Ebola-Ausbruch in der DR Kongo ist der zweitgrößte in der Geschichte

Kinshasa/Wien, 30. Jänner 2019 - Knapp ein Drittel der Betroffenen sind Kinder. Der jüngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) ist mittlerweile sechs Monate her. Am 1. August 2018 wurden mehr als 740 Menschen - davon 30 Prozent Kinder - mit der Krankheit infiziert, darunter über 460 Tote. UNICEF verstärkt seine Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer, zur Kontrolle der Ausbreitung des Virus und zur endgültigen Eindämmung der tödlichen Epidemie.

 

Jemima, Überlebende des Ebola-Virus, kümmert sich um den 6-Monate alten Joshua in einer UNICEF Kinderkrippe in Beni/DRK. Joshuas Mutter ist auch an Ebola erkrankt. © UNICEF/UN0264160/Hubbard

Dies ist der zehnte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und der schlimmste des Landes. Es ist auch der zweitgrößte Ebola-Ausbruch der Geschichte nach jenem in Westafrika in den Jahren 2014 bis 2016. Die Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der Krankheit werden nach wie vor durch Unsicherheit, häufiger Migration in den betroffenen Gebieten und den Widerstand einiger Gemeinden behindert.

„Während wir die Krankheit in Mangina, Beni und Komanda weitgehend kontrollieren konnten, breitet sich das Virus im Gebiet von Butembo weiter aus, vor allem aufgrund von Unsicherheit und Migrationsbewegungen", sagt Dr. Gianfranco Rotigliano, UNICEF-Repräsentant in der Demokratischen Republik Kongo. „Wir verstärken unsere Soforthilfe und setzen zusätzliches Personal in den Gesundheitszonen von Butembo und Katwa ein, wo 65 Prozent der neuen Ebola-Fälle in den letzten drei Wochen aufgetreten sind."  

Seit Beginn der Epidemie hat UNICEF mehr als 650 MitarbeiterInnen eingesetzt. Gemeinsam mit staatlichen Institutionen, Zivilgesellschaft, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen wird infizierten Menschen und Familien geholfen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Das Bewusstsein für die besten Hygiene- und Verhaltenspraktiken ist dabei ausschlaggebend.   

Das Ebola Programm von UNICEF konzentriert sich auf das gemeinschaftliche Engagement, die Bereitstellung von Wasser und sanitären Einrichtungen sowie den Schutz von Schulen. UNICEF zielt darauf ab, die Ausbreitung der Krankheit zu kontrollieren und zu verhindern und letztendlich die Epidemie zu stoppen. Infizierte Menschen sowie betroffene Familien und ihre Kinder erhalten weiterhin psychosoziale Unterstützung. Viele Kinder sind durch die Ebola Epidemie verwaist. UNICEF schützt Kinder in Schulen und sichert die Ernährungsversorgung in den Behandlungszentren.

„Unsere Teams in Mangina, Beni, Oicha, Komanda, Butembo und Lubero arbeiten unermüdlich an diesem vielschichtigen Ansatz, um den Ebola-Ausbruch so schnell wie möglich zu stoppen und betroffenen Kindern und Familien zu helfen", betont Dr. Rotigliano.

UNICEF und seine Partner haben folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Mehr als 10 Millionen Menschen in den betroffenen Gebieten wurden über Präventionsmaßnahmen informiert;
  • Bereitstellung von Trinkwasser für mehr als 1,3 Millionen Menschen an öffentlichen Orten, Gesundheitseinrichtungen und Schulen;
  • Schulung von 8.146 LehrerInnen zu Ebola-Präventionsmaßnahmen;
  • 157.133 Kinder in 888 Schulen wurden über Ebola und Schutzmaßnahmen aufgeklärt;
  • Unterstützung von 830 direkt von Ebola betroffenen Familien;
  • 686 Waisenkinder wurden identifiziert und entsprechend versorgt.

UNICEF ruft weiterhin zu Spenden auf:
Spendenkonto:
UNICEF Österreich
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Stichwort: Nothilfe