Allein im März 2026 wurden 89 Kinder bei Angriffen getötet oder verletzt – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zum Vormonat.
Kiew/Wien – Die Zahl der in der Ukraine getöteten oder verletzten Kinder steigt weiter. Unablässige Angriffe führten allein im März 2026 zu 89 Opfern unter Kindern, wie aus den neuesten verifizierten Daten der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine hervorgeht. Dies entspricht einem Anstieg von 65 % gegenüber dem Februar und unterstreicht die verheerenden Auswirkungen dieser Angriffe auf Familien und Gemeinschaften.
Die Gefahren für jedes einzelne Kind wurden auf tragische Weise durch tödliche nächtliche Angriffe am 15. April deutlich, die Dnipro, Charkiw, Kyjiw und Odesa betrafen. Ein zwölfjähriger Junge wurde in der Hauptstadt in dem getötet, was eigentlich die Sicherheit seines eigenen Zuhauses sein sollte. Berichten zufolge wurden landesweit weitere Kinder verletzt.
Kinder sind im ganzen Land betroffen – auch weit entfernt von den Frontlinien. Laut dem neuesten UN-Bericht über zivile Opfer in der Ukraine sind Langstreckenangriffe die Hauptursache für Todesfälle und Verletzungen. Im März wurden 80 Kinder verletzt und vier Mädchen sowie fünf Buben getötet. Im ersten Quartal 2026 stieg die Zahl der Opfer unter Kindern im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 49 %.
„Kein Kind ist im Land sicher“, sagte Anne-Claire Dufay, UNICEF-Vertreterin in der Ukraine. „Kinder leben weiterhin überall unter der ständigen Bedrohung durch Angriffe“, fügte sie hinzu.
Seit Februar 2022 wurden in der Ukraine mindestens 3.452 Kinder getötet oder verletzt. Da es sich dabei ausschließlich um von den Vereinten Nationen verifizierte Fälle handelt, liegt die tatsächliche Zahl vermutlich deutlich höher. „Jedes getötete oder verletzte Kind hinterlässt eine tiefe Wunde bei seinen Angehörigen und in den Gemeinschaften. Keine Familie sollte diesen immensen Schmerz erleiden müssen“, sagte Anne-Claire Dufay.
Während mehr als vier Jahren andauernden Krieges waren Kinder zudem gezwungen, mehrfach aus ihren Häusern zu fliehen. Laut einer aktuellen UNICEF-Umfrage gaben jede:r dritte Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren an, mindestens zweimal umgezogen zu sein, wobei Sicherheitsbedenken der häufigste Fluchtgrund waren. Auch der Wunsch nach besserem Zugang zu Bildung und anderen sozialen Dienstleistungen wurde als weiterer Faktor für Vertreibung genannt.
Die Dienstleistungen, auf die Kinder für ihr Wohlergehen und ihre Entwicklung angewiesen sind, werden ebenfalls häufig beeinträchtigt. Schulen, Gesundheitseinrichtungen sowie Strom-, Wasser- und Sanitärsysteme wurden beschädigt oder zerstört.
UNICEF Nothilfe für Kinder in der Ukraine
UNICEF und seine Partner leisten weiterhin lebenswichtige Hilfe für Kinder und Familien in Frontgebieten und im ganzen Land. Allein im ersten Quartal 2026 umfasste dies unter anderem:
- Verbesserung des Zugangs zu sicherem Wasser für 1,8 Millionen Menschen
- Wiederherstellung und Aufrechterhaltung von Heizungsdiensten für fast 520.000 Menschen
- Bereitstellung humanitärer Bargeldhilfe für mehr als 23.140 Familien
- Verbesserung des Zugangs zu formaler oder non-formaler Bildung, einschließlich frühkindlicher Förderung, für rund 35.000 Kinder
- Erreichen von 66.400 Kindern und Betreuungspersonen mit Aufklärung über Gefahren durch explosive Kampfmittel sowie Unterstützung für Überlebende
- Bereitstellung von psychosozialer Unterstützung und Angeboten zur psychischen Gesundheit für 116.000 Kinder, Jugendliche und Betreuungspersonen
Ermöglichung des Zugangs zu Maßnahmen zur Risikominderung, Prävention und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt für fast 39.000 Frauen, Mädchen und Jungen
UNICEF ruft erneut zur Achtung des internationalen humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte auf sowie zur Beendigung und Verhinderung schwerwiegender Verletzungen der Rechte von Kindern. Kinder müssen jederzeit geschützt werden.
Hinweise
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