Hunger in Afrika bedroht Millionen Kinderleben

Die Ernährungssituation in Afrika bleibt dramatisch. Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels sowie brutale Konflikte und Importstopps aus der Ukraine erzeugen Lebensmittelknappheiten. Diese kosten Kindern das Leben.

In Ländern wie dem Südsudan, Nigeria, Äthiopien, Somalia oder auch Kenia sind Millionen Menschen von tödlichem Hunger bedroht, darunter viele Kinder. Sie brauchen Hilfe, jede Sekunde zählt.

Wir müssen jetzt handeln, um den Hunger bis 2030 zu besiegen. Denn die Situation in Afrika ist nicht aussichtslos: Vor allem Kinder können mit Spezialnahrung schnell wieder zu Kräften kommen.

Helfen Sie uns jetzt, den Hunger in Afrika zu besiegen!




 


„UNICEF ist äußerst besorgt über die Situation in Tigray, da immer mehr kleine Kinder und Babys unterernährt sind und von Krankheit oder sogar Tod bedroht sind.“

Henrietta Fore, ehemalige UNICEF Exekutivdirektorin

Hungersnot in Afrika: Aktuelle Situation

 

Rund 8,39 Millionen Menschen in Äthiopien, darunter 4,53 Millionen Kinder, benötigen humanitäre Hilfe. 7 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, mit dem sie ihre Mahlzeiten zubereiten können. Geschätzte 555.000 Kinder müssen wegen schwerer akuter Unterernährung behandelt werden.

Erschwerend hinzu kommt, dass Äthiopien rund 1,8 Millionen Klima- und Kriegsflüchtlinge aufgenommen hat. Es wird erwartet, dass die Ernährungsunsicherheit, der mangelnde Zugang zu sauberem Wasser und die Unterernährung sich aufgrund der aktuellen Situation verschärfen werden.

 

Die Kinder in Madagaskar spüren die Auswirkungen des Klimawandels mit voller Härte. Das Land leidet unter mehreren Krisen gleichzeitig, denn es ist extrem anfällig für Naturkatastrophen wie Zyklone und Überflutungen. Im Süden Madagaskars hat es so lange nicht geregnet, dass Flüsse und ganze Ernten vertrocknen.

Eine halbe Million Kinder in Madagaskar könnten im Jahr 2022 so stark mangelernährt sein, dass sie ums Überleben kämpfen. 1,3 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Die Preise für Trinkwasser steigen so stark, dass viele Kinder verschmutztes Wasser trinken müssen.

 

Die Bevölkerung im Südsudan leidet seit Jahren unter dem Bürgerkrieg. Rund 1,7 Millionen Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land und fast 2,5 Millionen mussten in Nachbarländer fliehen. 4,1 Millionen Mädchen und Buben im Südsudan brauchen dringend humanitäre Hilfe.

Die Ernährungssituation bleibt dramatisch und die Kinder leiden am meisten. Etwa 1,3 Millionen Kinder haben so wenig zu essen, dass sie akut mangelernährt sind und mit der UNICEF-Spezialnahrung behandelt werden müssen.

 

Die Provinz Manicaland im Osten Simbabwes weist eine der höchsten Unterernährungsraten weltweit auf. Sie wurde durch die anhaltende Dürre und die daraus resultierende Nahrungsmittelknappheit stark getroffen.

Die Situation verschärfte sich als Zyklon Idai im März 2019 die Region zerstörte. Aufgrund der instabilen Lage kam es zu einem wirtschaftlichen Zusammenbruch, der 6,7 Millionen Menschen in Simbabwe betrifft. Darunter sind 3,2 Millionen Kinder, die 2020 humanitäre Hilfe benötigen werden.

Jedes dritte Kind ist unterernährt. Die Menschen wissen nicht, wann sie das nächste Mal zu Essen kommen.

 

Unsicherheit und Gewalt in der zentralen Sahelzone haben einen humanitären Notstand in den Ländern Burkina Faso, Mali und Niger ausgelöst.

Zahlreiche Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen.

Als Folge der Konflikte sind über 721.000 Kinder unter 5 Jahren, dem Risiko einer schweren akuten Unterernährung ausgesetzt und könnten verhungern.



So hilft UNICEF gegen den Hunger in Afrika

  • Ernährung: Mangelernährung führt vor allem bei Kleinkindern schnell zum Tod. UNICEF ist vor Ort und liefern Spezialnahrung. 2022 wollen wir 241.500 Kinder gegen Mangelernährung behandeln.

