Kinder holen Wasser in Nord Darfur.

Neue UNICEF‑Bericht warnt: Gewalt, Hunger und Vertreibung prägen erneut die Kindheit in einer der am stärksten von Konflikten betroffenen Regionen Sudans.

Port Sudan/New York/Genf/Wien – Zwanzig Jahre nachdem Darfur weltweit Aufmerksamkeit erregte, als Gewalt Gemeinschaften verwüstete und Millionen Menschen im Sudan zur Flucht zwang, sind Kinder in der Region erneut in einer katastrophalen Krise gefangen – jedoch mit deutlich weniger internationalem Fokus und Unterstützung. Davor warnt UNICEF in einem heute veröffentlichten neuen Bericht, einem „Child Alert“.

Der Bericht „Darfur: 20 Years On, Children Under Threat“ zeigt auf, wie der anhaltende Konflikt im Sudan erneut großflächige Gewalt, Massenvertreibungen, akuten Hunger und schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern in ganz Darfur ausgelöst hat. Wie bereits im Jahr 2005 wurden Häuser niedergebrannt, Märkte angegriffen sowie Schulen und Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört, und Familien zur Flucht gezwungen – doch heute ist das Ausmaß der Bedürfnisse größer und die globale Empörung deutlich gedämpfter.

In ganz Darfur tragen Kinder die schwerste Last des Konflikts. Viele haben keinen Zugang mehr zu Bildung und medizinischer Versorgung, während immer mehr Kinder von schwerer Mangelernährung, Krankheiten und Gewalt durch bewaffnete Kräfte oder Gruppen betroffen sind. Millionen Kinder wurden gewaltsam aus ihrem Zuhause vertrieben, mit erheblicher grenzüberschreitender Vertreibung, insbesondere in den Osten des Tschad, wo ohnehin bereits überlastete Versorgungssysteme kaum in der Lage sind, die neu ankommenden Menschen zu versorgen.

Der Child Alert zieht klare Parallelen zwischen der heutigen Situation und der ersten UNICEF‑Kindeswarnung zu Darfur aus dem Jahr 2005, als weltweite Empörung eine massive humanitäre Mobilisierung auslöste. Zwanzig Jahre später haben die Bedürfnisse von Kindern sowohl an Umfang als auch an Komplexität zugenommen, doch Finanzierungsengpässe, Zugangsbeschränkungen, die veränderte Art der Kriegsführung und geringe internationale Aufmerksamkeit schränken die Reichweite lebensrettender Hilfe massiv ein.

Vor zwanzig Jahren vereinte sich die Welt in Empörung über das Leiden der Kinder in Darfur. Heute wächst eine neue Generation von Kindern unter grauenhafter Gewalt, Hunger und Angst auf“, sagte Catherine Russell, UNICEF‑Exekutivdirektorin. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Geschichte wiederholt. Kinder in Darfur brauchen Schutz und einen dauerhaften humanitären Zugang. Die Konfliktparteien müssen diesen brutalen Krieg beenden.

In Al Fasher und anderen Orten in Nord‑Darfur haben langanhaltende Kämpfe und Belagerungen Familien von Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung abgeschnitten. Viele sind gezwungen, in bereits überfüllte Gebiete zu fliehen. In ganz Darfur hat der Konflikt essentielle Infrastruktur beschädigt oder zerstört und damit Hunger, Krankheit und in einigen Gebieten hungersnotähnliche Zustände weiter verschärft, da Lebensgrundlagen zusammenbrechen.

Kinder sind zudem mit einer alarmierenden Eskalation extremer Gewalt konfrontiert. Nirgendwo sind die Auswirkungen so gravierend wie in Al Fasher. Seit April 2024 wurden dort mehr als 1.500 schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern* bestätigt, die Konfliktparteien zugeschrieben werden. Dazu zählen die Tötung und Verstümmelung von über 1.300 Kindern, viele durch Explosivwaffen und Drohnen, ebenso wie sexuelle Gewalt, Entführungen sowie die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern durch bewaffnete Gruppen. Diese erschütternden Zahlen unterschätzen mit hoher Wahrscheinlichkeit das tatsächliche Ausmaß der Übergriffe, da ähnliche Muster auch in anderen Landesteilen zu beobachten sind.

Seit Beginn des Krieges haben die Vereinten Nationen landesweit mehr als 5.700 schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern durch Konfliktparteien verifiziert, die mindestens 5.100 Kinder betreffen; über 4.300 von ihnen wurden getötet oder verstümmelt. Der Trend verschärft sich weiter: In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 wurden Berichten zufolge mindestens 160 Kinder getötet und 85 verletzt, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres darstellt.

UNICEF leistet weiterhin Nothilfe im Sudan und in Darfur

Trotz außerordentlicher Herausforderungen leisten UNICEF und seine Partner weiterhin lebensrettende Hilfe in Darfur und den Nachbarländern. Dazu gehören Bildungsangebote, die Bereitstellung von sauberem Wasser und sanitärer Versorgung, die Behandlung von Kindern mit schwerer akuter Mangelernährung, die Unterstützung mobiler Gesundheitsdienste, psychosoziale Betreuung sowie die Einrichtung sicherer Orte für Kinder.

