Drohende Hungersnot in Afrika

Die Hungersnot in Afrika nimmt kein Ende

Konflikte, Klimawandel und Armut bedrohen Kinder in Afrika

Die Ernährungssituation in Afrika ist erschreckend. In Ländern wie dem Südsudan, Nigeria, Äthiopien, Somalia oder auch Malawi sind Millionen Menschen von tödlichem Hunger bedroht, darunter viele Kinder. Sie brauchen Hilfe!

Der Hunger in Afrika konnte auch in den letzten Jahren nicht besiegt werden. Der globale Hunger hat das Niveau von vor einem Jahrzehnt wieder erreicht:  Das sollte als Warnung verstanden werden. Es muss mehr gehandelt werden. Wenn das Ziel der nachhaltigen Entwicklung, den Hunger bis 2030 zu besiegen, erreicht werden soll, muss jetzt reagiert werden. Besonders in Afirkas Regionen verschlechtert sich die Situation immer weiter. 

Die alarmierenden Anzeichen für eine zunehmende Ernährungsunsicherheit und ein hohes Maß an unterschiedlicher Unterernährung sind eine klare Warnung, dass noch viel zu tun ist..., warnten die Leiter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), des UN-Kinderfonds (UNICEF), des Welternährungsprogramms (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem gemeinsamen Vorwort zum Bericht.


Krisenherde in Afrika

Hier ist die Not besonders groß – mehr als sechs Millionen Menschen haben nicht genug Essen, um dauerhaft überleben zu können und brauchen dringend mehr Unterstützung und Hilfslieferungen. Schwere akute Mangelernährung ist vor allem für Kinder verheerend. Wenn sie nicht zum Tod führt, drohen zumindest schwerwiegende Langzeitfolgen für die Entwicklung.

Die Bevölkerung leidet seit Jahren unter dem Bürgerkrieg. Rund 1,9 Millionen Menschen leben als Flüchtlinge im eigenen Land, fast 2,5 Millionen mussten in Nachbarländer fliehen. Besonders wichtig ist es uns auch, möglichst viele Kindersoldaten zu befreien und sie wieder mit ihren Familien zu vereinen.

Sieben Millionen Menschen in Nigeria sind dringend auf Hilfe angewiesen. Die Versorgungslage ist durch den Terror der Gruppe Boko Haram extrem unsicher und die Fluchtsituation verschärft die Nahrungsnot zusätzlich.

Vor allem in den Regionen Borno, Adamawa und Yobe leiden die Einwohnerinnen und Einwohner. 7,7 Millionen Menschen, darunter 4,3 Millionen Kinder brauchen dringend unsere Hilfe. 1,6 Millionen leben als Flüchtlinge im eigenen Land.

Äthiopien gehört zu den trockensten Ländern der Welt, immer wieder gibt es Dürreperioden. Besonders in den ländlichen Regionen bestimmen Wassermangel und Hunger das Leben vieler Menschen. 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu Essen, davon sind rund 350.000 Kinder schwer mangelernährt. Die Hilfe für diese ist besonders wichtig. Mehr als sechs Millionen Menschen benötigen dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser und Unterstützung im Hygienebereich.

Neben Äthiopien gehört auch Somalia seit Jahren zu den Ländern mit andauernden Nahrungsengpässen - oft durch Dürren ausgelöst, aber vor allem durch Terror und Gewalt stetig verschlimmert. Fast eine Million Kinder leiden bereits unter Mangelernährung oder sind kurz davor. Die Dürre und Konflikte sorgen auch dafür, dass vielen Menschen im eigenen Land flüchten müssen. 4,4 Millionen brauchen dieses Jahr noch Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen Hygiene-Einrichtungen. Mobile Gesundheitsteams helfen uns dabei, so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

In Kenia lebt fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Kinder aus den städtischen Slums. Hinzu kommen die immer dramatischeren Auswirkungen durch den Klimawandel, die Landwirtschaft leidet unter langen Dürrephasen.

