Flüchtlingskinder: UNICEF hilft bedingungslos

Noch nie waren so viele Kinder auf der Flucht wie heute. Die Zahlen sind dramatisch: 31 Millionen Kinder sind aufgrund von Flucht oder Migration entwurzelt. 17 Millionen Mädchen und Buben sind in ihrem eigenen Land ohne Zuhause. Viele Kinder wurden dabei von ihren Eltern auf der Flucht getrennt. Aktuell sind alleine in der Ukraine Millionen Menschen auf der Flucht.

Endlich wieder Kind sein und an einem sicheren Ort spielen und lernen dürfen – für Flüchtlingskinder ist das nicht selbstverständlich. Sie verbringen oft Jahre in Flüchtlingscamps oder müssen von einem Camp zum Nächsten ziehen. Unser Ziel ist es, diese Kinder nicht nur mit dem Notwendigsten, wie Medikamenten, Nahrung oder Wasser, zu versorgen, sondern ihnen vor Ort auch sichere Räume zum Lernen, Spielen und Träumen zu schaffen.

Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern Hoffnung und eine Zukunft zu schenken.


Kinder auf der Flucht: Aktuelle Situation

 

Die Sirenen in ihrer Heimatstadt Chornomorsk heulten die ganze Nacht durch. Die Stadt war stockfinster und leer, denn die meisten Menschen sind bereits geflohen. Die Kämpfe kamen immer näher.

Also hat Angelinas Mutter eine schwere Entscheidung getroffen: „Wir wollten nicht weggehen. Wir haben gehofft, dass alles ein Ende hat. Aber nein. Wir sind nur wegen der Kinder geflohen."

Das erste Stück musste Angelinas Familie zu Fuß zurücklegen. Es hat lange gedauert bis sie eine Mitfahrgelegenheit finden konnten. Erleichtert, dankbar und müde hat die Familie schließlich in einem Camp an der rumänischen Grenze Schutz gefunden.

 

Die Lage in Afghanistan ist derzeit prekär: Seit Anfang des Jahres wurden bereits über 500 Kinder getötet und 1.400 Kinder verletzt. Mindestens 500.000 Menschen sind auf der Flucht im eigenen Land - die Hälfte davon sind Kinder. UNICEF bleibt im Land und hilft ihnen mit Nahrung, medizinischer Versorgung, Trinkwasser und Schutz. Spezielle Bildungsangebote erreichen auch geflüchtete Kinder.

So wie der fünfjährige Mohammad und sein zweijähriger Bruder Sayed. Sie sind vor den Konflikten geflohen und befinden sich jetzt im Haji-Lager im Süden Afghanistans. Dort werden sie und ihre Familie von UNICEF mit Hilfsgütern und Bildung versorgt.

 

Der Krieg stiehlt den syrischen Kindern das Kostbarste, was sie haben: eine Kindheit in Frieden! Insgesamt benötigen 4,7 Millionen Kinder vor Ort und in den Nachbarländern akut Hilfe.

Die dreizehnjährige Bayan kann sich an nichts anderes erinnern, außer Gewalt und Vertreibung. Nachdem ihr Vater entführt wurde, hat Bayans Mutter entschieden zu fliehen. Die Familie war innerhalb von fünf Jahren dreimal auf der Flucht. „Wir packten alles, was wir tragen konnten, und flohen mitten in der Nacht", erzählt Bayans Mutter.

 

Über 1,7 Millionen Kinder sind im Jemen auf der Flucht vor dem grausamen Konflikt. Viele Kinder wachsen in Häusertrümmern oder Flüchtlingslagern auf – Strom, Wasser und Lebensmittel sind knapp.

Hunger ist der ständige Begleiter der Mädchen und Buben im Jemen.

Der kleine Salim und über 2 Millionen weitere Kinder sind akut mangelernährt. Salims Familie musste vor der Gewalt fliehen. Sein Vater konnte daher nicht mehr genug Geld verdienen, um seine Kinder zu ernähren.

 

Die Situation für Flüchtlingskinder auf den griechischen Inseln ist seit Jahren schlimm und gefährlich. Vor allem nach dem Brand im Aufnahmelager Moria, bei dem 4.000 Kinder ihre Unterkunft verloren haben.

