Update am 28.05.2025
Erklärung des UNICEF-Regionaldirektors für den Nahen Osten und Nordafrika, Edouard Beigbeder
Amman/Wien – „Innerhalb von 72 Stunden an diesem Wochenende lieferten die Bilder von zwei schrecklichen Angriffen weitere Beweise für die unvorstellbaren Auswirkungen dieses unbarmherzigen Krieges gegen Kinder im Gazastreifen.
Am Freitag sahen wir Videos von verbrannten, verstümmelten Kindern der Familie al-Najjar, die aus den Trümmern ihres Hauses in Khan Younis gezogen wurden. Von 10 Geschwistern unter 12 Jahren hat Berichten zufolge nur eines überlebt, allerdings mit schweren Verletzungen.
Am frühen Montag sahen wir Bilder von einem kleinen Kind, das in einer brennenden Schule in Gaza-Stadt eingeschlossen war. Bei diesem Angriff in den frühen Morgenstunden wurden Berichten zufolge mindestens 31 Menschen getötet, darunter 18 Kinder.
Diese Kinderleben, die niemals auf Zahlen reduziert werden sollten – sind nun Teil einer langen, erschütternden Liste unvorstellbarer Schrecken: schwere Verstöße gegen Kinder, die Blockade von Hilfsgütern, der Hunger, ständige Zwangsvertreibung und die Zerstörung von Krankenhäusern, Wassersystemen, Schulen und Häusern. Im Grunde genommen wird das Leben im Gazastreifen selbst zerstört.
Seit dem Ende des Waffenstillstands am 18. März sind Berichten zufolge 1.309 Kinder getötet und 3.738 verletzt worden. Insgesamt sollen seit Oktober 2023 mehr als 50.000 Kinder getötet oder verletzt worden sein. Wie viele tote Mädchen und Buben braucht es noch? Wie viel Grauen muss noch geschehen, bevor die internationale Gemeinschaft ihren Einfluss geltend macht und mutig und entschlossen handelt, um ein Ende dieses rücksichtslosen Tötens von Kindern zu erzwingen?
UNICEF appelliert erneut an alle Konfliktparteien, die Gewalt zu beenden, die Zivilbevölkerung, einschließlich der Kinder, zu schützen, das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu achten, die sofortige Bereitstellung humanitärer Hilfe zu ermöglichen und alle Geiseln freizulassen.
Die Kinder in Gaza brauchen Schutz. Sie brauchen Nahrung, Wasser und Medikamente. Sie brauchen einen Waffenstillstand. Aber mehr als alles andere brauchen sie sofortige, kollektive Maßnahmen, um die Situation ein für alle Mal zu beenden.“
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Erklärung von UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell zu den erneuten Angriffen im Gazastreifen.
New York/Wien am 19.03.2025 – „Die Berichte und Bilder, die nach den heutigen Angriffen aus dem Gazastreifen eintreffen, sind jenseits jeder Vorstellungskraft entsetzlich. Berichten zufolge wurden Hunderte Menschen getötet, darunter mehr als 130 Kinder – die höchste Zahl an getöteten Kindern an einem einzigen Tag im vergangenen Jahr.
Einige der Angriffe sollen provisorische Unterkünfte getroffen haben, in denen Kinder und Familien schliefen – ein weiteres tödliches Zeichen dafür, dass es in Gaza keinen sicheren Ort gibt.
Die jüngsten Angriffe ereignen sich zu einer Zeit, in der überlebenswichtige Hilfe weiterhin daran gehindert wird, Gaza zu erreichen, was die Gefahren für Kinder zusätzlich verschärft. Seit nunmehr sechzehn Tagen ist kein einziger Lastwagen mit humanitärer Hilfe mehr in den Gazastreifen gelangt. Darüber hinaus wurde die Stromversorgung für die zentrale Entsalzungsanlage gekappt, was die Menge an verfügbarem Trinkwasser erheblich reduziert.
Heute sind die eine Million Kinder in Gaza – die bereits über 15 Monate Krieg ertragen mussten – erneut in eine Welt voller Angst und Tod gestoßen worden. Die Angriffe und die Gewalt müssen aufhören – sofort.
Wir fordern alle Konfliktparteien auf, umgehend die Waffenruhe wiederherzustellen, und appellieren an Staaten mit Einfluss, diesen zu nutzen, um eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern. Das humanitäre Völkerrecht muss von allen Seiten respektiert werden, um die sofortige Bereitstellung humanitärer Hilfe, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Freilassung aller Geiseln zu gewährleisten.“
UNICEF bittet weiterhin um Unterstützung der Nothilfe Nahost!
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