Mehr als 800.000 Kinder in Kenia sollen mit medizinischer Versorgung erreicht werden, rund 80.000 werden dank unserer Spezialnahrung wieder zu Kräften kommen. Mehr als 250.000 Menschen benötigen sobald wie möglich dauerhaften Zugang zu sauberem Wasser.

Das Klimaphänomen El Niño hat in den vergangenen Monaten zu dramatischen Ernteausfällen und schwerer Mangelernährung bei vielen Kindern geführt. Die Folgen für die Nahrungssituation werden noch lange in Malawi spürbar sein. In Malawi werden innovative Projekte in der Logistik getestet. So entstand hier der erste Drohnen-Korridor, mit dem z.B. Blutproben und leichte Hilfsgüter transportiert werden können.

Gründe für den Hunger in Afrika

Der jährliche UN-Bericht, ergab dass die Klimavariabilität zu den Hauptursachen für die ansteigende Hungersnot, Konflikte und wirtschaftliche Rückschritten in Afrika ist. Die Klimavariabilität wirkt sich auf Niederschlagsmuster, landwirtschaftliche Jahreszeiten, sowie auf Dürren und Überschwemmungen aus.

Hunger in Afrika - komplexe Ursachen
Wetterextreme wie Dürren  haben stark zugenommen. Und wenn es dann doch einmal regnet, kommt es zu schweren Überschwemmungen, die oft Choleraausbrüche nach sich ziehen. Auch Heuschreckenplagen und andere Katastrophen tragen zur aktuellen Situation bei. Weitere Ursachen sind politische Instabilität, bewaffnete Konflikte oder das Fehlen staatlicher Strukturen. 

Die Situation in Afrika ist trotz allem nicht aussichtslos: Vor allem Kinder können schnell und effizient mit Spezialnahrung wieder zu Kräften kommen. UNICEF versorgt die Menschen zusätzlich auch mit sauberem Wasser, Medikamenten, Schulmaterialien und Hygiene-Sets. 

"Wenn wir bis 2030 eine Welt ohne Hunger und Unterernährung in all ihren Formen erreichen wollen, ist es unerlässlich, dass wir Maßnahmen beschleunigen und verstärken, um die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Ernährungssysteme und der Lebensgrundlagen der Menschen als Reaktion auf Klimaschwankungen und Extreme zu stärken", so die Staats- und Regierungschefs.

Warum Kinder an Unterernährung leiden:

  • Unzureichende Nahrungsmittel
  • Bewaffnete Konflikte
  • Vertreibung der Bevölkerung 
  • instabile Gesellschaftsstrukturen

„Es ist wirklich erschreckend, zusehen zu müssen, wie Jahr für Jahr Mütter mit ihren Kindern zurück in die Krankenhäuser kommen, um schwere Unterernährung behandeln zu lassen. Die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr ist sogar gestiegen. Dieser Zyklus kann aber unterbrochen werden. Dafür muss die Gesellschaft gestärkt werden: Familien, Gemeinschaften und staatliche Behörden müssen besser gerüstet werden, um ähnliche Situationen in der Zukunft zu vermeiden.“, so Marie-Pierre Poirier, Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika. 

Dafür benötigt UNICEF Ihre Hilfe. Bitte spenden Sie noch heute für die Kinder in Afrika!

 

Ajija ist schwer mangelernährt.

Ajija ist sechs Jahre alt und wiegt nur mehr neun Kilogramm - sie ist stark mangelernährt. Sie musste mit ihrer Mutter Mariam aus ihrem Dorf in Mafa (Borno) vor Boko Haram fliehen.

"Als Boko Haram unser Dorf vor einem Jahr überfiel, konnten nicht alle flüchten. Die, die es nicht schafften, mussten unter ihrer Herrschaft leiden. Sie töteten meinen Ehemann, als er das Dorf verlassen wollte, um Vieh zu verkaufen. Ajija hatte keine Möglichkeit Medikamente zu bekommen, wenn sie krank war.", erzählt Mariam vom Leidensweg ihrer Familie.