Die obdachlosen Mädchen und Buben sind ständig der Gefahr ausgesetzt. UNICEF stellt auf Lesbos Zelte als Notunterkünfte bereit.

Darüber hinaus werden dringend benötigte Hilfsgüter, wie Hygieneartikel, Decken aber auch Kleidung verteilt und psychosoziale Unterstützung angeboten.

 

Die Angriffe auf Kinder nehmen in den Ländern Burkina Faso, Mali und Niger immer weiter zu. Allein in diesen Regionen sind 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht. In der zentralen Sahelzone sind Flüchtlingskinder besonders dramatischen Erlebnissen ausgesetzt.

Die neunjährige Adia erzählt: „Eines Tages kamen Banditen in mein Dorf, um zu stehlen. Sie töteten meinen Nachbarn vor meinen Augen. Sie sagten mir, wenn ich weinen würde, würden sie auch mich töten. An diesem Tag beschlossen wir zu fliehen.“

 

Als muslimische Minderheit in Myanmar werden die Rohingya seit Jahrzehnten diskriminiert. Laut Vereinten Nationen sind sie die „am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".

Seit der Flüchtlingskrise 2017 sind wir vor Ort bei den rund 850.000 Rohingya, die in den provisorischen Flüchtlingscamps in Bangladesch leben. Tag für Tag helfen wir den Kindern durch medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser, Notschulen und kinderfreundliche Zentren.

Warum müssen so viele Kinder flüchten?

  • Kriege: Eines von vier Kindern lebt heute in einem Konflikt- oder Katastrophengebiet. Über 31 Millionen Kinder wurden bisher durch gewalttätige Konflikte vertrieben. Ukraine, Afghanistan, Syrien, Jemen oder Mali sind nur einige Beispiele.
  • Naturkatastrophen: Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen zu. Mehr als eine halbe Milliarde Kinder leben heute in Überschwemmungsgebieten und fast 160 Millionen Kinderleben sind durch Dürre bedroht.
  • Armut: Trotz Fortschritten leiden Millionen Kinder unter extremer Armut. So fehlen in extrem armen Familien oft die Zeit und die Kraft für den Schulbesuch. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn Armut verhindert Bildung, Bildung aber verhindert Armut. Sie verlassen ihr Zuhause mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Kinderflüchtlinge in Österreich

Auch Kinderflüchtlinge in Österreich benötigen besonderen Schutz.

Mit unseren Partnern haben wir „Mindeststandards zum Kinderschutz in Flüchtlingsunterkünften“ entwickelt, um die Mädchen und Buben vor Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch in der Unterkunft zu schützen.

Wir bieten außerdem Fortbildungen und Onlinekurse, zum Beispiel zur Betreuung von Kindern auf der Flucht.

UNICEF Österreich hat gemeinsam mit der Asylkoordination eine Studie über die kinderrechtliche Situation begleiteter Kinderflüchtlinge und ihrer Familien verfasst.

Alle Infos zur Studie finden Sie in unserem Informationsbereich.

So hilft UNICEF Kindern auf der Flucht

  • Wir leisten Hilfe für Flüchtlingskinder vor Ort in den Krisenregionen und in den umliegenden Ländern.
  • Unsere weltweite Arbeit umfasst sowohl akute Flüchtlingshilfe, wie lebensrettende Hilfsgüter, als auch langfristige Programme um Kinder und Jugendliche auf der Flucht zu schützen und in den Zielländern zu integrieren.
  • In unseren kinderfreundlichen Zonen in den Flüchtlingslagern erhalten sie psychosoziale Hilfe, um ihre Traumata zu verarbeiten.
  • Flüchtlingskinder sind in der aktuellen Coronavirus-Pandemie besonders verletzlich. Wir intensivieren unsere Arbeit in den Flüchtlingslagern und Krisenregionen, um den Zugang zu Sanitäranlagen und medizinischer Grundversorgung sicherzustellen.

