Flüchtlingskinder: UNICEF hilft bedingungslos

Noch nie waren so viele Kinder auf der Flucht wie heute. Die Zahlen sind dramatisch: 31 Millionen Kinder sind aufgrund von Flucht oder Migration entwurzelt. 17 Millionen Mädchen und Buben sind in ihrem eigenen Land ohne Zuhause. Viele Kinder wurden dabei von ihren Eltern auf der Flucht getrennt.

Endlich wieder Kind sein und an einem sicheren Ort spielen und lernen dürfen – für Flüchtlingskinder ist das nicht selbstverständlich. Sie verbringen oft Jahre in Flüchtlingscamps oder müssen von einem Camp zum Nächsten ziehen. Unser Ziel ist es, diese Kinder nicht nur mit dem Notwendigsten, wie Medikamenten, Nahrung oder Wasser, zu versorgen, sondern ihnen vor Ort auch sichere Räume zum Lernen, Spielen und Träumen zu schaffen.

Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern Hoffnung und eine Zukunft zu schenken.




Warum müssen so viele Kinder flüchten?

Die Ursachen für Migration und Flucht sind vielfältig.

  • Kriege: Eines von vier Kindern lebt heute in einem Konflikt- oder Katastrophengebiet. 30 Millionen Kinder wurden bisher durch gewalttätige Konflikte vertrieben. Syrien, Jemen, Mali, Niger und Burkina Faso sind nur einige Beispiele.
  • Naturkatastrophen: Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen zu. Mehr als eine halbe Milliarde Kinder leben heute in Überschwemmungsgebieten und fast 160 Millionen Kinderleben sind durch Dürre bedroht.
  • Armut: Trotz Fortschritten leiden Millionen Kinder unter extremer Armut. So fehlen in extrem armen Familien oft die Zeit und die Kraft für den Schulbesuch. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, denn Armut verhindert Bildung, Bildung aber verhindert Armut. Sie verlassen ihr Zuhause mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

 



Kinder auf der Flucht: Aktuelle Situation

 

Der Krieg stiehlt den syrischen Kindern das Kostbarste, was sie haben: eine Kindheit in Frieden! Insgesamt benötigen 2,5 Millionen Kinder vor Ort und in den Nachbarländern akut Hilfe.

Die dreizehnjährige Bayan kann sich an nichts anderes erinnern, außer Gewalt und Vertreibung. Nachdem ihr Vater entführt wurde, hat Bayans Mutter entschieden zu fliehen. Die Familie war innerhalb von fünf Jahren dreimal auf der Flucht. „Wir packten alles, was wir tragen konnten, und flohen mitten in der Nacht", erzählt Bayans Mutter.

 

Über 1,7 Millionen Kinder sind im Jemen auf der Flucht vor dem grausamen Konflikt. Viele Kinder wachsen in Häusertrümmern oder Flüchtlingslagern auf – Strom, Wasser und Lebensmittel sind knapp.

Hunger ist der ständige Begleiter der Mädchen und Buben im Jemen.

Der kleine Salim und über 2 Millionen weitere Kinder sind akut mangelernährt. Salims Familie musste vor der Gewalt fliehen. Sein Vater konnte daher nicht mehr genug Geld verdienen, um seine Kinder zu ernähren.

 

Die Situation für Flüchtlingskinder auf den griechischen Inseln ist seit Jahren schlimm und gefährlich. Vor allem nach dem Brand im Aufnahmelager Moria, bei dem 4.000 Kinder ihre Unterkunft verloren haben.

Die obdachlosen Mädchen und Buben sind ständig der Gefahr ausgesetzt. UNICEF stellt auf Lesbos Zelte als Notunterkünfte bereit.

Darüber hinaus werden dringend benötigte Hilfsgüter, wie Hygieneartikel, Decken aber auch Kleidung verteilt und psychosoziale Unterstützung angeboten.

 

Die Angriffe auf Kinder nehmen in den Ländern Burkina Faso, Mali und Niger immer weiter zu. Allein in diesen Regionen sind 1,2 Millionen Menschen auf der Flucht. In der zentralen Sahelzone sind Flüchtlingskinder besonders dramatischen Erlebnissen ausgesetzt.

Die neunjährige Adia erzählt: „Eines Tages kamen Banditen in mein Dorf, um zu stehlen. Sie töteten meinen Nachbarn vor meinen Augen. Sie sagten mir, wenn ich weinen würde, würden sie auch mich töten. An diesem Tag beschlossen wir zu fliehen.“

 

Als muslimische Minderheit in Myanmar werden die Rohingya seit Jahrzehnten diskriminiert. Laut Vereinten Nationen sind sie die „am stärksten verfolgte Minderheit der Welt".

Seit der Flüchtlingskrise 2017 sind wir vor Ort bei den rund 850.000 Rohingya, die in den provisorischen Flüchtlingscamps in Bangladesch leben. Tag für Tag helfen wir den Kindern durch medizinische Versorgung, sauberes Trinkwasser, Notschulen und kinderfreundliche Zentren.



Kinderflüchtlinge in Österreich

Auch Kinderflüchtlinge in Österreich benötigen besonderen Schutz.

Mit unseren Partnern haben wir „Mindeststandards zum Kinderschutz in Flüchtlingsunterkünften“ entwickelt, um die Mädchen und Buben vor Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch in der Unterkunft zu schützen.