Nach der Befreiung durch die nigerianische Armee, mussten sie den tagelangen, kräftezehrenden Weg in ein Flüchtlingslager in Maiduguri bewältigen. Dort bekommt Ajija nun Vitamine und Spezialnahrung gegen Mangelernährung, damit sie wieder zu Kräften kommt.

So helfen wir in Afrika mit Ihren Spenden

Beispiel aus der Hilfe vor Ort - Ihre Spende rettet Leben

Nahrung: Die Mangelernährung führt vor allem bei Kleinkindern schnell zum Tod. Dieses Jahr erhalten daher alleine in Nigeria 314.000 Kinder nahrhafte Erdnusspaste. Doch auch in vielen anderen Ländern ist UNICEF vor Ort und liefert Spezialnahrung.

Wasser und Hygiene: Gemeinsam mit Ihnen wollen wir zum Beispiel im Südsudan 2,4 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser erreichen und in Nigeria über eine Million. Wasser ist überlebenswichtig und schützt vor Krankheiten wie Cholera. Es ist essentiell für die Entwicklung der Kinder. So auch in Äthiopien, wo der permanente Zugang zu sauberem Wasser für über eine Million Menschen geplant ist.

Gesundheit und Medikamente: In Somalia führen Hunger, Dürre und Armut zu neuen Cholera-Ausbrüchen. UNICEF liefert Hygiene-Artikel und Medikamente für tausende Familien und Kinder vor Ort, um die Krankheit einzudämmen.

Bildung: Wir unterstützen Flüchtlingslager und Schulen mit Materialien und Personal. Zusätzlich wird gerade in Schulen dauerhafte Infrastruktur wie neue Brunnen geschaffen.


Hintergrundwissen: Hunger und Mangelernährung

Offiziell wird eine Hungersnot von der jeweiligen Regierung eines Landes nach bestimmten Kriterien erklärt. Sie kann sich dabei auf die Einschätzung einer internationalen Arbeitsgruppe nach den sogenannten „IPC-Phasen“ berufen. IPC steht für „Integrated Food Security Phase Classification“. Auf dieser Skala für Ernährungssicherheit werden fünf Stufen unterschieden, die von Phase eins „Minimal“ über „Strapaziert“ (Englisch: Stressed), „Krise“ (Crisis), „Notsituation“ (Emergency) bis hin zu Phase fünf „Hungersnot“ (Famine) reichen.
Bei einer Hungersnot fehlen mindestens jedem fünften Haushalt nahezu vollständig Lebensmittel und/oder andere lebenswichtige Dinge wie Trinkwasser, wodurch zahlreiche Menschen hungern und sterben. Das ist aktuell in Teilen des Südsudan (Unity State) der Fall. Zu den Kriterien gehört zum Beispiel auch, dass mehr als 15 Prozent der Kinder in einem Gebiet an schwerer akuter Mangelernährung leiden. In einigen Hungergebieten im Südsudan liegt der Anteil dieser Kinder derzeit bei über 30 Prozent.

Als akut mangelernährt gelten Kinder, deren Körpergewicht unter 80 Prozent des für ihr Alter angemessenen Gewichts liegt. Beträgt das Gewicht weniger als 70 Prozent, spricht man von schwerer akuter Mangelernährung. Ursache von Mangelernährung ist chronischer Mangel an Nahrungsmitteln, aber auch an Vitaminen und lebenswichtigen Spurenelementen. Mangelernährung hat weitreichende Folgen. Da die Verdauung beeinträchtigt wird, können die Kinder nicht mehr normal essen. Die Nahrung wird nicht richtig vom Körper aufgenommen. Dadurch werden die Kinder ab einem gewissen Punkt immer schwächer. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Krankheiten wie Durchfall, Masern und Lungenentzündung. Häufiges Kranksein wiederum zehrt ihren Körper weiter aus – ein Teufelskreis. Das Risiko, dass ein schwer mangelernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind.