Die Child Alert warnt jedoch, dass humanitäre Maßnahmen weiterhin stark durch Unsicherheit, bürokratische Hindernisse und Finanzierungslücken eingeschränkt sind, wodurch viele Kinder in Momenten größter Gefahr von Hilfe abgeschnitten bleiben.

UNICEF appelliert an die Konfliktparteien, das Völkerrecht einzuhalten und Zivilpersonen – insbesondere Kinder – zu schützen, einen sicheren und ungehinderten humanitären Zugang zu gewährleisten sowie schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern zu beenden und künftig zu verhindern. Darüber hinaus ruft die Organisation Geber dazu auf, flexible und mehrjährige Finanzierungen bereitzustellen, um lebensrettende Programme aufrechtzuerhalten und Kinder zu unterstützen, die durch grenzüberschreitende Vertreibung betroffen sind.

Hinweise

*Schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern umfassen: Tötung und Verstümmelung; Entführung; Rekrutierung und Einsatz; Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt; Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie die Verweigerung humanitären Zugangs.

Zum Bericht auf der Website von UNICEF International.

Foto- und Videomaterial zur redaktionellen Nutzung.

Bleiben Sie immer informiert und abonnieren Sie den UNICEF Österreich WhatsApp-Channel.

UNICEF Spenden
Typ:
Spendengrund:
Betrag:

Jetzt spenden und Kindern in Not helfen!

Spendengrund

Wegen neuer gesetzlicher Regelungen benötigen wir Ihren vollständigen Namen laut Meldezettel sowie Ihr Geburtsdatum, damit Sie Ihre Spenden im Rahmen Ihrer ArbeitnehmerInnen-Veranlagung absetzen können.

Ihre Adresse

Ihre Kontaktdaten

Wir verwenden Ihre freiwillig bekanntgegebene Telefonnummer für Serviceanrufe, um Sie über weitere Spendenmöglichkeiten zu informieren. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit per Mail an service@unicef.at widerrufen
Datenschutzinformation:
Neben der Verwaltung Ihrer Spende, verarbeiten wir personenbezogenen Daten, um Ihnen weitere Informationen zuzusenden. Damit wir diese Zusendungen personalisieren können, indem wir z.B. Spendenvorschläge in individueller Höhe erstellen, führen wir personenbezogene Daten zusammen und werten diese aus (Profiling gemäß Artikel 4 Ziffer 4 DSGVO). Sie können unsere Zusendungen jederzeit abbestellen und der Zusammenführung und Auswertung Ihrer Daten widersprechen (service@unicef.at). Weitere Informationen finden Sie unter unicef.at/datenschutz. Sie können diese Informationen auch telefonisch unter 01/879 00 00 als kostenfreie Postzusendung anfordern. Unseren externen Datenschutzbeauftragten erreichen Sie unter: datenschutz@pilgermair.at.
Lade…
SEPA-Lastschrift Mandat (für UNICEF Patenschaften und Einmaleinzüge vom Bankkonto) Ich/Wir ermächtige(n) das Österreichische Komitee für UNICEF, Zahlungen von meinem/unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einmalig/wiederkehrend einzuziehen. Zugleich weise(n) ich/wir unser Kreditinstitut an, die vom Österreichischen Komitee für UNICEF auf mein/unser Konto gezogenen SEPA-Lastschriften einzulösen. Ich kann/Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrags verlangen. Es gelten die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Benachrichtigung: Meine Spende soll so schnell wie möglich helfen, eine zusätzliche Information 2 Wochen vor dem Lastschriftstermin ist daher nicht nötig. Ich/Wir verzichte(n) daher auf die Benachrichtigungsfrist (Prenotification) von 14 Tagen. Länger Rückbuchen: Rückerstattung direkt bei UNICEF Österreich sogar innerhalb von 13 Monaten nach Abbuchungstag möglich. Ändern und Stornieren: Sie können Ihre Einzugsermächtigung jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern oder stornieren. Zahlungsempfänger: Österreichisches Komitee für UNICEF, Mariahilfer Straße 176/10, 1150 Wien; Creditor Identification (CID): AT19 ZZZ 000000 24038
Speicherung Ihrer Zahlungsdaten (für UNICEF Patenschaften): Mit dem Abschluss einer Patenschaft geben Sie Ihr Einverständnis zur Speicherung Ihrer Zahlungsdaten, damit Ihre regelmäßige Spende abgebucht werden kann.
Spende absetzbar Logo Spendengütesiegel
Information zu Spenden: Es kann nicht garantiert werden, dass die Spende ausschließlich dem oben beschriebenen Projekt gewidmet wird. Ihre Spende wird verwendet, um Kinder weltweit zu unterstützen.
Alle Meldungen lesen