gesundheitsdienste, die Bereitstellung von sauberem Wasser sowie die Einrichtung von Schutz‑ und Betreuungsangeboten für von Gewalt betroffene Kinder. Dennoch sind humanitäre Einsätze weiterhin stark eingeschränkt – durch Unsicherheit, administrative Hürden und erhebliche Finanzierungslücken.

Die Lieferung nach Um Baru zeigt, was möglich ist, wenn Zugang gewährt wird. UNICEF appelliert weiterhin an alle Konfliktparteien, einen sicheren, dauerhaften und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten, damit Kinder in schwer erreichbaren Gebieten die dringend benötigte lebensrettende Hilfe erhalten können.

Hinweise für Redaktionen

* Die Rate akuter globaler Mangelernährung ist der Prozentsatz der Kinder unter fünf Jahren in einer Bevölkerung, die akut mangelernährt sind – das heißt, sie sind im Verhältnis zu ihrer Körpergröße zu dünn oder weisen ernährungsbedingte Ödeme auf. Sie dient als Indikator für den Schweregrad einer Ernährungskrise.

Im gesamten Sudan werden für das Jahr 2026 schätzungsweise 4,2 Millionen Fälle akuter Mangelernährung erwartet, darunter mehr als 825.000 Fälle schwerer akuter Mangelernährung.

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