Lernen hilft Samira aus Afghanistan Traumata zu vergessen

Fröhliche Bilder an der Wand sowie jede Menge Bücher und Spiele im Regal machen das Elix Lernzentrum in Athen zu einem perfekten Ort für Kinder.
Dort können Mädchen und Buben einfach wieder Kind sein und ihre Traumata der Flucht verarbeiten.

Samira musste mit ihrer Familie vor der Gewalt in Afghanistan flüchten. 
Die Überfahrt von der Türkei nach Griechenland war für Samira ein schreckliches Erlebnis: „Ein Teil des Bootes wurde zerstört. Ich hatte große Angst und es war sehr kalt."

In dem von UNICEF unterstützen Lernzentrum kann Samira in Sicherheit spielen und mit anderen Kindern lachen. Sie liebt es zu Lernen und träumt davon, auf eine normale Schule zu wechseln, sobald ein Platz frei wird.

Ihre Spende macht einen Unterschied!

30 Euro sorgen für über 40.000 Liter sauberes Trinkwasser.

70 Euro versorgen drei Kinder einen Monat lang mit Erdnusspaste.

100 Euro versorgen etwa 14 Kinder mit Schulsachen.

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste oder klicken Sie neben das Formular.

Häufige Fragen zu Kindern auf der Flucht

Wie viele Kinder sind aktuell auf der Flucht?

31 Millionen Kinder sind derzeit heimatlos. Über 17 Millionen Mädchen und Buben weltweit sind in ihren eigenen Heimatländern vertrieben. Außerdem gibt es 1,1 Millionen Kinder, die auf Asyl warten. (Jänner 2020)

Wie ist die aktuelle Lage in der Ukraine?

Die Lage in der Ukraine ändert sich derzeit ständig. Über 7,5 Millionen Kinder sind betroffen und Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht - die meisten davon Frauen mit ihren Kindern. Wir sind an der Seite der Kinder und unterstützen sowohl Familien auf der Flucht in sogenannten "Blue dots" und auch mit Hilfsgütern und dem Notwendigsten vor Ort.

Welche Hilfe benötigen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge?

Es muss sichergestellt werden, dass alle geflüchteten und migrierten Kinder - begleitet oder nicht - Zugang zu sicheren und angemessenen Unterkünften haben. Kinder benötigen sofortigen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Spezialisierte Unterkünfte, Pflege, Betreuung, Vormundschaft und andere Maßnahmen sind notwendig, um sicherzustellen, dass jedes unbegleitete Kind sein Recht, in einer fürsorglichen Umgebung aufzuwachsen, realisieren kann.

Wie unterstützt UNICEF Kinder in den Flüchtlingslagern in Griechenland?

Seit Jahren setzt sich UNICEF dafür ein, dass alle schutzbedürftigen Flüchtlinge und Migranten, aber vor allem Kinder, unverzüglich auf das Festland gebracht werden. Sie benötigen Zugang zu Gesundheitsversorgung, angemessenen Unterkünften, Schutz und Bildungsmöglichkeiten. Die Coronavirus-Pandemie macht diese Forderung noch dringender.

Welche zusätzlichen Gefahren entstehen für Kinder auf der Flucht?

Kinder auf der Flucht sind am stärksten von direkten und indirekten Auswirkungen betroffen. Sie haben keinen Zugang zu Grundversorgung und tragen ein höheres Risiko mit Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel konfrontiert zu werden. Auch sind sie verstärkt der Gefahr von Kinderarbeit, Kinderehe und Familientrennung ausgesetzt.

Was unternimmt UNICEF gegen die Verbreitung des Coronavirus in Flüchtlingslagern?

Wir arbeiten eng mit den jeweiligen Regierungen zusammen und entwickeln Notfallpläne, um die schlimmsten Folgen zu verhindern. Durch spezielle, für Kinder entworfene Infomaterialien klären wir die Mädchen und Buben in den Flüchtlingslagern über die Krankheit und Präventionsmaßnahmen auf. Wir liefern dringend benötigte Hygiene-Hilfsgüter und führen weiterhin unsere Schulungen über richtiges Händewaschen durch. Außerdem sind wir laufend dabei, neue Methoden des Fernunterrichts zu entwickeln, damit auch Flüchtlingskinder keine Chancen auf Bildung verpassen.