UNICEF verfügt über eine starke Präsenz in Regionen mit unzureichender Ernährung und kann daher intensiv mit nationalen Behörden, wie auch anderen UN-Organisationen und internationalen Partnern zusammenarbeiten, um nationale Ernährungsprogramme zu erstellen und in die Praxis umzusetzen. Durch Spenden, die vor allem durch die nationalen UNICEF-Komitees und internationalen SpenderInnen zustande kommen, werden vom UNICEF-Logistikzentrum in Kopenhagen aus jährlich Millionen von Produkten wie Proteinriegel, Erdnusspaste, Vitamin-A Tabletten oder orales Rehydrierungssalz an Krisenregionen, vor allem in Afrika und Südasien, verschickt.

Wird die Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder sehr gute Chancen zu überleben und wieder gesund zu werden. UNICEF sorgt in Krisensituationen weltweit dafür, dass der Ernährungszustand von möglichst vielen Kindern überprüft wird – zum Beispiel, indem man mit einem Maßband den Umfang des Oberarms misst. Zeigt das Maßband rot, muss das Kind sofort behandelt werden.

Für die Behandlung setzt UNICEF therapeutische Zusatznahrung ein, vor allem angereicherte Spezialmilch und Päckchen mit sehr energiehaltiger Erdnusspaste. Schon nach wenigen Tagen geht es den meisten Kindern damit deutlich besser. Die therapeutische Zusatznahrung ist so zusammengesetzt, dass schwer mangelernährte Kinder diese Nahrung auch im extrem ausgezehrten Zustand essen, schlucken und verdauen können. Sie enthält zudem lebenswichtige Vitamine und Mineralien, damit die Kinder wieder zu Kräften kommen.

Sehr junge und sehr geschwächte Kinder erhalten therapeutische Spezialmilch, die über einen Nasenschlauch oder mit einem Löffel in kleinen Portionen verabreicht wird. Manche Kinder müssen gleichzeitig zum Beispiel gegen Durchfall oder Malaria behandelt werden.

Wenn es den Kindern etwas besser geht, bekommen sie eine angereicherte Erdnusspaste. Die Erdnusspaste ist in kleinen Portionen verpackt, lange haltbar und kann direkt aus den Päckchen gefüttert werden. Wenn die Kinder nicht in einem kritischen Zustand sind, können die Eltern die Päckchen vom Ernährungszentrum mit nach Hause nehmen und ihre Kinder zu Hause versorgen.
Die mangelernährten Mädchen und Buben erhalten die therapeutische Nahrung in der Regel einige Wochen lang, bis sich ihr Gewicht stabilisiert hat. Während dieser Zeit werden sie weiterhin regelmäßig medizinisch untersucht. Therapeutische Zusatznahrung sollte nur in Fällen von schwerer Mangelernährung verwendet werden. Sie ist eine Behandlung für stark geschwächte Kinder und kein Ersatz für gesunde Ernährung.


Helfen wir gemeinsam!

UNICEF verstärkt seine Hilfe in den Hungerregionen in Afrika, um Kinder frühzeitig vor einem Teufelskreis aus akuter schwerer Mangelernährung und Krankheiten zu schützen.




Bitte spenden Sie, damit jedes Kind genug zu essen hat. Jede Hilfe zählt!


30 Euro machen mangelernährte Kinder mit 77 Packungen Erdnusspaste satt

70 Euro helfen dabei mangelernährte Kinder mit 92 Packungen Spezialmilch zu versorgen

100 Euro machen mangelernährte Kinder mit 384 Stück Proteinkeksen satt

Ihr freier Betrag gibt Kindern die Kraft zum Lachen zurück


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