Wir bieten außerdem Fortbildungen und Onlinekurse, zum Beispiel zur Betreuung von Kindern auf der Flucht.

UNICEF Österreich hat gemeinsam mit der asylkoordination eine Studie über die kinderrechtliche Situation begleiteter Kinderflüchtlinge und ihrer Familien verfasst.

Alle Infos zur Studie finden Sie in unserem Informationsbereich.



So hilft UNICEF Kindern auf der Flucht

  • Wir leisten Hilfe für Flüchtlingskinder vor Ort in den Krisenregionen und in den umliegenden Ländern.

  • Unsere weltweite Arbeit umfasst sowohl akute Flüchtlingshilfe, wie lebensrettende Hilfsgüter, als auch langfristige Programme um Kinder und Jugendliche auf der Flucht zu schützen und in den Zielländern zu integrieren.

  • In unseren kinderfreundlichen Zonen in den Flüchtlingslagern erhalten sie psychosoziale Hilfe, um ihre Traumata zu verarbeiten.

  • Flüchtlingskinder sind in der aktuellen Coronavirus-Pandemie besonders verletzlich. Wir intensivieren unsere Arbeit in den Flüchtlingslagern und Krisenregionen, um den Zugang zu Sanitäranlagen und medizinischer Grundversorgung sicherzustellen.


Lucios Einsatz für Flüchtlingskinder in Mosambik

Die Kinder in Mosambik sind extremen Gefahren ausgesetzt. Aufgrund von schweren Zyklonen, Überschwemmungen, Dürren und bewaffneten Konflikten brauchen 1,3 Millionen Mädchen und Buben humanitäre Hilfe.

Freiwillige Mitarbeiter wie Lucio retten täglich Kinderleben. Lucio arbeitet in einem von UNICEF unterstützt Zentrum für Menschen, die wegen Zyklon Idai fliehen mussten.

In Schulungen mit anderen Freiwilligen lernt er, wie er Kinder durch Präventionsmaßnahmen vor gefährlichen Krankheiten schützen kann. Die fünfjährige Luisa leidet an Fieber und Erbrechen.

Dank der Hilfe von Lucio kann sie in einem Sanitätszelt auf Malaria getestet und gesund gepflegt werden.



Ihre Spende macht einen Unterschied!


30 Euro können für 40.000 Liter sauberes Trinkwasser sorgen.

70 Euro versorgen drei Kinder mit Erdnusspaste für 1 Monat.

100 Euro könnten 24 Kinder mit Schulsachen versorgen.

Freier Betrag: Bitte bestätigen Sie mit der Enter-Taste oder klicken Sie neben das Formular.




Häufige Fragen zu Kindern auf der Flucht

31 Millionen Kinder sind derzeit heimatlos. Über 17 Millionen Mädchen und Buben weltweit sind in ihren eigenen Heimatländern vertrieben. Außerdem gibt es 1,1 Millionen Kinder, die auf Asyl warten. (Jänner 2020)

In den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln leben mehr als 13.000 Kinder. Auf Lesbos leben 20.000 Menschen in dem Registrierungs- und Aufnahmezentrum Moria unter katastrophalen Bedingungen. Ursprünglich war das Lager nur für 3.000 Menschen ausgerichtet. Es gibt nicht genug Strom, sauberes Wasser und Seife. Jeder Tag, den Kindern in diesen Lagern verbringen müssen, ist ein Tag zu viel. (Stand: März 2020)

Seit Jahren setzt sich UNICEF dafür ein, dass alle schutzbedürftigen Flüchtlinge und Migranten, aber vor allem Kinder, unverzüglich auf das Festland gebracht werden. Sie benötigen Zugang zu Gesundheitsversorgung, angemessenen Unterkünften, Schutz und Bildungsmöglichkeiten. Die Coronavirus-Pandemie macht diese Forderung noch dringender.

Kinder auf der Flucht sind am stärksten von direkten und indirekten Auswirkungen des Virus betroffen. Sie haben keinen Zugang zu Grundversorgung und tragen ein höheres Risiko mit Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel konfrontiert zu werden. Auch sind sie verstärkt der Gefahr von Kinderarbeit, Kinderehe und Familientrennung ausgesetzt.

Wir arbeiten eng mit den jeweiligen Regierungen zusammen und entwickeln Notfallpläne, um die schlimmsten Folgen zu verhindern. Durch spezielle, für Kinder entworfene Infomaterialien klären wir die Mädchen und Buben in den Flüchtlingslagern über die Krankheit und Präventionsmaßnahmen auf. Wir liefern dringend benötigte Hygiene-Hilfsgüter und führen weiterhin unsere Schulungen über richtiges Händewaschen durch. Außerdem sind wir laufend dabei, neue Methoden des Fernunterrichts zu entwickeln, damit auch Flüchtlingskinder keine Chancen auf Bildung verpassen. 

Die griechische Regierung hat am 1. März angekündigt, die Aufnahme neuer Asylbewerber vorübergehend auszusetzen. Sie werden in provisorischen Räumlichkeiten festgehalten und dann in geschlossene Unterkünfte auf dem Festland gebracht. Wir fordern alle Regierungen und EU-Institutionen auf, die Rechte schutzbedürftiger Kinder in Übereinstimmung mit dem EU- und Völkerrecht zu schützen. Während dieser beispiellosen globalen Pandemie sollten asylsuchende Kinder Schutz und Zugang zu Dienstleistungen erhalten.