  • Wasserversorgung: In einigen Ländern führen schlechte sanitäre Verhältnisse und verschmutztes Wasser zu neuen Cholera-Ausbrüchen. UNICEF errichtet in Afrika Brunnen für Schulen, die oft ein ganzes Dorf mit Wasser versorgen.

  • Bildung: Viele Kinder bekommen ihre einzig richtige Mahlzeit des Tages in der Schule. Deswegen ist ein Schulbesuch für Kinder oft mehr als nur ihre Ausbildung.


Akot kann wieder essen, laufen und lachen.

Akot aus dem Südsudan hat fast ein Jahr um sein Leben gekämpft.

Mit acht Monaten wurde er in ein von UNICEF unterstützes Therapieprogramm aufgenommen. Bei der Aufnahme war er schwer unternährt. Er hatte schweren Durchfall, Fieber, diverse Infektionen und konnte nichts essen.

Dank der Behandlung mit Spezialnahrung hat er schnell Gewicht zugenommen und ist seitdem viel aktiver: Er hat angefangen zu sprechen, zu laufen und hat seine Muskeln wieder erlangt.

Außerdem hat wieder großen Appetit. Seine Mutter erkennt ihn kaum wieder – er wurde von einem ständig weinenden, zu einem glücklichen, glucksenden Buben. 



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Häufige Fragen zu Hunger und Mangelernährung

Was sind die Ursachen für den Hunger in Afrika?

Wie auch in vielen anderen Regionen mit Hungersnöten sind Kinder in Afrika zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Dazu zählen bewaffnete Konflikte, politische Instabilität oder eben auch Naturkatastrophen.

Welche Folgen hat der Klimawandel auf Hungersnöte?

Welche Folgen hat der Klimawandel auf Hungersnöte?

Über 1 Milliarde Kinder leben entweder in Gebieten mit hoher Trockenheit und Dürre oder in Regionen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Überschwemmungen. Oft führen Naturkatastrophen zu Ernteausfällen, aber auch Heuschreckenplagen und andere Katastrophen tragen zu den aktuellen Hungerproblemen bei. Hunger und Mangelernährung sind untrennbare Folgen von Katastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben oder Dürren. Vor allem Ostafrika leidet derzeit unter einer seit Jahren anhaltenden Trockenperiode - hier ist es zentral eine Hungerkatastrophe zu vermeiden.

Warum ist sauberes Wasser wichtig im Kampf gegen den Hunger?

Mangelernährte Kinder sind meist so geschwächt, dass sie durch schmutziges Wasser übertragene Krankheiten schwerer abwehren können. Eine einfache Durchfallerkrankung kann also in Ländern, in denen Hunger herrscht, tödlich sein. In einigen Ländern führen schlechte sanitäre Verhältnisse und verschmutztes Wasser zu neuen Cholera-Ausbrüchen. UNICEF liefert Hygiene-Artikel und Medikamente für Familien und Kinder vor Ort, um die Krankheit einzudämmen.

Wann gilt ein Kind als mangelernährt?

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des, für ihr Alter angemessenen, Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung.

Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen und drohen zu verhungern. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung.

Warum können viele Eltern in Afrika ihre Kinder nicht mehr ernähren?

Wo Hunger herrscht, sind Menschen meist auch von extremer Armut betroffen. Schätzungsweise 490 Millionen Menschen in Afrika leben von weniger als 2 Euro am Tag. Durch den Hunger ausgezehrte Menschen sind kaum noch in der Lage, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Millionen Eltern können somit ihre Kinder nicht mehr aus eigener Kraft ernähren. Die Armut wurde vor allem durch die Corona-Pandemie noch verstärkt, da Kinder häufig die einzig richtige Mahlzeit des Tages in der Schule bekommen haben. Durch die Schulschließungen fiel diese Mahlzeit aus.

Welche Auswirkungen hat der Ukrainekonflikt auf die Lebensmittelversorgung in Afrika?

Aufgrund der konfliktbedingten Unterbrechung der Importe kommt es zu einer Verknappung von Lebensmitteln. Gleichzeitig verteuern sich die Preise für lebenswichtige Güter wie Weizen, Speiseöl und Treibstoff. Wenn diese Entwicklung anhält, wird es schwerwiegende Auswirkungen auf Kinder haben, da diese Länder bereits mit Konflikten, Wirtschaftskrisen oder einem starken Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise im Jahr 2021 zu kämpfen hatten.